Kleine Kreuzkirche Hermannsburg

Die evangelisch-lutherische Kleine Kreuzkirche Hermannsburg, Lotharstraße 18, in der niedersächsischen Gemeinde Südheide, Ortsteil Hermannsburg, im Landkreis Celle, wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gebaut. Sie gehört zur Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK). Das Gebäude steht unter Denkmalschutz (siehe auch Liste der Baudenkmale in Südheide (Gemeinde)).

Geschichte

In Hermannsburg hatte der landeskirchliche Pastor Theodor Harms 1878 zusammen mit zwei Dritteln seiner Gemeindemitglieder eine freie lutherische Gemeinde gebildet („Hermannsburger Separation“) und bis 1879 die Große Kreuzkirche Hermannsburg erbaut. Mit weiteren gleichgesinnten Gemeinden entstand die Hannoversche evangelisch-lutherische Freikirche, deren Präses Theodor Harms wurde. Nach seinem Tod gab es in der Hermannsburger Gemeinde Meinungsverschiedenheiten über die Rechte von Einzelgemeinde und Kirchenregiment. Dies führte 1886 wiederum zur Abspaltung der Kleinen Kreuzgemeinde, die noch im selben Jahr den Bau einer eigenen Kirche begann. Die Kirche wurde 1887 von Pastor Friedrich Wolff geweiht.

Gebäude

Die neogotische Saalkirche in rotem Backsteinmauerwerk besteht aus dem Kirchenschiff mit ziegelgedecktem Satteldach, mit einem eingezogenem polygonalem Chor als Apsis und dem Westturm. Die Fassaden sind durch Strebepfeiler, fünf hohe spitzbogige Fenster auf jeder Seite sowie einem Bogenfries gestaltet. 2011/2012 wurde die ursprünglich geplante, aber aus Kostengründen nicht verwirklichte Apsis mit drei Fenstern an das Kirchengebäude angebaut.

Der kleine quadratische viergeschossige verklinkerte Westturm mit dem Portal und spitzbogigen, gekuppelten Schallarkaden hat einen Knickhelm mit einer polygonalen Spitze.[1] Die Baukosten beliefen sich auf 15.000 Mark, die ausschließlich durch Spenden aufgebracht wurden. 2012 wurde die Kirche saniert.

Innenraum und Ausstattung

Im Innenraum befinden sich westlich eine Holzempore mit der Orgel sowie Altar, Kanzel, Taufbecken und Kirchenbänke aus der Bauzeit und die Apostelfiguren.

Die Orgel eines unbekannten Erbauers hat folgende Disposition:

Manual
1. Gedackt 8′
2. Prinzipal 4′
3. Rohrflöte 4′
4. Waldflöte 2′
5. Sesquialter II
6. Mixtur III
Pedal
7. Subbaß 16′

Das niedersächsische Landesdenkmalamt befand u. a.: „… beispielhafte Ausprägung eines Stils ….“

Kirchengemeinde

Die Kirchengemeinde gehört seit 1972 zum Pfarrbezirk Bleckmar-Hermannsburg im Kirchenbezirk Niedersachsen-West der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche. Der Wahlspruch der Gemeinde lautet: „Ohne Kreuz keine Krone“. Neben der Kirche steht das Gemeindezentrum.

Von 1916 bis 1929 war Theodor Werner (1892–1973) Pfarrer der Kleinen Kreuzgemeinde, wo er auch kirchenmusikalisch intensiv tätig war. Er war von 1946 bis 1953 Landessuperintendent und Prediger am Dom sowie Dozent in Schwerin.

Literatur

  • F. Wolff, E. Bingmann: Geschichte der Hannoverschen evangelisch-lutherischen Freikirche. Romberger, Celle 1924.
  • G. Weiß, K. Eichwalder, G. Dehio, E. Gall: Bremen, Niedersachsen, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Dt. Kunstverlag, München 1992, S. 689.
Commons: Kleine Kreuzkirche (Hermannsburg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Beschreibung/Bilder im Denkmalatlas Niedersachsen

Koordinaten: 52° 49′ 49,1″ N, 10° 5′ 44,7″ O