Khong (Gong)
Khong (thailändisch ฆ้อง), auch khǭng, englische Umschrift khawng, ist der Oberbegriff für Buckelgongs in Thailand und Laos, die einzeln oder in Reihen aufgehängt in klassischen Musikstilen der höfischen und zeremoniellen Musik wie piphat, mahori und khruang sai gespielt werden. Durch beschreibende Namenszusätze werden die Gongtypen unterschieden. Einzeln aufgehängte Gongs dienen als Rhythmusinstrumente und Taktgeber, die Gongkreise khong wong yai und khong wong lek mit einem Tonumfang von zwei Oktaven sind die führenden Melodieinstrumente in den Ensembles. Ähnliche Gongkreise werden auch in der kambodschanischen und burmesischen Musik gespielt. Buckelgongkreise sind auf Reliefs abgebildet, die im 16. Jahrhundert am Angkor Wat entstanden, an javanischen Hindutempeln finden sich Darstellungen von Gongspielen ab dem 12. Jahrhundert. Wann diese möglicherweise aus dem Khmer-Reich in Siam oder umgekehrt eingeführt wurden, ist unklar. Im 18. Jahrhundert erhielten die thailändischen Gongkreise ihre heutige Form.
Herkunft
Gongs sind unmittelbar angeschlagene Idiophone (Selbstklinger) in der Form metallener runder Gefäße, die ihr Schwingungsmaximum und damit ihren Anschlagpunkt in der Mitte haben. Damit unterscheiden sie sich von den am stärksten schwingenden Gefäßrand angeschlagenen Glocken und von ebenfalls am Rand schwingenden tellerförmigen Becken. Buckelgongs mit einem hohen Rand und einer deutlichen Erhebung in der Mitte produzieren eine bestimmte Tonhöhe, während Flachgongs einen Ton von unbestimmter oder veränderlicher Höhe hervorbringen. Der umgebogene Rand unterscheidet Flachgongs von gänzlich flachen Schlagplatten wie dem burmesische kyizi oder Schlagbrettern. Heimat und Hauptverbreitungsgebiet von Gongs ist das Gebiet vom Südwesten Chinas über das südostasiatische Festland bis zu den Malaiischen Inseln.[1]
Vor der Einführung von Gongs gab es bereits Bronzeglocken, von denen die ältesten vom Typ nao in China aus dem Ende der Shang-Dynastie (13.–11. Jahrhundert v. Chr.) erhalten sind.[2] Die ersten Gongs, die den anderen Gongtypen zeitlich vorausgehen, waren häufig reich verzierte Kesselgongs mit einem taillierten röhrenförmigen Bronzekorpus und einer flachen Bronzeplatte als Schlagfläche. Die südwestchinesische Provinz Yunnan gilt als Ursprungsregion von Kesselgongs, chinesisch tonggu („Bronzetrommel“). Sie entsprechen den wenig später entstandenen Dong-Son-Trommeln, die nach einem Ausgrabungsort im Delta des Roten Flusses im Norden Vietnams benannt sind. Der vermutlich älteste überlieferte Kesselgong stammt aus den Wanjiaba-Gräbern in Yunnan und wird um 700 v. Chr. datiert. Der älteste bekannte Flachgong wurde auf dem Friedhof von Luopowan in der südchinesischen Provinz Guangxi ausgegraben. Der um 200 v. Chr. datierte, ungefähr kreisrunde Flachgong ist am Rand mit eingravierten Mustern verziert. Er wurde an drei am Rand angelöteten Ösen senkrecht aufgehängt. Ein um 100 v. Chr. datierter Kesselgong aus Shizhaishan in der Provinz Yunnan ist auf der Deckelplatte mit der Szene eines Menschenopfers dekoriert, umgeben von einem Gongspiel aus 16 U-förmig angeordneten Kesselgongs. Spätestens seit dieser Zeit wurde also in China mit Gongspielen musiziert.
