Kolstad (Trondheim)

Kolstad (von norrønt Kolsstaðir) ist eines der Stadtviertel im Stadtteil Heimdal im Südwesten der Kommune Trondheim. Der Bezirk grenzt im Süden an Heimdal und Saupstad, im Westen an Huseby, im Norden an Flatåsen und im Osten an Bjørndalen und Tonstad. Kolstad ist eines der am dichtesten besiedelten Gebiete der Kommune, die ansonsten aus den Gebieten Saupstad und Huseby besteht. Das Gebiet wurde Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre als Vorort entwickelt und besteht heute aus niedrigen Gebäuden mit Höfen und Grünflächen.

Im täglichen Sprachgebrauch unterscheiden die meisten Menschen nicht zwischen den Namen Kolstad und Saupstad, da die Grenzen fließend sind und Orte mit beiden Namen ineinander übergehen. Beide Namen stammen von ehemaligen Bauernhöfen, die sich in der Gegend befanden.

Geschichte

Der Hof Kolstad wurde erstmals 1519 erwähnt und 1647 in zwei Höfe aufgeteilt, die beide dem Bakke Kloster gehörten. Ab Anfang des 18. Jahrhunderts gehörte der Hof der Familie Wisløff und ab 1727 war er im Besitz des Kaufmanns Thomas Møllmann (1686–1762). Nach Møllmanns Tod übernahm sein Schwiegersohn, Ratsherr Hilmar Meincke (1710–1771), den Hof. Zwei Jahre nach Meinkes Tod wurde der Hof an Ratsherrin Abel Margrethe Wide verkauft. Sie teilte Kolstad in mehrere Höfe auf, die sie an Bauern verkaufte. Zu Kolstad grhörten außerdem die Höfe Furuhaugen, Kolstadhaugen, Kolstadløkka, Kolstadmyra, Kolstadplass und Kolstadtrøa.

Östlich von Kolstadgårdene, in der Einschneidung nach Bjørndalen, erhielt die Trondhjem–Størenbanen 1919 eine neue Trasse, um zwischen den Bahnhöfen Selsbakk stasjon und Heimdal stasjon ein sanfteres Gefälle zu schaffen. Bis etwa Mitte der 1950er Jahre bestand das Gebiet aus Ackerland und kleinen Waldgebieten, die hauptsächlich zu den Höfen Kolstad nordre und Kolstad søndre gehörten, als die ersten Einfamilienhäuser rund um die beiden Höfe gebaut wurden, in einem Gebiet, das heute Myrtunet heißt. Der Beginn der Entwicklung von Barackensiedlungen in Trondheim kam mit dem Generalplan von 1965, in dem unter anderem die Gebiete zwischen Saupstad und Flatåsen konzentriert und integriert bebaut werden sollten.

Die umfassende Entwicklung in Kolstad wurde im Spätherbst 1969 von NBBL und TOBB eingeleitet und bis 1972 fortgesetzt, als nach Zeichnungen von Arkiplan (Asplan Viak) mehrere niedrige Wohnblockreihen mit insgesamt rund 480 Wohnungen errichtet wurden.[2] Die Kolstad skole wurde ebenfalls 1972 fertiggestellt. Ganz im Osten von Kolstad, hinunter nach Bjørndalen, wurden ab Mitte der 1970er Jahre Reihenhäuser gebaut.[3] In dieser Zeit wurde auch das Straßennetz rund um Kolstad erweitert, unter anderem durch einen Bahnübergang zwischen Kolstadvegen und Kongsvegen. Außerdem wurde die Bjørndalsbrua ausgebaut, die 1976 fertiggestellt wurde und den Bezirk mit Tonstad und E6 verband.

Kolstad wurde seit 2012 in mehreren Bereichen modernisiert und erneuert. Aufgrund der Herausforderung hinsichtlich der Lebensbedingungen wurde der Bezirk zusammen mit Saupstad Teil einer Gebietsinitiative unter der Schirmherrschaft der Gemeinde Trondheim.[4] Unter anderem wurden mehrere neue Schulen gebaut, darunter die neue Heimdal videregående skole. Außerdem wurden die beiden alten Grundschulen, Kolstad skole und Saupstad skole, zur neuen Huseby barneskole zusammengelegt. Außerdem befindet sich im selben Gebäude die neue Huseby ungdomsskole, die im Frühjahr 2021 fertiggestellt wurde.[5]

Der Kindergarten von Kolstad wurde ebenfalls abgerissen und durch ein neues Gebäude ersetzt, das im Sommer 2020 fertiggestellt wurde.[6] Im Zusammenhang mit der neuen weiterführenden Schule wurde im selben Gebäude auch eine neue Mehrzweckhalle errichtet, die den Namen Kolstad Arena trägt und zu deren Nutzern unter anderem der Kolstad IL gehört. In den letzten Jahren wurde auch die Infrastruktur in der Gegend teilweise modernisiert, unter anderem im Zusammenhang mit der Einführung und Entwicklung des Metrobuss in Trondheim, wo Kolstad Bushaltestellen sowohl in Kolstadvegen (Bjørndalstoppen hlp), Kongsvegen (Husebytunet hlp) als auch in Saupstadringen (mit Saupstadsenteret hlp und Casper Lundes veg hlp) hat.[7] Im Herbst 2020 wurde der Dalen aktivitetspark von Bürgermeisterin Rita Ottervik und Modernisierungsminister Nikolai Astrup als Teil des Gebietsversprechens eröffnet.[8]

Saupstad-Kolstad wurde als einer von drei Finalisten für die Auszeichnung als Norwegens attraktivster Ort im Jahr 2021 nominiert.[9]

Gebäude

Es gibt die Kolstad Arena, die Kolstad kirke, die Kolstad skole und den Dalen aktivitetspark.

Literatur

  • Bratberg, Terje T. V.: Trondheim byleksikon. Hrsg.: Kunnskapsforlaget. Oslo 2008, ISBN 978-82-573-1762-1, S. 295 (norwegisch).

Einzelnachweise

  1. Adressa.no – Låven skulle rives (Publisert 3. desember 2002, besøkt 22. januar 2021)
  2. Tobb.no – Boligselskap, Kolstadflaten Borettslag (date 22. januar 2021)
  3. Selvaagbolig.no – Et lite stasjonssted endrer form (date 22. januar 2021)
  4. Veiviseren.no – Områdeprogram Saupstad-Kolstad 2013-2020 Områdeprogram Saupstad-Kolstad 2013-2020 (Memento vom 29. Januar 2021 im Internet Archive) (Besøkt 22. januar 2021)
  5. Trondheim.kommune.no – Huseby ungdomsskole (date 22. januar 2021)
  6. Trondheim.kommune.no – Kolstad barnehage (date 22. januar 2021)
  7. AtB.no – Kolstad, Saupstad og Huseby Kolstad, Saupstad og Huseby (Memento vom 29. Januar 2021 im Internet Archive) (Besøkt 22. januar 2021)
  8. Trondheim2030.no – Dalen aktivitetspark skapt med 800 ungdommer på laget (Av Ingunn Grøtte. Publiziert 24. September 2020, date 22. januar 2021)
  9. Kommunal-og moderniseringsdepartementet: Henningsvær, Skien/Porsgrunn og Saupstad/Kolstad konkurrerer om Attraktiv by-prisen 2021. 5. Juli 2021; (norwegisch).

Koordinaten: 63° 22′ N, 10° 21′ O