Kraichtaler Bachaue-Wälder
Schonwald
„Kraichtaler Bachaue-Wälder“ | ||
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Der Oberöwisheimer Dorfbach fließt im Schutzgebiet | ||
| Lage | Kraichtal im Landkreis Karlsruhe, Baden-Württemberg, Deutschland | |
| Fläche | 48,6905 ha | |
| Kennung | 200324 | |
| Geographische Lage | 49° 8′ N, 8° 45′ O | |
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| Einrichtungsdatum | 20. August 2001 | |
| Verwaltung | Forstdirektion Freiburg | |
Das Gebiet Kraichtaler Bachaue-Wälder ist ein mit Verordnung vom 20. August 2001 durch die Körperschaftsforstdirektion Freiburg ausgewiesener Schonwald (Schutzgebiet-Nummer 200324) bei Kraichtal im Landkreis Karlsruhe in Baden-Württemberg.
Lage
Das Schutzgebiet ist in neun Teilgebiete aufgeteilt, die um die Gemeinde Kraichtal angesiedelt sind. Es grenzt an die Naturschutzgebiete Kleiner Kraichbach und Kraichbachniederung und liegt im Naturschutzgebiet Kraichbach- und Weiherbachaue. Es liegt im Landschaftsschutzgebiet Kraichgau und hat Anteil am FFH-Gebiet Mittlerer Kraichgau. Es liegt im Stadtwald Kraichtal auf Teilen der Flurstücke Nr. 656, 1584, 2387, 2570, 3640/1, 3648, 4466, 4466/1, 4467, 5773, 8370/1, 10415, 10426, 10456 und 10555. Es umfasst einen Teil der Abteilungen 5 und 6 des Distriktes 3 „Streit- und Pfannwald“, einen Teil des Distriktes 6 „Mettering“, einen Teil des Distriktes 7 „Binsenbusch“, einen Teil der Abteilung 6 des Distriktes 8 „Hohwald“, einen Teil des Distriktes 13 „Bechelmerbruch“, einen Teil des Distriktes 14 „Markbrunnen“, einen Teil des Distriktes 15 „In den Erlen“, einen Teil des Distriktes 16 „Erlenwald“, einen Teil der Abteilung 2 des Distriktes 18 „Wendelswald“.[1]
Im Schutzgebiet liegen sieben Biotope: Erlen-Eschenwald S Streitwald mit der Biotopnummer 268182151026, Quellbereich S Streitwald mit der Biotopnummer 268182151028, Pfannwaldsee S Streitwald mit der Biotopnummer 268182151031, Erlen-Eschenwald O Pfannwaldsee mit der Biotopnummer 268182151032, Schwarzerlenbestände im Wendelswald mit der Biotopnummer 268182151046, Bach- Eschenwald am Weiherbach O Münzesheim mit der Biotopnummer 268182151051, SW "Kraicht. Bachaue" Er-Es-wald Markbrunnen mit der Biotopnummer 268182151076 und SW "Kraicht. Bachaue" Sumpfwald im Bechel mit der Biotopnummer 268182151077.
Geologie
Der Untergrund besteht überwiegend aus feuchten Lößauen.
Vegetation
Im Schonwald kommen laut Waldbiotopkartierung die folgenden Pflanzen vor: Feldahorn, Spitzahorn, Berg-Ahorn, Kriechender Günsel, Knoblauchsrauke, Schwarz-Erle, Hänge-Birke, Sumpf-Segge, Blaugrüne Segge, Hänge-Segge, Wald-Segge, Gemeine Hainbuche, Großes Hexenkraut, Sumpf-Kratzdistel, Roter Hartriegel, Gemeine Hasel, Eingriffeliger Weißdorn, Rasen-Schmiele, Gewöhnlicher Dornfarn, Breitblättriger Dornfarn, Schachtelhalme, Gewöhnlicher Spindelstrauch, Gewöhnlicher Wasserdost, Rotbuche, Mädesüß, Gemeine Esche, Gewöhnliche Goldnessel, Waldmeister, Ruprechtskraut, Echte Nelkenwurz, Gundermann, Gemeiner Efeu, Stinkende Nieswurz, Sumpf-Schwertlilie, Gewöhnlicher Liguster, Minzen, Wald-Flattergras, Vielblütige Weißwurz, Pappeln, Hohe Schlüsselblume, Stieleiche, Kratzbeere, Brombeere, Schwarzer Holunder, Fuchssches Greiskraut, Kanadische Goldrute, Wald-Ziest, Winterlinde, Flatterulme, Große Brennnessel, Wald-Frauenfarn, Schmalblättriger Merk, Sumpfdotterblume, Bitteres Schaumkraut, Winkel-Segge, Echter Wurmfarn, Großes Springkraut, Wald-Sauerklee, Einbeere, Rote Lichtnelke, Wald-Zwenke, Flutender Schwaden, Gefleckte Taubnessel, Kleine Wasserlinse, Echte Trauerweide, Asch-Weide, Eisvogel, Feingliedriger Dornfarn, Schilfrohr, Hohltaube, Turteltaube, Aronstab, Dünnährige Segge, Kletten-Labkraut, Drüsiges Springkraut, Kleines Springkraut, Echter Hopfen, Echte Walnuss, Rohrglanzgras, Schlehdorn, Sumpf-Helmkraut, Sumpf-Ziest, Gewöhnlicher Schneeball, Bärlauch, Schwarznuss, Sal-Weide, Bruch-Weide, Wolliger Schneeball, Alpen-Ruchgras, Gewöhnliches Ruchgras, Echte Zaunwinde, Zweigriffeliger Weißdorn, Gemeiner Hohlzahn, Waldgeißblatt, Gewöhnlicher Blutweiderich, Bastard-Schwarz-Pappel, Vogelkirsche, Eisenhutblättriger Hahnenfuß, Rote Johannisbeere, Himbeere, Silber-Weide, Salbei-Gamander, Pirol, Faulbaum.
Im Biotop Erlen-Eschenwald O Pfannwaldsee wurden bei einer Zählung im Jahr 2024, die von der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg durchgeführt wurde, die Vogelart Turteltaube gefunden. Diese Art ist von der LUBW als stark gefährdet eingestuft.
Schutzzweck
Der Schutzzweck des Schonwalds ist gemäß Schutzgebietsverordnung
- die Erhaltung, Förderung und Verjüngung der standortstypischen und naturnahen erlenreichen Wälder auf Quellsumpf- und Bachauestandorten mit ihren Kontaktgesellschaften, die zahlreiche bedrohte Tier- und Pflanzenarten beheimaten.
Betreuung
Wissenschaftlich betreut wird der Bannwald durch die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA).
Siehe auch
Weblinks
- Steckbrief des Schonwaldes im Schutzgebietsverzeichnis der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg mit Verordnung, Datenauswertebogen und Karte
- https://www.kraichgau-stromberg.de/poi/pfannwaldsee
- https://www.komoot.com/de-de/highlight/619064
- https://www.schwarzwald-tourismus.info/touren/jubilaeums-tour-kraichtal-0f162f8a74