Krupp Baunummern 1733 und 2467

Krupp Baunummern 1733 und 2467
Werkfoto von Krupp
Nummerierung: PIE 60
Zeche Friedrich Heinrich 9
Anzahl: 2
Hersteller: Krupp
Fabriknummern 1733, 2467
Baujahr(e): 1938, 1942
Ausmusterung: bis 1966
Bauart: E h2t
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Fester Radstand: 2700 mm
Gesamtradstand: 5400 mm
Dienstmasse: 85 t
Reibungsmasse: 85 t
Radsatzfahrmasse: 17 t
Treibraddurchmesser: 1200 mm
Steuerungsart: Heusinger
Zylinderanzahl: 2
Zylinderdurchmesser: 630 mm
Kolbenhub: 600 mm
Kesselüberdruck: 14 bar
Rostfläche: 2,76 m²
Überhitzerfläche: 49 m²
Verdampfungsheizfläche: 137,5 m²
Wasservorrat: 10 m³
Brennstoffvorrat: 3 t
Bremse: Druckluftbremse Bauart Knorr, Handbremse

Die normalspurigen Tenderlokomotiven mit den Baunummern 1733 und 2467 waren zwei 1938 und 1942 von Krupp gelieferte Industrielokomotiven der Bauart E h2t. Die Lokomotive mit der Baunummer 1733 wurden an die Ilseder Hütte mit der internen Bezeichnung M und später bei der Peine–Ilseder Eisenbahn als 60 im schweren Erzverkehr eingesetzt. Die Lokomotive mit der Baunummer 2467 wurde 1942 bei der Zeche Friedrich Heinrich für den schweren Kohleverkehr verwendet.

Die Lokomotiven waren bis 1966 in Betrieb und wurden anschließend verschrottet.

Geschichte

Peine-Ilseder-Eisenbahn 60

1938 wurde bei Krupp diese Lokomotive mit der Fabriknummer 1733 beschafft, die zunächst an das Peiner Walzwerk geliefert wurde und dort die interne Bezeichnung M bekam.[1.1]

Die Lokomotive sollte den Kohleverkehr zur Kokerei in Ilsede[2.1] und den Erzverkehr zur und von der Ilseder Hütte bewältigen.[2.2] Die bisher eingesetzten Lokomotiven waren vierachsige Industrielokomotiven von Hanomag, die für den steigenden Verkehr nicht mehr ausreichten.

Die Maschine war die stärkste Lok in Ilsede und übernahm Erzzüge nach Salzgitter, Dörnten, Lengede, Broistedt und Bülten, Kohleverkehre zum Hafen sowie Schlacke- und Flüssigeisentransporte für die Ilseder Hütte.[1.2] Da vor dem Zweiten Weltkrieg keine weitere Lokomotivbeschaffung mehr möglich war, folgte erst 1953 die PIE 61 von Henschel.

Nach dem Krieg wurde die Lokomotive bei der Peine-Ilseder Eisenbahn eingegliedert und als PIE 60 bezeichnet. Ihr Aussehen wurde durch das Hinzufügen von Windleitblechen und Schutzblechen über der Kreuzkopfführung verändert, ferner wurden noch weitere Umbauten durchgeführt. Die beiden E-gekuppelten Lokomotiven, die größten der Ilseder Hütte, waren für ihre angestammten Dienste lange Zeit unabkömmlich, bis die Verdieselung in Form der MaK 800 D bis 1962 erfolgte.[3] Dann wurde die Lokomotive 60 ausgemustert und kurz darauf verschrottet.

Zeche Friedrich-Heinrich 9

Zusammen mit einer Lokomotive des Typs Hohenzollern Typ Westfalen (Nr. 2) und zwei Lokomotiven des Hohenzollern Typ Lintfort (Nr. 3 und 7) versah die Lokomotive mit der Baunummer Krupp 2467 bei der Zeche Friedrich Heinrich Dienst mit weiteren drei- und vierfach gekuppelten Lokomotiven. Die Lokomotive wurde 1942 beschafft und erhielt die Betriebsnummer 9. Die Lokomotive, die als eine der letzten vor den Kriegslokomotiven beschafft war, beförderte schwere Züge mit Kohle und Koks auf dem Streckennetz bis zum Bahnhof in Rheinkamp.[1.3]

Nach der Ablösung durch Diesellokomotiven der Bauart Henschel DHG 1200 BB wurde die Lokomotive 9 überflüssig und bis 1966 ausgemustert.

Konstruktion

Die Lokomotive war mit Kesselaufbauten nach dem Vorbild der Einheitslokomotiven modern gebaut. Das Führerhaus besaß fest verglaste Seitenfenster und hatte einen großen Lüftungsaufbau.

Die fünf Achsen wurden in einem Blechrahmen gelagert. Ursprünglich waren die erste sowie die fünfte Achse seitenverschiebbar. Der feste Achsstand betrug 2700 mm. Diese Achsausführung wurde nach Beschaffung der PIE 61 mit Beugniot-Hebel zwischen erster und zweiter sowie vierter und fünfter Achse geändert, was eine Verbesserung der Laufeigenschaften brachte.[1.4]

Der Kessel mit einem Dampfdruck von 14 bar bestand aus drei Schüssen, auf dem ersten saß der erste Sanddom, auf dem zweiten der Dampfdom und auf dem dritten der zweite Sanddom. Ursprünglich konnten alle Räder von vorn und hinten besandet werden, was bei jedem Sanddom pro Seite fünf Sandfallrohre erforderte. Später waren nur noch vier Anschlüsse für die zweite sowie vierte Achse vorhanden. Alle Dome auf dem Kessel waren von derselben Form.

Auf dem Stehkessel saßen zwei Sicherheitsventile. Auf der Rauchkammer, quer vor dem Schornstein, war ein Oberflächenvorwärmer platziert. Der Kessel entwickelte eine Leistung, bei der auf einer Steigung von 10 ‰ eine Last von 1500 t mit 15 km/h befördert werden konnte. Damit konnte etwa 35 % mehr Leistung als gegenüber den vorhandenen Loks erbracht werden.[1.4]

Vorhanden waren eine Druckluftbremse, (die Luftpumpe hatte ihren Platz links neben der Rauchkammer), elektrische Beleuchtung, (der Turbodynamo saß auf dem Kessel mittig hinter dem Schornstein) und ein Druckluftläutewerk hinter dem Schornstein auf der rechten Seite.

Siehe auch

Literatur

  • Wolfgang Fiegenbaum, Ingo Hütter, Schwere Brocken, regelspurige E-Tenderlokomotiven, Band 4, Wolfgang Herdam Fotoverlag, Quedlinburg-Gernrode 2022, ISBN 978-3-933178-46-6, Seiten 165–183
  • Carsten Watsack, Die Eisenbahnen der Ilseder Hütte, Verlag Carsten Watsack, Bad Honnef, 2005, ISBN 3-935944-02-0

Einzelnachweise

  1. Wolfgang Fiegenbaum, Ingo Hütter, Schwere Brocken, regelspurige E-Tenderlokomotiven, Band 4, Wolfgang Herdam Fotoverlag, Quedlinburg-Gernrode 2022, ISBN 978-3-933178-46-6
    1. S. 165
    2. S. 171
    3. S. 182
    4. a b S. 172
  2. Carsten Watsack, Die Eisenbahnen der Ilseder Hütte, Verlag Carsten Watsack, Bad Honnef, 2005, ISBN 3-935944-02-0
    1. S. 67
    2. S. 96
  3. Internetseite über die MaK 800 D auf www.loks-aus-Kiel mit Erwähnung der Loks für die Ilseder Hütte