Jungfrau Finnland

Jungfrau Finnland, originalsprachlich Suomi-neito (finnisch) oder Finlands mö (schwedisch), ist die nationale Personifikation Finnlands.

In der Kunst wird sie meist als junge Frau mit wallendem blonden Haar und blauen Augen, gewandet in blau und weiß, den Farben der finnischen Flagge, dargestellt. Sie wurde erstmals im 18. Jahrhundert noch unter dem Namen Aura (nach dem Fluss Aura) poetisch-allegorisch als Tochter der Svea, der Personifikation Schwedens, dargestellt und wurde unter dem Namen Suomi-neito bzw. Finlands mö zu einer Symbolfigur der im 19. Jahrhundert unter russischer Herrschaft erwachenden finnischen Nationalromantik. Gelegentlich wurde sie seitdem auch mit der im finnischen Nationalepos Kalevala erwähnten mythischen Jungfrau Aino gleichgesetzt.

Im Sinne eines Vexierbildes wird „Jungfrau Finnland“ auch auf die geographische Gestalt des Landes bezogen, wie sie sich auf der Landkarte darstellt: Mit etwas Fantasie lässt sich eine vollschlanke Frau erkennen.[1] Nordlappland mit Inari und Utsjoki stellt in dieser Deutung den Kopf der Jungfrau dar, Enontekiö den rechten erhobenen Arm. Deshalb wird das Gebiet in Finnland Käsivarsi oder Käsivarren Lappi (finnisch) bzw. Finska armen oder (hist.) Lapska armen (schwedisch) genannt.

Ihren zweiten Arm, die Gegend um Petschenga (finnisch Petsamo) erhielt die Jungfrau Finnland in den Friedensverträgen von Dorpat 1920, als die Grenze zwischen Sowjetrussland (später Sowjetunion) und Finnland als gerade Linie zwischen Korvatunturi und der Fischerhalbinsel am Eismeer gezogen wurde und Finnland das dazwischenliegende, vorher zu Russland gehörende Gebiet übernahm. Nach der Niederlage im Fortsetzungskrieg musste Finnland im Waffenstillstand von Moskau 1944 dieses Gebiet wieder an die Sowjetunion abtreten; es ist heute russisches Staatsgebiet. Der linke Arm wird daher heute angewinkelt dargestellt.[2]

Einzelnachweise

  1. Nordische familie. Das Gefühl freundlicher Rivalität. In: finland.fi. Ministerium für auswärtige Angelegenheiten Finnlands, abgerufen am 31. August 2023: „der Grund dafür ist u. a. die Gestalt Finnlands auf der Landkarte“
  2. Beispiele: Abbildung (cometofinland.fi) und Abbildungen (i.pinimg.com).