Kur (Fluss)

Kur
Kor

Kur, Kamfiruz

Daten
Lage Fars Iran
Quelle Doroudzan Damm, Zagros-Gebirge
30° 12′ 34″ N, 52° 25′ 5″ O
Mündung Bachtegansee[1.1]Koordinaten: 29° 31′ 15″ N, 53° 26′ 45″ O
29° 31′ 15″ N, 53° 26′ 45″ O

Länge 280 km[1.1]
Einzugsgebiet 9,7 km²[1.1]
Linke Nebenflüsse Pulvar (Polvar/Sivan)
Großstädte Marvdascht

Die Flussebene des Kur mit dem Nebenfluss Pulvar, der Stadt Marvdascht und bekannten archäologischen Stätten

Kur oder Kor (persisch رود کر) ist ein Fluss im Nordwesten der iranischen Provinz Fars. Sein Wasser wird für die Elektrizität, die Landwirtschaft und die Industrie verwendet. Die Geschichte seiner Wassernutzung reicht bis in die Zeit der Achämeniden zurück. Die Besiedlung in der Flussebene des Kur ist bis ins 8. Jahrtausend v. Chr. nachgewiesen.

Flussgebiet

Das Flussgebiet des Kur liegt im Nordwesten der iranischen Provinz Fars. Die Ebene des linken Flussufers, die im Nordwesten vom Kur und Pulvar und im Südosten von Bergen umrandet ist, wird die Ebene von Marvdascht genannt und liegt auf einer durchschnittlichen Höhe von 1650 m über Meer. Sie ist eines der ertragsreichsten Gebiete im Südwesten Irans. Die Fruchtbarkeit der Erde wird vom räumlichen Muster moderner Dörfer als auch von den antiken Überresten, im Speziellen der prähistorischen Hügel, reflektiert. Diese konzentrieren sich auf den Norden und Südwesten der Ebene. Außerhalb davon ist die Erde gräulich-braun und mit Salzkristallen verkrustet.[2]

Die Flussebene des Kur ist eine der größten endorheischen Ebenen des Zagros-Gebirges und liegt in einer semi-ariden Klimazone mit heißen, trockenen Sommern und kalten Wintern. Der Regen fällt vor allem im Winter und hat ein mediterranes Niederschlagsmuster. Die Niederschläge werden von zwei Wetterstationen in Doroudzan und Zarghan gemessen. Außerordentliche Stürme können unregelmäßige Überschwemmungen verursachen, die den durchschnittlichen Durchfluss um bis zu 32-mal erhöhen und entsprechend höheres Schwemmmaterial mit sich tragen. Neben dem ökonomischen Nutzen haben die zahlreichen Dämme des Flussgebiets deshalb auch eine Schutzfunktion.[3][4]

Fluss

Der Kur hat seine Quellen hoch im Zagros-Gebirge und mündet nach 280 km in den Bachtegansee. Seinen Namen trägt er erst ab dem Abfluss vom Damm Doroudzan. Die Quellflüsse aus dem Zagros, die den Doroudzan Damm speisen, sind der Tang-e Boraq mit den Nebenflüssen Jubkhaleh, Bostanak und Chahu.

Der Pulvar ist der wichtigste Nebenfluss des Kur mit einem Einzugsgebiet von ungefähr 9000 km² mit Gipfeln über eine Höhe von 3853 m und einem tiefsten Punkt 1592 m über Meer. In seinem Verlauf durchschneidet er zwei Antiklinale. Die daraus entstandenen Schluchten (in persischer Sprache „Tang“ genannt) sind schmal und tief. Manche Stellen enthalten nur das Flussbett. Dazwischen bilden einzelne Schwemmlande die wichtigsten Gebiete für Landwirtschaft und Besiedlungen. Manche lassen sich bis ins Proto-neolithische und Neolithikum zurückverfolgen. Die Ebene von Pasargadae liegt im Norden des Tang-i Hana und südlich des Tang-i Bolaghi und ist eines der größeren Täler mit 25 km Länge und 12 km Breite.[3]

Kur ist der wichtigste Fluss der ganzen Ebene. Der Damm Doroudzan, von dem der Kur abfließt, wurde für den optimalen Nutzen des Wassers gebaut. Das Reservoir kann 960 Millionen Kubikmeter fassen und wird für die Produktion von Elektrizität, für die Landwirtschaft und die Industrie verwendet. Der Kur spielt eine wichtige Rolle für die Landwirtschaft und den Lebensunterhalt der Bewohner in der Ebene. Die Mehrheit ist in der Landwirtschaft tätig, die von der Bewässerung durch den Kur abhängig ist.[1.1]

Geschichte

Die Flussebene des Kur ist über archäologische Zeugnisse seit dem 7. Jahrtausend v. Chr. bewohnt. Eines der ältesten Zeugnisse stammt von der Ausgrabungsstätte Tall-e Mushki.[5][6]

