Kochstraße (Leipzig)

Kochstraße
Straße in Leipzig
Kochstraße 28, erbaut 1905 (2021)
Basisdaten
Ort Leipzig
Ortsteil Südvorstadt, Connewitz
Angelegt Mittelalter
Hist. Namen Connewitzer Chaussee, Leipziger Straße
Anschluss­straßen Südplatz, Connewitzer Kreuz
Querstraßen Arndtstraße, Alfred-Kästner-Straße,
Kurt-Eisner-Straße, Scharnhorststraße, Hardenbergstraße, Steinstraße, Fichtestraße, Kantstraße, Richard-Lehmann-Straße, Eichendorffstraße, Gustav-Freytag-Straße, Scheffelstraße
Plätze Heinrich-Schütz-Platz
Nutzung
Nutzergruppen Fuß-, Rad-, Autoverkehr
Technische Daten
Straßenlänge 1,65 km[1]

Die Kochstraße ist eine Anliegerstraße im Leipziger Stadtbezirk Süd. Sie ist benannt nach dem ehemaligen Bürgermeister von Leipzig Carl Wilhelm Otto Koch (1810–1876).

Beschreibung

Die Kochstraße zweigt am Südplatz in spitzem Winkel von der Karl-Liebknecht-Straße nach Südsüdwest ab. Von der Kurt-Eisner- bis zur Richard-Lehmann-Straße verläuft sie parallel zur Karl-Liebknecht-Straße, um sich dann wieder dieser zu nähern und am Connewitzer Kreuz nach 1,65 Kilometern wieder auf sie zu treffen. Zwischen Scharnhorst- und Hardenbergstraße tangiert sie den Heinrich-Schütz-Platz.

Die Kochstraße ist eine nahezu reine Wohnstraße mit Parkmöglichkeiten auf beiden Seiten über die gesamte Länge. Die meisten Gebäude entstanden zwischen 1880 und 1910. 61 von ihnen stehen unter Denkmalschutz.[2]

Geschichte

Der Verlauf der heutigen Kochstraße bestand schon im Mittelalter als Teil der alten Reichsstraße Via Imperii von Stettin nach Rom, die in Leipzig die Via Regia kreuzte. Bis ins letzte Viertel des 19. Jahrhunderts führte sie zwischen Leipzig und Connewitz am östlichen Hochufer der Pleißeniederung entlang hochwassersicher über Wiesen und Felder. Demzufolge fallen alle Querstraßen der Kochstraße nach Westen leicht ab.

Auf Leipziger Flur hieß die Straße Connewitzer Chaussee, auf Connewitzer Flur Leipziger Straße. 1863 befand sich an der Connewitzer Chaussee, die zu dieser Zeit von Pappeln gesäumt war, etwa in Höhe des Heinrich-Schütz-Platzes das Festgelände des 3. Deutschen Turnfests.

Zahlreiche Leipziger Bürger besaßen Landhäuser im landschaftlich schön gelegenen Connewitz, so auch der Leipziger Bürgermeister Otto Koch an der Leipziger Straße, wo heute die Eichendorffstraße mündet. Nach seinem Tod 1876 wurde die dahin führende Connewitzer Chaussee in Leipzig als Kochstraße benannt.[3]

Bereits seit Mai 1872 fuhr die Leipziger Pferdebahn durch die Straße und weiter bis zum Connewitzer Eiskeller. Um 1880 wurde die Südstraße (heute Karl-Liebknecht-Straße) in gerader Verbindung vom Südplatz zum Connewitzer Kreuz angelegt und nahm auch die Pferdebahntrasse auf. Damit verlor die Kochstraße ihren Charakter als Durchgangsstraße.

Während am Leipziger Teil der Kochstraße (bis Nr. 80) im Wesentlichen zwischen 1875 und 1910 mehrstöckige Mietshäuser in geschlossener Bauweise im Stil des Historismus errichtet wurden, war sie in Connewitz schon früher bebaut. Am südlichen Ende entstand 1848 eine Fabrik für Gasmessgeräte. Das Gelände blieb bis in die DDR-Zeit ein Industriebetrieb als Betriebsteil des VEB Werkstoffprüfmaschinen Leipzig, genannt Werk 2. Dieser Name wurde für das soziokulturelle Zentrum übernommen, das nach 1990 hier entstand. Die benachbarte Fabrikantenvilla (Nr. 130) stammt von 1878. Nördlich davon waren um 1830 bereits die sogenannten Gärtnerhäuser entstanden, von denen eines (Nr. 128) umgebaut noch erhalten ist.[4] Die übrigen mussten um 1900 dem an Koch- und Scheffelstraße gelegenen Betriebsgelände des Thalysia-Reformwaren-Werkes weichen, das nach 1990 bei Leerstand verfiel. An seiner Stelle entstand ab 2017 an Koch- und Scheffelstraße unter Einbeziehung der Fabrikgebäude der Wohnkomplex Thalysia Höfe mit 220 Wohnungen.[5]

Commons: Kochstraße – Sammlung von Bildern
  • Kochstraße. In: Website der Stadt Leipzig.
  • André Loh-Kliesch: Kochstraße. In: Leipzig-Lexikon.
  • Kochstraße. In: onlinestreet.

Einzelnachweise

  1. gemessen mit Google Maps
  2. Vgl. Liste der Kulturdenkmale in Leipzig-Südvorstadt, I–K und Liste der Kulturdenkmale in Connewitz, A–K
  3. Bekanntmachung. In: Leipziger Tageblatt. 23. August 1876, abgerufen am 16. November 2025.
  4. Eintrag in der Denkmaldatenbank des Landes Sachsen zur Denkmal-ID 09296244 (PDF, inklusive Kartenausschnitt). Abgerufen am 17. November 2025.
  5. Thalysia Höfe. Abgerufen am 17. November 2025.