Komturei Memel
Die Komturei Memel war von ihrer Gründung 1253 bis 1328 eine Kommende des Livländischen Ordens und dann bis 1525 des Deutschen Ordens. Sitz der Komturei war die Memelburg in Memel, dem heutigen Klaipėda.
1253 wurde die Memelburg vom Livländischen Orden – einem Ordenszweig des Deutschen Ordens – am Kurischen Haff als südlichster Außenposten errichtet. Die Gründung der Komturei fällt vermutlich in dieselbe Zeit, da bereits im Februar 1253 ein Komtur genannt wird.[1] Zum ersten Komtur von Memel wurde Bernhard von Haren, der bisherige Vogt von Goldingen, ernannt.[2]
Ziel war langfristig die Eroberung heidnischer Ländereien und damit die Errichtung einer Landverbindung zwischen dem Ordensgebiet des Livländischen (Norden) und des Deutschen Ordens (Süden). Zunächst sollte jedoch der intensive Kampf des Deutschen Ordens gegen die heidnischen Semba unterstützt werden, indem sie von Unterstützung und Nachschub aus Samogitien abgeschnitten werden.
1328 wurde die Komturei an den Deutschen Orden übertragen.[1]
Mit dem Ende des Deutschen Ordens und seiner Transformation zum weltlichen Herzogtum Preußen im Jahre 1525 wurde auch die Komturei Memel aufgelöst.[3]
Komture von Memel
- 1253–1255: Bernhard von Haren
- 1255–: Gerhard von Hirzberg
- 1258–: Bernhard
- 1291–: Gottfried
- 1300–: Eckart
- 1304–: Detmar
- 1365–: Wolf
- 1374?–1376: Konrad von Kunseckeln
- 1376–1377: Bertold von Molheim
- 1377–1379: Bruno
- 1380?–1389: Marquard von Raschau (auch Rassow)
- 1392: Johann von Pfirten
- 1393?–1398: Johann von Lichtenstein
- 1398–1402: Johann von Egloffstein
- 1402–1404: Wilhelm von Rosenberg
- 1404–1412: Ulrich Zenger
- 1412–1414: Heinrich Schabe
- 1414–1415: Eberhart von Waldenfels
- 1415–1416: Friedrich von Moßbach (auch Motzbach)
- 1416–1420: Heinrich Schabe
- 1420–1425: Johann von Erlebach
- 1425–1426: Vinzenz von Wirsberg
- 1430–1434: Johann von Trachnau
- 1434–1437: Hans von Reibenitz
- 1437–1447: Wentzel von Vladicheim
- 1447–1449: Heinrich von Richtenberg
- 1453–: Johann Hetzel von Zässingen (auch Czeschingen)
- 1458–: Johann Hetzel von Zässingen
- 1459–1465: Otto von Hoekelum (auch Hockeln)
- 1466–1472: Johann von der Sunger (auch Sänger)
- 1473–1474: Johann von der Sunger
- 1474–1476: Johann von Tiefen
- 1480–1483: Hans Scherffgen von Mohrenhoff (auch Scherffchen)
- 1483–1485: Otto von Drauschwitz
- 1490–1497: Heinrich von Seben (auch Szeben)
- 1498–1516: Michel von Schwaben
- 1519–1525: Erich von Braunschweig-Wolfenbüttel
Siehe auch
Literatur
- Lutz Fenske & Klaus Militzer (Hg.): Die Ritterbrüder im livländischen Zweig des Deutschen Ordens. Böhlau, Köln, 1993, ISBN 3-412-06593-5, ISBN 978-3-412-06593-5, S. 765–766.
- Johannes Sembritzki: Geschichte der Königlich-Preussischen See- und Handelsstadt Memel. 2. Auflage. F.W. Siebert, Memel 1926.
- Johannes Voigt: Namen-Codex der deutschen Ordensbeamten, Hochmeister, Landmeister, Großgebietiger, Komthure, Pfleger, Hochmeister-Kompane, Kreuzfahrer und Söldner-Hauptleute in Preussen. Der Ritter-Orden S. Mariä des Deutschen Hauses zu Jerusalem in Preussen. Bornträger, Königsberg 1843, OCLC 162979307, S. 36–37 (digitale-sammlungen.de [abgerufen am 28. September 2025]).
- GenWiki: Komturei Memel. 28. Januar 2011, abgerufen am 28. September 2025.
Einzelnachweise
- ↑ a b Karl W. von Löwis of Menar: Zur Baugeschichte der Komtureien des Deutschen Ordens in Kurland. In: Kurländische Gesellschaft für Literatur und Kunst (Hrsg.): Sitzungsberichte der kurländischen Gesellschaft für Literatur und Kunst und Jahresbericht des kurländischen Provinzialmuseums aus dem Jahre 1895. J. F. Steffenhagen und Sohn, Mitau 1896, S. 43–45.
- ↑ Inga Baranauskienė: Durbės mūšis. Istorija, priežastys, pasekmės. Archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 9. Juli 2012; abgerufen am 5. Oktober 2025 (litauisch).
- ↑ Richard Meyer: Das Memelland. Hrsg.: Der Göttinger Arbeitskreis (= Schriftenreihe. Heft 12). Holzner, Kitzingen 1952, S. 21.