Geologische Untersuchungen und Klimadaten zeigen, dass die heutigen Konditionen des Wetters in der Ebene des Kur denjenigen während der Zeit der Achämeniden ähneln. Bereits vor 2500 Jahren war es ausschlaggebend, das Wasser kontrollieren können und den Bedürfnissen anzupassen. Die achämenidische Gesellschaft nutzte die ökologischen Möglichkeiten der Region, indem sie Dämme, Wehre, Becken, Auffangbecken und Kanäle bauten, um Oberflächengewässer zu kontrollieren und sie in den Boden zu leiten. Überlieferte künstliche Strukturen aus verschiedenen Zeitrepochen tragen Namen wie Band-e-Dokhtar, Bard Burideh II, Band-e-Bas II, die Kanäle Rahmat Mountain, Koh-e-Rahmat, Koh-e-Qondashloo, Koh-e-Ayyub und Qondashloo Mountain. Es gibt den Asiyab Damm und das Aquädukt Dezhabad-Amir. Für die Datierung wird die Präzision und das Geschick bei der Ausführung der behauenen Steine und die Verwendung von Schwalbenschwanzklammern untersucht sowie Vergleiche mit ähnlichen Strukturen angestellt. Die Strukturen zeigen die Existenz fortschrittlicher Techniken und in Bezug auf Abmessungen und Größe, dem Arbeitsaufwand und den Materialien, dass sie mit der Unterstützung und Investitionen der jeweiligen Regierung gebaut wurden.[4]

Die Verwaltungstexte von Persepolis aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. weisen eine große Menge von landwirtschaftlichen Produkten im Flussgebiet des Kur aus. Gemäß den Texten haben sich die Bewohner der Gegend vor allem von landwirtschaftlichen Produkten ernährt. Manche der Erzeugnisse konnten nur mit Hilfe von Bewässerungen erreicht werden. Zusätzlich hatte die Umsetzung von Bewässerungsprojekten es ermöglicht, Baumschulen, Obstgärten und die bekannten Persischen Gärten anzulegen.[4]

Literatur

  • Tijs De Schacht, Morgan De Dapper, Ali Asadi, Yves Ubelmann, Rémy Boucharlat: Geoarchaeological study of the Achaemenid dam of Sad-i Didegan (Fars, Iran). In: Géomorphologie: Relief, Processus, Environnement. Band 18, Nr. 1. 2012. (https://journals.openedition.org/)
  • Amir Asadi Vaighan, Nasser Talebbeydokhti, Alireza Massah Bavani: Assessing the impacts of climate and land use change on streamflow, water quality and suspended sediment in the Kor River Basin, Southwest of Iran. In: Environmental Earth Science. Band 76, Artikel 543. Springer Verlag 2017. (link.springer.com)
  • Marzieh Mokarram, Saeid Negahban, Vahideh Shaykhi: Investigation and zoning of pollution impact of contaminated water of Kor River. In: Journal of Nature Environmental Hazards. Band 29, Nr. 3. University of Sistan and Baluchestan. Zahedan 2021, S. 107–124. (jneh.usb.ac.ir)
  • Farshad Miri, Mossayeb Amiri: Water Supply Systems of the Kur River Basin in the Achaemenid Period. In: Parseh Journal of Archaeological Studies. Band 28. Teheran 2024, S. 203–236. (journal.richt.ir)

Einzelnachweise

  1. Amir Asadi Vaighan, Nasser Talebbeydokhti, Alireza Massah Bavani: Assessing the impacts of climate and land use change on streamflow, water quality and suspended sediment in the Kor River Basin, Southwest of Iran. In: Environmental Earth Science. Band 76, Artikel 543. Springer Verlag 2017.
    1. a b c d e S. 2 von 18.
  2. Abbas Alizadeh, Mohsen Zeidi, Alireza Askari, Lili Niakan, Ali Atabaki: Excavations at Tall-e Bakun A and B, Jari A and B, and Mushki: Reconstruction of the Prehistoric Environment in Marvdasht. Iranian Prehistoric Project. Oriental Institute 2003–2004 Annual Report. Chicago 2004, S. 95–107, hier S. 95. (isac.uchicago.edu)
  3. a b Tijs De Schacht, Morgan De Dapper, Ali Asadi, Yves Ubelmann, Rémy Boucharlat: Geoarchaeological study of the Achaemenid dam of Sad-i Didegan (Fars, Iran). In: Géomorphologie: Relief, Processus, Environnement. Band 18, Nr. 1. 2012.
  4. a b c Farshad Miri, Mossayeb Amiri: Water Supply Systems of the Kur River Basin in the Achaemenid Period. In: Parseh Journal of Archaeological Studies. Band 28. Teheran 2024, S. 203–236.
  5. Lloyd Weeks, Karim Alizadeh, Lily Niakan, Kourosh Alamdari, Mohsen Zeidi, Alireza Khosrowzadeh, Bernadette McCall: The Neolithic Settlement of Highland SW Iran: New Evidence from the Mamasani District. In: Iran. Band 44. 2006, S. 1–31, hier S. 18, Figur 12. (jstor.org)
  6. Yoshihiro Nishiaki: MUSHKI, TALL-E. In: Ehsan Yarshater (Hrsg.): Encyclopædia Iranica. 10. Januar 2014 (englisch, iranicaonline.org [abgerufen am 13. Dezember 2025] mit Literaturangaben).
  7. Judith A. Lerner: BAND-E AMĪR (1). In: Ehsan Yarshater (Hrsg.): Encyclopædia Iranica. 26. Oktober 2016 (englisch, iranicaonline.org [abgerufen am 13. Dezember 2025] mit Literaturangaben).