Möglicherweise bildeten diese südchinesischen Gongspiele mit Bronzekesselgongs den Ausgangspunkt für die heutige Verbreitung der südostasiatischen Gongspiele auf dem Festland und auf den Malaiischen Inseln. Auf der indonesischen Insel Java ist die im Gamelan gespielte Buckelgongreihe bonang ein typischer Vertreter dieser Gruppe von Melodieinstrumenten. Die ältesten erhaltenen bonang (vier Exemplare mit je drei Buckelgongs) werden im Kraton von Yogyakarta aufbewahrt. Sie sollen laut einem javanischen Manuskript vom Ende des 19. Jahrhunderts aus dem Jahr 347 n. Chr. stammen. Die Historizität dieser Jahreszahl konnte bislang nicht überprüft werden.[3] Bekanntermaßen als Mythos überliefert ist hingegen laut einem anderen Text vom Ende des 19. Jahrhunderts die Einführung der Tonskala Slendro des Gamelan durch Gott Siwa im Jahr 404.[4]
Im Verlauf des 1. Jahrtausends wuchsen die Handelsbeziehungen auf dem Seeweg zwischen China, Südostasien, Indien und Arabien. Chinesische Chroniken aus dem 10. Jahrhundert berichten über die Ankunft von Seeleuten der philippinischen Insel Luzon an der südchinesische Küste. Um diese Zeit waren – vermutlich auf einem von China über die Philippinen führenden Seeweg – Flachgongs nach Borneo, Sumatra und auf die Malaiische Halbinsel gelangt, zu der auch der Süden Thailands gehört. Die ältesten Funde von Flachgongs in Schiffswracks im Gebiet der Malaiischen Inseln um Sumatra und Borneo werden in das 10. bis 13. Jahrhundert datiert. Auf der Insel Luzon ist in der Ritualmusik indigener Völker bis heute der Flachgong gangsa in Gebrauch.
Um 200 v. Chr. könnte es neben Flachgongs auch bereits Buckelgongs gegeben haben. Diesen Schluss lässt die Abbildung eines Musikers zu, die auf der Deckelplatte von einem der Dongson-Kultur zugeschriebenen und in diese Zeit datierten Kesselgong eingeritzt ist. In der umrahmten Szene des nach dem Fundort Hoàng Hạ benannten Kesselgong steht der Musiker zwischen sechs senkrecht aufgehängten kreisrunden Gegenständen auf beiden Seiten, auf die er mit einem Stock in jeder Hand schlägt. Ein Punkt in der Mitte der Kreise spricht Gretel Schwörer-Kohl (1995) zufolge für die Darstellung von Buckelgongs.[3]
Zahlreicher als Flachgongs sind die Schiffsfunde von Buckelgongs in der gesamten Inselwelt ab dem 13. Jahrhundert. Der älteste vor der thailändischen Küste gefundene Buckelgong stammt aus dem Rang-Kwien-Schiffswrack und wird in das 13./14. Jahrhundert datiert. Das Schiff war von Thailand in Richtung Indonesien unterwegs. Es war hauptsächlich mit Keramik und Münzen aus China und Vietnam beladen. Der einzelne Gong mit einem Durchmesser von 29 Zentimetern und mit einem 7 Zentimeter hohen Rand sowie eine außerdem gefundene Glocke wurden vermutlich als Signalinstrumente eingesetzt.[5] Steinreliefs an Tempeln belegen die Verbreitung von Gongs in Südostasien um jene Zeit: Gongspiele mit acht oder neun Gongs am Angkor Wat in Kambodscha (12. Jahrhundert) und Gongs an ostjavanischen Tempeln (14./15. Jahrhundert). Die westliche Grenze der Verbreitung von einzelnen Buckelgongs bilden Tibet mit dem in der tibetischen Ritualmusik gespielten (m)khar rnga und Nordostindien entlang der Grenze zu Myanmar mit unter anderem dem darkhuang der Mizo.
