Kriegerdenkmal (Dahn)
| Kriegerdenkmal | ||
|---|---|---|
Zur Marktstraße hin gerichtete Seite des Denkmals | ||
| Daten | ||
| Ort | Dahn | |
| Architekt | Fritz Korter | |
| Bauherr | Kriegerverein Dahn | |
| Baujahr | 1934 | |
| Koordinaten | 49° 9′ 5,5″ N, 7° 46′ 41,7″ O | |
Das Kriegerdenkmal ist ein Bauwerk in Dahn. Es steht unter Denkmalschutz.
Lage
Das Bauwerk befindet sich auf der Ostseite der örtlichen Marktstraße, die mit der Bundesstraße 427 identisch ist, an der Ecke zur Schulstraße, zugleich Kreisstraße 39. Unmittelbar östlich steht der Marktbrunnen.
Beschreibung
Das Denkmal wurde aus rotem Sandstein errichtet. Es zeigt einen Soldaten mit Helm und freiem Oberkörper auf einem sich aufbäumendem Pferd, der in der linken Hand ein Banner hält und in der rechten ein Schwert. Auf der Schmalseite des Sockels unter der Skulptur sind übereinander die Jahreszahlen 1914 und 1918 eingemeißelt, dazwischen ein Tatzenkreuz.
Geschichte
An dem Standort befand sich bis 1905 das Haus des Bürgers Anton Forler und bildete seinerzeit das nördliche Ende des Marktplatzes.[1] In der Folgezeit strebte der örtliche Kriegerverein die Errichtung eines Denkmals für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs an. Der frei gewordene Platz an der Straßenecke Marktstraße/Neustraße[Anm. 1] war als Aufstellungpslatz naheliegend. Jedoch verzögerte die Hyperinflation das Vorhaben, sodass zunächst lediglich der Platz samt Mauern und Sitzen errichtet wurde. Am 10. November 1934 war das Kriegerdenkmal, das der Bildhauer Fritz Korter schuf, vollendet und wurde mit einer Feier eingeweiht.[2][3]
Auf zwei Gedenktafeln auf der Rückseite standen die Namen von 62 Gefallenen. Darunter waren zunächst auch die Namen von drei jüdischen Gefallenen, die jedoch bereits nach wenigen Tagen entfernt wurden, weil das Denkmal erst während des Dritten Reichs fertiggestellt worden war. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden sie wieder hinzugefügt.[4]
Typologie
Das Denkmal ist dem Typus des „Heldenhaften“ zuzuordnen, der oft weit ins Mythische überhöhte Krieger, charakterisiert durch manchmal auf kriegerische Attribute – Helm, Schwert – reduzierte Kleidung, begleitet von bäumendem Pferd oder sich verabschiedend von Gefährtin und bäuerlichem Leben. Varianten sind die in Pilaster integrierten „Helden“ der Nachbardenkmäler in Dietrichingen, Mauschbach und Hornbach. Diese drei Monumente sind besonders auffallend in der Darstellung der gemeinsamen Vorstellung vom „heldischen Krieger“.
Literatur
- Jürgen Kappenberg: Krieger-Ehrenmäler. Denkmale in der Westpfalz für Teilnehmer und Opfer der Kriege der letzten beiden Jahrhunderte – Ein mentalitätsgeschichtlicher Überblick. In: Stadt Dahn (Hrsg.): Mitteilungen des Historischen Vereins der Pfalz. 104. Band. Speyer 2006, S. 342 ff.
- Karl Kissel: Dahn – eine Chronik. Hrsg.: Stadt Dahn. Dahn 1999, ISBN 3-00-002205-8.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Karl Kissel: Dahn – eine Chronik. Dahn 1999, ISBN 3-00-002205-8, S. 203.
- ↑ Karl Kissel: Dahn – eine Chronik. Dahn 1999, ISBN 3-00-002205-8, S. 263 f.
- ↑ Wegpunkt 2: Gefallenendenkmal 1. Weltkrieg und Stürmerkasten. In: landjudentum-wasgau.de. Abgerufen am 18. Oktober 2025.
- ↑ Erster Weltkriegin Dahn. In: owg-dahn.de. Abgerufen am 18. Oktober 2025.
Anmerkungen
- ↑ Die heutige Schulstraße hieß damals „Neustraße“