Kobayashi-Kriterium

In der Mathematik gibt das Kobayashi-Kriterium eine leichter nachprüfbare Bedingung für die Eigentlichkeit einer Gruppenwirkung auf einem homogenen Raum. Es ist nach Toshiyuki Kobayashi benannt.

Es sei eine reduktive Lie-Gruppe und seien Lie-Untergruppen. Es ist leicht zu sehen, dass die Wirkung von auf genau dann eine eigentliche Wirkung ist, wenn für jede kompakte Teilmenge der Durchschnitt kompakt ist. Man definiert deshalb

und formuliert mit dieser Bezeichnung das folgende Kriterium.

Kobayashi-Kriterium: Sei die Cartan-Unteralgebra der Lie-Algebra , ihre Weyl-Gruppe und die Cartan-Projektion. Dann ist die Wirkung von auf genau dann eine eigentliche Wirkung, wenn in .

Der Vorteil dieses Kriteriums ist, dass ein endlich-dimensionaler Vektorraum ist und dass man die Bedingung nur für abgeschlossene Kugeln nachprüfen muss. Damit ist diese Bedingung sehr viel einfacher nachzuprüfen als die Kompaktheit von für alle kompakten Teilmengen .

Literatur

  • T. Kobayashi: Proper action on a homogeneous space of reductive type. Math. Ann. 285, No. 2, 249-263 (1989).
  • T. Kobayashi: Criterion for proper actions on homogeneous spaces of reductive groups. J. Lie Theory 6, No. 2, 147-163 (1996).
  • K. Ogawa, T. Okuda: A proof of Kobayashi’s properness criterion from a viewpoint of metric geometry. Pevzner, Michael (ed.) et al., Symmetry in geometry and analysis. Volume 1. Singapore: Birkhäuser. Prog. Math. 357, 377-405 (2025).