Die Musikkultur der südostasiatischen Buckelgongspiele ist in den Inselstaaten Indonesien, dort unter anderem auf Java, Bali, Sumatra (keromong, ogung) und isoliert auf östlichen Inseln (meko), in Malaysia (bandai auf Borneo) und im Süden der Philippinen (kulintang) sowie auf dem Festland in Myanmar, Thailand, Laos und Kambodscha verbreitet. Die Kunstmusik der letztgenannten drei Länder ist eng verwandt. Im Zentrum der bekanntesten klassischen Ensembles piphat in Thailand, piphat und sep nyai in Laos und pinpeat in Kambodscha stehen zwei Buckelgongkreise. Außer von der chinesischen Musik wurden die im Gebiet von Thailand im 1. Jahrtausend lebenden Völker von der indischen Musik beeinflusst. Aus Südwestchina wanderten Tai-Völker aus dem im 8. Jahrhundert blühenden Reich Nanzhao in das unter der Herrschaft der indisierten Khmer stehende Zentralthailand, wo sie nach deren Niederlage im 13. Jahrhundert das erste thailändische Königreich Sukothai gründeten.[6]
Während aus dem alten Indien keine Gongs bekannt sind,[7] werden auf den Reliefs am Angkor Wat (erste Hälfte 12. Jahrhundert) mehrere hängende Flachgongs chinesischen Ursprungs abgebildet.[8]
Am Angkor Wat sind auch – möglicherweise ab dem 8. Jahrhundert vorhandene – Einflüsse aus der javanischen Musik auf die Khmer-Kultur erkennbar. So zeigt ein Relief eine Prozession, bei der auch einige Musiker teilnehmen. Einer der Musiker spielt einen aus acht Buckelgongs bestehenden Gongkreis. Spätestens im 12. Jahrhundert müssen David Morton (1976) zufolge demnach Gongkreise in der Khmer-Musik gespielt worden sein, also noch vor dem engen kulturellen Austausch mit den Thai, der mit deren allmählicher Eroberung des gesamten Khmer-Reichs im Verlauf des 14. und 15. Jahrhunderts einherging. Da aber auf Java und Bali damals wie heute Buckelgongs entweder einzeln aufgehängt oder etwa bei bonang und trompong sowie auf Bali reyong (réong) in einer geraden Einfach- oder Doppelreihe liegend, aber nicht im Kreis angeordnet sind, hält es David Morton (1976) für möglich, dass Buckelgongkreise eine Erfindung der Khmer sind. Bei den Thai waren sie zu jener Zeit – Morton bezieht sich auf das 12. Jahrhundert – noch unbekannt.[9]
Zwar stammen die auf Reliefs am Angor Wat abgebildeten Flachgongs aus dessen Bauzeit im 12. Jahrhundert, aber nur am Ostflügel der Nordgalerie werden Buckelgongs dargestellt. Neuere Forschungen ergaben, dass die dortigen Reliefs wesentlich später, erst nach dem Untergang des Khmer-Reichs, im 16. Jahrhundert unter der Herrschaft von Ang Chan (reg. 1528–1566) angebracht wurden. Zu sehen sind dort einzelne große und kleine hängende Buckelgongs sowie Buckelgongkreise. Die Szenen illustrieren den Sieg des Hindugottes Krishna über den Dämon Asura Bana.[10] Ob Gongkreise in den Jahrhunderten zuvor bereits im Khmer-Reich existierten und ob sie von dort nach Siam gelangten, ist damit nicht nachgewiesen. Umgekehrt ist dokumentiert, dass Künstler aus Ayutthaya seit der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts in Angkor weilten. Als König Ang Chan die vishnuitischen Reliefs am Angkor Wat vollenden ließ, wurde die Tempelanlage in ein Heiligtum des in Thailand vorherrschenden Theravada-Buddhismus umgewandelt. Die Darstellung halbkreisförmiger Buckelgongs könnte auf den stilistischen Einfluss aus Siam zurückzuführen sein.[11]
Zur Zeit des Königreichs Ayutthaya (1351–1767) erschienen erstmals in der thailändischen Musikgeschichte auf Abbildungen die melodiefähigen Schlaginstrumente Buckelgongspiel und Xylophon (wie ranat ek). Wahrscheinlich gaben die Thai die von den Khmer übernommenen Buckelgongs an die Burmesen weiter (Buckelgongkreis maung-zaing des klassischen burmesischen Orchesters hsaing-waing). Während der gesamten Ayutthaya-Periode kam es zu kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Thai und Burmesen, nach denen der jeweilige Sieger Kulturgüter und Gefangene, unter ihnen auch Hofmusiker, des unterlegenen Gegners an den eigenen Herrscherhof mitbrachte.[12]
