Kinderheim (Speyerbrunn)
| Kinderheim | ||
|---|---|---|
| Daten | ||
| Ort | Speyerbrunn | |
| Baustil | Neobarock, Heimatstil | |
| Baujahr | 1908–1909 | |
| Koordinaten | 49° 20′ 59,8″ N, 7° 52′ 17,4″ O | |
| Besonderheiten | ||
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Das frühere Kinderheim – alternativ Ferienheim, Kindererholungsheim oder Schullandheim genannt – ist ein Bauwerk in Speyerbrunn. Es steht unter Denkmalschutz.[1]
Lage
Das Gebäude mit der Hausnummer 5 steht auf der Nordseite der Johanniskreuzer Straße, die mit der Landesstraße 499 identisch ist, am Südfuß des Riesenberg. Etwas weiter östlich befindet sich die katholische Kirche St. Wendelinus und St. Hubertus, etwas weiter westlich das frühere Schulhaus und weiter südwestlich das frühere Forsthaus Speyerbrunn. Etwas weiter südlich fließt der Speyerbach, der kurz zuvor durch den Zusammenfluss von Erlenbach und Schwarzbach entsteht. In unmittelbarer Nähe südwestlich befindet sich der Speyerbrunner Woog.
Beschreibung
Das Bauwerk ist ein Mansarddachbau im barockisierendem Heimatstil, der in den Jahren 1908 und 1909 entstand. 1916 folgte ein Umbau und eine Erweiterung.
Geschichte
Das Gebäude wurde 1908 als „Pasquay’sches Kurhaus“ am Platz eines früheren Gebäudes errichtet. Am 5. November 1915 erwarb der Verein Pfälzische Ferienheime das Anwesen und baute es in ein Ferienheim für Jungen um.[2] Am 24. Juni 1916, vor Abschluss der Bauarbeiten, wurden 29 männliche Jugendliche einquartiert. Am 4. Oktober desselben Jahres wurde die Einrichtung offiziell eingeweiht.[3]
Während des Dritten Reichs übernahm die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt das Gebäude und brachte während der Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg vorübergehend Kinder darin unter.[3][4]
Nach dem Krieg gelangte das Heim in den Besitz des Vereins Pfälzer Fereinheime e. V., der es als „Kindererholungsheim Speyerbrunnerhof“ vermarktete.[3][5] Dieser beschloss Anfang der 1970er Jahre seine Auflösung. 1972 wurde das Heim geschlossen und das Gebäude am 25. Juni 1973 verkauft.[6][7]
Danach wurde es eine Zeit lang als Seminar- und Wohnhaus einer Künstlerfamilie aus Neustadt an der Weinstraße genutzt und im Anschluss für Spätaussiedler aus Osteuropa vermietet, ehe es 1991 verkauft wurde. Mittlerweile steht es leer und befindet sich in einem heruntergekommenen Zustand.[8][7]
Literatur
- Georg Peter Karn, Rolf Mertzenich: Kreis Bad Dürkheim. Stadt Bad Dürkheim, Gemeinde Haßloch, Verbandsgemeinden Deidesheim, Lambrecht, Wachenheim (= Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Band 13.1). Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 1995, ISBN 3-88462-119-X.
- Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler – Kreis Bad Dürkheim. Mainz 2024 (PDF; 5,1 MB).
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Speyerbrunn Mansarddachbau. In: pwv-elmstein.de.tl. 1. Oktober 2025, abgerufen am 1. Oktober 2025.
- ↑ Klaus Kullmer: Bilder von Elmstein und seinen Ortsteilen aus 100 Jahren. In: Elmstein (Hrsg.): Die Gemeinde Elmstein in alten Bildern. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 2006, ISBN 3-86595-096-5, S. 79.
- ↑ a b c Werner Moser: Lehren und Lernen im Laufe der Jahrhunderte. In: Elmstein (Hrsg.): Die Gemeinde Elmstein in alten Bildern. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 2006, ISBN 3-86595-096-5, S. 129.
- ↑ 40895796 Speyerbrunn Speyerbrunn Kinderheim der NSV * Elmstein. 11. Dezember 2025, abgerufen am 11. Dezember 2025.
- ↑ Speyerbrunnerhof-Elmstein-Kindererholungsheim. 11. Dezember 2025, abgerufen am 11. Dezember 2025.
- ↑ Werner Moser: Lehren und Lernen im Laufe der Jahrhunderte. In: Elmstein (Hrsg.): Die Gemeinde Elmstein in alten Bildern. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 2006, ISBN 3-86595-096-5, S. 130.
- ↑ a b Erholung und Unterricht in freier Natur. 20. Oktober 2015, abgerufen am 11. Dezember 2025.
- ↑ Eigene Kirche und eigener Friedhof. In: rheinpfalz.de. 23. Dezember 2015, abgerufen am 11. Dezember 2025.