Korvatunturi

Korvatunturi
Höhe 486 m
Lage Lappland, Finnland, Russland
Koordinaten 68° 4′ 27″ N, 29° 19′ 35″ O
Typ Fjell
f6

Korvatunturi (finnisch), Korwatunturi (russisch Корватунтури) oder Pellja/Pelljaivueiʹvv (skoltsamisch) ist ein 486 Meter hohes Fjell[1] im finnischen und russischen Teil Lapplands.

Lage

Der Berg mit drei Gipfeln liegt an der Grenze zwischen Finnland und Russland, wobei der Grenzstreifen über den Hauptgipfel in der Mitte verläuft. Der östliche Gipfel (464 m) liegt vollständig auf russischer,[2] der westliche (411 m) auf finnischer Seite.[3]

Die westliche Seite des Berges gehört zur Gemeinde Savukoski in der Landschaft Lappland (Finnland) in Finnland. Die östliche Seite gehört zu Werchnetulomski, eine Siedlung städtischen Typs in der Oblast Murmansk in Russland.

Malaja Korwatundra

Der 376 Meter hohe Berg Malaja Korwatundra (Малая Корватундра, finnisch Pieni Korvatunturi) liegt etwa drei Kilometer östlich von Korvatunturi in Russland.[3]

Tourismus

Die finnische Seite des Berges ist Teil des Nationalparks Urho Kekkonen und gehört zum Natura 2000-Schutzgebiet UK-puisto-Sompio-Kemihaaran.

Um den Berg von Finnland aus zu besteigen, benötigt man eine Erlaubnis des finnischen Grenzschutzes.[4][1][5] Nur Wanderwege, aber keine Straßen, erschließen das Gebiet auf der finnischen Seite.[6] Ein Ausgangspunkt für eine 40 km lange Wanderung ist Kemihaara.[4]

Auf der russischen Seite untersteht der Grenzabschnitt im Gebiet Korvatunturi der Militärkommandantur von Kowdor, bei der ein Passierschein beantragt werden muss. Ausgangspunkt für einen Besuch des Berges ist dann die gleichnamige Stadt Kowdor.[7]

Name

Der Berg liegt im ursprünglichen skoltsamischen Siedlungsgebiet, genauer in der ehemaligen Siida von Suõʹnnʼjel (russisch Songelski pogost/Сонгельский погост, finnisch Suonikylä). Und sein Name ist seit 1740 als Pelja (skoltsamisch) bzw. Korfwa (finnisch) belegt.[8]

Der heute im Finnischen offizielle Name Korvatunturi ist eine Wortzusammensetzung mit dem Grundwort „Fjell“ (finnisch tunturi). Das Bestimmungswort korva bedeutet im Finnischen „Ohr“.[9] Auch im Russischen wird der finnische Name verwendet: Korwatunturi (Корватунтури).[3] Eine Variante mit dem russischen Bestimmungswort tundra (тундра) – das im Sprachgebrauch der Gegend finnisch tunturi „Fjell“ entspricht und nicht Tundra – ist Korwatundra (Корватундра).[10]

Der ursprüngliche Name des Berges ist Skoltsamisch, wo er heute Pellja oder Pelljaivueiʹvv lautet. Die erste Form ist die Mehrzahl der Verniedlichungsform, also „Öhrchen“. Die zweite enthält das Bestimmungswort vueiʹvv „Kopf“, also „Öhrchenkopf“. Diese Namen beziehen sich auf die markante Form des Fjells. Aus einer bestimmten Richtung gesehen, wirken zwei seiner Gipfel wie die Ohren eines Raubtiers (während der dritte Gipfel hinter ihnen verborgen bleibt). Eine ähnliche Namensgebung ist auch aus anderen samischen Sprachen bekannt, z. B. für das Fjell Beallját „Kleine Ohren“ (norwegisch Skipskjølen), den höchsten Punkt im Nationalpark Varangerhalvøya.[11]

Die finnischen und russischen Namen wären demnach Lehnwörter oder Lehnübersetzungen. Auch ins Nordsamische wird der Name des Bergs als Bealljeduottar – entsprechend Finnisch Korvatunturi „Ohrfjell“ – übersetzt.[12]

Grenze

In den Friedensverträgen von Dorpat 1920 wurde die Grenze zwischen Sowjetrussland (später Sowjetunion) und Finnland als gerade Linie von Korvatunturi nach Nordosten bis zur Fischerhalbinsel am Eismeer gezogen, und Finnland übernahm das dazwischenliegende, vorher zu Russland gehörende Gebiet von Petschenga (finnisch Petsamo). Im Waffenstillstand von Moskau 1944 musste Finnland dieses Gebiet – der linke Arm der Jungfrau Finnland – wieder an die Sowjetunion abtreten.