Der Ayutthya-König Narai (reg. 1656–1688) erlaubte französischen Missionaren, sich ab den 1660er Jahren in Siam aufzuhalten. Ihr Anliegen war, den König zu bekehren und den politisch-wirtschaftlichen Einfluss der Franzosen zu erhöhen. Angefangen mit Pere Bouvet in seinem Reisebericht von 1685[13] erwähnen alle französischen Missionare Gongkreise und beschreiben sie als Musikinstrumente mit aufgehängten „Glocken“. Simon de la Loubere (1693)[14] liefert die ausführlichste Beschreibung und eine Zeichnung. Beides stimmt zwar überein, ergibt aber ein merkwürdiges Musikinstrument aus einem im Halbkreis am Boden liegenden Brett. Darüber ruhen zwölf umgedrehte halbkugelförmige Schalen wie Glocken jeweils auf einem senkrechten, in das Holzbrett gesteckten Stab. Die Abbildung zeigt außerdem zwei lange Schlägel, die an einem Ende verdickt sind. Mit einem Gongkreis hat diese Darstellung strukturell wenig zu tun und ist offensichtlich falsch. Hieraus und aus späteren Abbildungen und irreführenden Beschreibungen lässt sich immerhin schließen, dass die Gongkreise Ende des 17. Jahrhunderts noch halbkreisförmig waren und erst im 18. Jahrhundert zu einem fast geschlossenen Kreis mit weiteren Gongs vergrößert wurden.[15]
Etymologie
Die Bezeichnung gong ist erstmals in einer altjavanischen Fassung des Ramayana aus dem Jahr 996 überliefert.[3] Das möglicherweise bedeutungsgleiche kong ist in zwei Khmer-Inschriften aus dem 10. Jahrhundert enthalten.[16] Das Ende des 16. Jahrhunderts in europäische Sprachen eingeführte Wort „Gong“ gilt in der gängigen Etymologie als lautmalerische Übernahme aus der javanischen Sprache. In altjavanischen Texten steht allerdings gubar für ein nicht näher bekanntes Schlaginstrument, das als „Kriegsbecken“ übersetzt wird; vermutlich im 14. Jahrhundert bezeichneten gong und gubar unterschiedliche hängende Gongs unbekannter Form.[17] Die Wortherkunft lässt sich nicht eindeutig feststellen, denn das lautmalerische Wortumfeld mit der Endung -ng und einem vorangestellten Vokalwert zwischen u, o und e kommt in den meisten austronesischen Sprachen sowie auf dem südostasiatischen Festland und in Südchina vor. Der konsonantische Anlaut ist hierbei beliebig. Zu dieser Wortgruppe für Buckelgongs gehören neben thailändisch khong unter anderem in Kambodscha auf Khmer kong (ga ṅ, englische Umschrift korng), in Myanmar burmesisch maung (Buckelgongs in den Gongkreisen maung-zaing), maduresisch ghung, Bataksprachen gung, Tai-Sprachen mang und in Sprachen der südchinesischen Jingpo beng.
Das thailändische Wort ist auch im Namen kong pang für ein besonderes Gongspiel der mit einigen thailändischen Ethnien verwandten Shan in Myanmar enthalten. Vier bis zehn Gongs hängen beim kong pang senkrecht in einem Gestell und können über einem Mechanismus von einem einzelnen Spieler gleichzeitig angeschlagen werden. Das lediglich einen konstanten Rhythmus produzierende Gongspiel dient zusammen mit der großen Bechertrommel ozi zur Begleitung von Tänzen.[18]
Möglicherweise verbreitete sich das lautmalerische Wort zusammen mit den Gongs von Südchina über Südostasien und wurde später in den einzelnen Sprachen lautlich angeglichen. Auch die Bedeutung dieser Wörter von zunächst allgemein „Schlaginstrument“ dürfte sich erst später zu „Gong“ konkretisiert haben. In China wurden noch in der Tang-Zeit (618–907) die Gongs sprachlich den Trommeln gu („Trommel“) zugeordnet und mit einer Vorsilbe näher bezeichnet (tonggu, „Bronzetrommel“). Erst später wurde luo zum Sammelbegriff für chinesische Gongs. Tonggu bezeichnete in der Shang-Zeit (18.–11. Jahrhundert v. Chr.) auch Fasstrommeln, also Membranophone, mit einem bronzenen Korpus. Vergleichbar bezeichnete Sanskrit bheri in altindischen und in altjavanischen Texten „Trommeln“ (vgl. bera), später wurde daraus beri für einen kleinen indonesischen Gong.[19] Im Thailändischen gehören khong für Gongs und klong als allgemeine Bezeichnung für Trommeln lautlich zur selben Wortgruppe.
