Kronheimer-Mrowka-Basisklasse

Die Kronheimer-Mrowka-Basisklassen sind in der Donaldson-Theorie spezielle Kohomologieklassen der zweiten Kohomologie einer einfach zusammenhängenden glatten 4-Mannigfaltigkeit, welche die Donaldson-Polynome festlegen. Eingeführt wurden diese von Peter Kronheimer und Tomasz Mrowka in zwei Papern aus den Jahren 1994 und 1995.

Beschreibung

Für eine glatte 4-Mannigfaltigkeit sind dessen Donaldson-Invarianten eine ganze Zahl und Abbildungen (in halbe ganze Zahlen), welche sich zum Donaldson-Polynom kombinieren:[1][2]

Peter Kronheimer und Tomasz Mrowka führten die Bedingung des Kronheimer-Mrowka-einfachen Typs (KM-einfachen Typs) ein, welche hinreichend ist um die einzelnen Donaldson-Invarianten aus ihrem gemeinsamen Donaldson-Polynom zu erhalten. Für eine KM-einfache Mannigfaltigkeit gibt es dann Kohomologieklassen , genannt Kronheimer-Mrowka-Basisklassen (KM-Basisklassen), sowie rationale Zahlen , genannt Kronheimer-Mrowka-Koeffizienten (KM-Koeffizienten), sodass:

für alle . Zudem gilt für alle Kronheimer-Mrowka-Basisklassen.[3][4][5]

Obwohl diese Reduktion der unendlichen Summe des Donaldson-Polynoms auf eine endliche Summe im Frühling 1994 eine starke Vereinfachung in der Donaldson-Theorie darstellte, wurde diese im Herbst 1994 durch die Entwicklung der Seiberg-Witten-Theorie überholt. Edward Witten, vorgestellt in einem Vortrag am MIT, leitete daraufhin aus rein physikalischen Überlegungen die Vermutung ab, dass Kronheimer-Mrowka-Basisklassen genau den Träger der Seiberg-Witten-Invariante bilden (also genau die ersten Chern-Klassen von Spinᶜ-Strukturen mit nicht verschwindender Seiberg-Witten-Invariante sind) sowie ihre Kronheimer-Mrowka-Koeffizienten dann bis auf einen topologischen Faktor genau deren Seiberg-Witten-Invarianten sind. Genauer ist eine kompakte zusammenhängende einfach zusammenhängende orientierbare glatte 4-Mannigfaltigkeit mit ungerade genau dann von Kronheimer-Mrowka-einfachem Typ wenn sie von Seiberg-Witten-einfachem Typ ist (also nicht verschwindende Seiberg-Witten-Invarianten nur von nulldimensionen Seiberg-Witten-Modulräumen kommen, wobei dann ihre Punkte mit Vorzeichen aus der Orientierung gezählt werden). In diesem Fall ergibt sich das Donaldson-Polynom als:[6]

Literatur

Einzelnachweise

  1. Kronheimer & Mrowka 1994, S. 3
  2. Naber 11, p. 399
  3. Kronheimer & Mrowka 94, Proposition 3
  4. Kronheimer & Mrowka 95, Theorem 1.7
  5. Naber 11, Theorem A.5.1
  6. Naber 11, S. 400