Weihnachtsmann

Nach einem Weihnachtsmärchen des in den 1920ern populären finnischen Rundfunksprechers Markus Rautio von 1927 und dem 1981 auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellten Kinderbuch von Mauri Kunnas[13] lebt im Inneren des Berges – konkret an den Koordinaten N 68°04′25″ E 029°18′55″ (N68 04.417 E029 18.917) der Weihnachtsmann (finnisch joulupukki) mit seinen Rentieren und seinen Helfern, den Wichteln (Einzahl tonttu).

Auf Grund der steigenden Popularität und Bekanntheit der Region plante man, dort einen weihnachtlichen Themenpark zu errichten. Da der Berg jedoch in einem großen Schutzgebiet liegt, wurde ein entsprechender Park – das heutige Weihnachtsmanndorf bei der Stadt Rovaniemi, etwa 238 Kilometer vom Korvatunturi entfernt – angelegt.

Um Briefe an den Weihnachtsmann entgegenzunehmen, wurde für den Ort Korvatunturi (auch Korvatunturi-Savukoski[14]) ein Weihnachtspostamt mit der Postleitzahl 99999 eingerichtet. Die Briefe werden an das Hauptpostamt des Weihnachtsmanns (Tähtikuja 1, 96930 Napapiiriin) im Weihnachtsmanndorf bei Rovaniemi weitergeleitet.[1]

Ausgehend von Rautios Originalgeschichte entstand 2010 unter der Regie von Jalmari Helander die finnische Horror-Komödie Rare Exports – Eine Weihnachtsgeschichte.

360 Grad Panorama vom Korvatunturi
Commons: Korvatunturi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c Korvatunturi. In: lapinkavijat.rovaniemi.fi. Lapin yliopisto, abgerufen am 4. Januar 2026 (finnisch).
  2. Сопка Корватунтури Wikimapia (russisch)
  3. a b c Корватунтури Кольские карты (russisch)
  4. a b Kemihaara–Korvatunturinmurusta retkeilyreitti. In: luontoon.fi. Metsähallitus, abgerufen am 4. Januar 2026 (finnisch).
  5. Danny Robbins: Meeting Father Christmas In: Danny Robbins’ Indie Travel Guide, BBC. Abgerufen am 4. Januar 2026 (englisch). 
  6. Hiking. In: Savukoski Wilderness Travel. Archiviert vom Original am 29. September 2013; abgerufen am 4. Januar 2026 (englisch).
  7. Василий Дятлов; Андрей Замахин (фото): Дед Мороз умчится - прямо на границу. In: Журнал «Итоги». Band 52/394, 30. Dezember 2003 (russisch).
  8. T. I. Itkonen: Wörterbuch des Kolta- und Kolalappischen. Suomalais-Ugrilainen Seura, Helsinki 1958, 1004 (deutsch, finnisch, sgr.fi).
  9. Joachim Böger, Helmut Diekmann, Hartmut Lenk, Caren Schröder, Aino Kärnä: Suomi-saksa-suomi sanakirja. WSOY, Helsinki 2000, 170.
  10. Александр Ульянов: Савукоски и гора Кивитунтури. In: fennica.pohjoiseen.fi. Abgerufen am 4. Januar 2026 (russisch).
  11. Samuli Aikio: Korvatunturi. In: Sirkka Paikkala (Hrsg.): Suomalainen paikannimikirja. Kotimaisten kielten keskus, Helsinki 2007, ISBN 978-952-5446-96-8, S. 181 (finnisch, kotus.fi [PDF]).
  12. Urho Kekkonena álbmotmeahci oaidnámušat. In: luontoon.fi. Metsähallitus, abgerufen am 4. Januar 2026 (sme).
  13. Mauri Kunnas: Wo der Weihnachtsmann wohnt. Friedrich Oetinger, Hamburg 1982, ISBN 3-7891-6090-3.
  14. Lähetä terveiset Joulupukille. In: korvatunturi.fi. Abgerufen am 4. Januar 2026 (finnisch).