Klaus Hallen

Klaus Hallen (* 31. Dezember 1942 in Düsseldorf[1]; † 25. Juni 2007 auf Gran Canaria[2]) war ein deutscher Tänzer, Tanzsporttrainer, Choreograph im Bereich des Formationstanzsportes sowie Musiker und Bandleader.

Leben

Hallen war 26 Jahre lang als Vermessungsingenieur im öffentlichen Dienst in seiner Heimatstadt Düsseldorf tätig.[1][2] Zudem war er viele Jahre erfolgreich als Formationstänzer, Formationstanz-Trainer und Choreograph, sowie als Musiker und Bandleader tätig.

1998 verlegte er seinen Wohnsitz nach Gran Canaria. Dort verstarb er im Alter von 64 Jahren am 25. Juni 2007.[2] Ein Nachruf wurde u. a. vom Deutschen Tanzsportverband (DTV)[2] und dem 1. TC Ludwigsburg[3] publiziert. Beim Verbandstag 2008 des DTV wurde zudem eine Gedenkminute für (u. a.) den verstorbenen Hallen eingelegt.[4]

Musik

Seine musikalische Karriere startete er mit 14 Jahren als zweiter Bass in einem Kirchenchor.[1] Im Laufe seiner Karriere wurde er Studiomusiker, Orchesterleiter und Musikproduzent im Allgemeinen sowie speziell für Formationsmusik (die von Tanzsportformationen für ihre Aufführungen verwendet wurde).[1][2]

So produzierte Hallen z. B. die Formationsmusik „Starlight Express“ für die Lateinformation des TSG Blau-Gold Gießen (1987),[5] die Formationsmusik „Der Widerspenstigen Zähmung“ (1998),[6] „Freud und Leid“ (2000)[7] sowie „Colours of Music“ (2001)[8] der Standardformation des 1. TC Ludwigsburg, sowie die Formationsmusik „Classics Forever“ der Standardformation des TC Allround Berlin (2001).[8]

Sein nach ihm benanntes Orchester Tanzorchester Klaus Hallen ist bekannt für moderne Tanzmusik[1][9][10] und veröffentlichte CDs bis 1998 im Eigenlabel Hallen Records.[10] Seit 1998 übernimmt diese Funktion das von Marcus Döring gegründete Label Pro Media Musik, das den Großteil der Musikrechte sowie den Markennamen Tanzorchester Klaus Hallen übernahm.[9]

Die Musik des Tanzorchester Klaus Hallen wird auch heute noch regelmäßig auf nationalen und internationalen Tanzturnieren u. a. der World DanceSport Federation (WDSF) gespielt, z. B. auf der Europameisterschaft Standard 2022[11] oder der Weltmeisterschaft Latein 2024.[12]

Tanz und Choreographie

Seine tänzerische Karriere begann in der Düsseldorfer Tanzschule Günter Dresen wo Hallen später zum Turniertanz kam.[13] Ab 1960 tanzte er in der Formation Gesellschaftskreis und Junioren-Club Düsseldorf (Trainer: Heidegard Dresen).[1][14] Ab 1967 startete diese Formation unter dem neuen Vereinsnamen TD TSC Düsseldorf Rot-Weiss (Trainer: Heidegard Dresen, ab 1969 Günter Dresen).[14][15][16][17]

1981 wurde Hallen als Trainer der Lateinformation des 1. TC Ludwigsburg verpflichtet, er konnte jedoch keine nennenswerten Erfolge mit der Lateinformation erringen.[18] 1983 gründete der 1. TC Ludwigsburg seine Standardformation, mit Klaus Hallen als erstem Trainer.[19][20] Er wurde mit der Standardformation mehrmaliger Weltmeister, Europameister sowie deutscher Meister.[21] 1989 übergab er das Traineramt an seine Nachfolger Norman und Dagmar Beck.[19]

Von 1989 bis 1991 war Hallen Co-Trainer des A-Teams Standard- sowie Lateinformation des TD TSC Düsseldorf Rot-Weiss.[14]

Hallen erstellte die Choreographie der Formation des TTC Gelb-Weiss Hannover für ihren Auftritt in der 11. Folge der ZDF-Fernsehsendung Melodien für Millionen mit Dieter Thomas Heck (Erst-Ausstrahlung: 19. März 1988).[22][23]

Erfolge als Formationstänzer

Mit dem Gesellschaftskreis und Junioren-Club Düsseldorf (ab 1967 Umbenennung in TD TSC Düsseldorf Rot-Weiss):

Erfolge als Formationstanz-Trainer

Als Trainer vom A-Team der Standardformation des 1. TC Ludwigsburg:

  • 4× Weltmeister (1985–1988)[24][21]
  • 1× Vizeweltmeister (1984)[24][21]
  • 2× Europameister (1987–1988)[25][21]
  • 1× Vizeeuropameister (1986)[21]
  • 4× Deutscher Meister (1985–1988)[26][21]
  • 1× Deutscher Vizemeister (1984)[26][21]

Als Co-Trainer vom A-Team der Standard- sowie Lateinformation des TD TSC Düsseldorf Rot-Weiss:

  • 1× Vierter Platz Deutsche Meisterschaft Formationstanz Standard (1991)[26]
  • 1× Dritter Platz Deutsche Meisterschaft Formationstanz Latein und Standard (1990)[26]
  • 1× Dritter Platz Deutsche Meisterschaft Formationstanz Latein (1989)[26]

Als Trainer der Standardformation des TSC Kongress Gelsenkirchen:

  • 1× Deutscher Vizemeister (1981)[26]

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g h i DA Music: Tanzorchester Klaus Hallen - Tanzmusik von Tänzern für Tänzer: Klaus Hallen Biografie (Memento vom 2. Oktober 2022 im Internet Archive)
  2. a b c d e f Nachruf: Klaus Hallen 31.12.1942 - 25.06.2007. In: DTV. 26. Juni 2007, abgerufen am 24. Oktober 2025.
  3. Weitere Nachrichten: Trauer um Klaus Hallen beim 1. TC Ludwigsburg (Memento vom 29. September 2007 im Internet Archive)
  4. Ordentlicher Verbandstag 2008. (PDF; 381 kB) In: DTV. S. 1, abgerufen am 26. Oktober 2025.
  5. Chronik der TSG Blau-Gold Gießen e.V. In: TSG Blau-Gold Gießen. Abgerufen am 26. Oktober 2025: „Bei dem unvergessenen Klaus Hallen war die Formationsmusik „Starlight Express“ in Auftrag gegeben worden[...]“
  6. Tanzsport Info Service Formationen: Dt. Meisterschaft Formationen 1998. (PDF; 114 kB) In: DTV. S. 15, abgerufen am 26. Oktober 2025.
  7. Tanzsport Info Service Formationen: Dt. Meisterschaft Formationen 2000. (PDF; 114 kB) In: DTV. S. 11, abgerufen am 26. Oktober 2025.
  8. a b Tanzsport Info Service Formationen: Dt. Meisterschaft Formationen 2001. (PDF; 112 kB) In: DTV. S. 6, 10, abgerufen am 26. Oktober 2025.
  9. a b Pro Media Musik. In: Casa musica. Abgerufen am 24. Oktober 2025.
  10. a b Hallen Records. In: Casa musica. Abgerufen am 24. Oktober 2025.
  11. WDSF European Championship Standard Adult 2022: Music playlist. In: WDSF. Abgerufen am 26. Oktober 2025 (englisch).
  12. WDSF World Championship Latin Adult 2024: Music playlist. In: WDSF. Abgerufen am 26. Oktober 2025 (englisch).
  13. a b c d e Christoph Burgauner (Hrsg.): Tanzen in Deutschland: Vom Tanzkurs zur Meisterschaft. Kastell Verlag GmbH, München 1986, ISBN 3-924592-00-4, Klaus Hallen: So ging es los, S. 266: „Wir gewannen die ersten Europameisterschaften [...], zwei Weltmeisterschaften, und wir siegten dreimal in Blackpool. Im Jahre 74 wurden wir britische Doppelmeister.“
  14. a b c TMU stellt vor: FG Aachen/Düsseldorf. (PDF; 991 kB) In: DTV, Tanz mit uns (TMU) 04/2012, Zeitschrift. S. 14, abgerufen am 25. Oktober 2025.
  15. a b Festschrift: 70 Jahre TD TSC Düsseldorf Rot-Weiss. (PDF; 1,3 MB) In: TD TSC Düsseldorf Rot-Weiss. Abgerufen am 26. Oktober 2025.
  16. Nachruf: Werner Gösel. In: TD TSC Düsseldorf Rot-Weiss. Abgerufen am 26. Oktober 2025.
  17. a b TD TSC Düsseldorf Rot-Weiss: Nachruf: Günther Dresen (Memento vom 22. Oktober 2010 im Internet Archive)
  18. Lateinformation: Geschichte im Verein. In: 1. TC Ludwigsburg. Abgerufen am 25. Oktober 2025., Hinweis: Auf "Geschichte im Verein" klicken
  19. a b Standardformation: Geschichte im Verein. In: 1. TC Ludwigsburg. Abgerufen am 25. Oktober 2025., Hinweis: Auf "Geschichte im Verein" klicken
  20. TCL Aktuell 2/2004: Wie sich die Zeiten ändern (Memento vom 16. Dezember 2005 im Internet Archive)
  21. a b c d e f g Standardformation: Erfolge. In: 1. TC Ludwigsburg. Abgerufen am 25. Oktober 2025., Hinweis: Auf "Erfolge" klicken
  22. Klaus Hallen. In: IMDb. Abgerufen am 26. Oktober 2025.
  23. Melodien für Millionen 1988 - präsentiert von Dieter Thomas Heck (ab 1:32:39) auf YouTube, abgerufen am 26. Oktober 2025 (Zitat Abspann: "TTC GELB-WEISS Hannover im DTV. Choreographie: Klaus Hallen").
  24. a b c d Weltmeister Formationen. In: DTV. Abgerufen am 25. Oktober 2025., Hinweis: Jahr 1985 bis 1988 aufklappen
  25. a b Europameister Formationen. In: DTV. Abgerufen am 25. Oktober 2025., Hinweis: Jahr 1987 bis 1988 aufklappen
  26. a b c d e f g h i j k Deutsche Meister Formationen. In: DTV. Abgerufen am 25. Oktober 2025., Hinweis: Jahr 1985 bis 1988 aufklappen
  27. a b Bryan Allen: The Centre of the World: Blackpool 1974. (PDF; 2,1 MB) In: watashinodancenote.com. Abgerufen am 29. Oktober 2025 (englisch).