Generell haben die ältesten und einfachsten thailändischen Musikinstrumente lautmalerische einsilbige Namen. Neben khong und klong sind dies unter anderem krong für eine große Bambusschlitztrommel, krap für hölzerne Klappern, ching für Handzimbeln, khlui für Bambusflöten, phia für eine Stabzither mit Kokosnussresonator und so(r) für mehrere Spießgeigen wie die so u. Die weitere Differenzierung dieser Instrumentengruppen führte zu zusammengesetzten Namen.[20]
Die nur in der nordostthailändischen Region Isan zur Begleitung von zeremoniellen Tänzen verwendeten Flachgongs panghaq (panghat) gehen namentlich nicht auf das Wortumfeld gong, sondern auf Sanskrit kangsa zurück, wovon auch die philippinischen Flachgongs gangsa ihren Namen ableiten. Kangsadan heißen ungewöhnlich große und schwere Flachgongs in buddhistischen Tempeln, wie etwa der Gong im Wat Phra That Hariphunchai in der Nordprovinz Lamphun mit einem Durchmesser von 2,28 Metern und einer Wandstärke von 3 Zentimetern.[21]
Bauform und Spielweise
Es gibt mehrere Stile thailändischer klassischer Musik, die als höfische oder zeremonielle Musik komponiert wurden und sich nach Anlass und ihrer Verwendung in geschlossenen Räumen oder im Freien unterscheiden. Bei klassischen Stilen werden für die rhythmische Struktur üblicherweise folgende Perkussionsinstrumente benötigt: ein Paar Handzimbeln ching als Taktgeber, ein zwischen die ching-Akzente fallendes kleines Paarbecken chap, eine die ching ergänzende Klapper krap, mehrere Trommeln klong, die rhythmische Muster produzieren und ein einzelner Gong khong mong, der das Ende eines rhythmischen Musters markiert.
Das piphat ist das funktionell an höchster Stelle stehende Zeremonialensemble für die Musik im Freien, das neben der namensgebenden Kegeloboe pi nai in seiner Kernbesetzung (khruang ha, „fünf Instrumente“) aus einem Xylophon ranat ek, einem Buckelgongkreis khong wong yai, einer Fasstrommel taphon und einem Zimbelpaar ching besteht.[22] Zum Ensemble mahori, das mit dem kambodschanischen mohori verwandt ist, gehören Saiteninstrumente, anstelle der schrillen Kegeloboe die leisere, für Innenräume geeignetere Bambusflöte khlui sowie vom piphat bekannte Xylophone und Gongkreise. Das dritte bekannte klassische Ensemble khruang sai, namentlich ein „Saiteninstrumentenensemble“, verwendet hauptsächlich die Saiteninstrumente des mahori, rhythmisch ergänzt um die Bechertrommel thon gepaart mit der Rahmentrommel rammana und Idiophone.
Rhythmisch verwendete Gongs
Khong mong
Sechs Gongs werden rhythmisch verwendet. Der khong mong (ฆ้องโหม่ง), kurz mong (โหม่ง), ist ein einzeln aufgehängter mittelgroßer Buckelgong, der nicht auf eine bestimmte Tonhöhe gestimmt ist. Sein Durchmesser beträgt 30 bis 45 Zentimeter, der rund nach unten gebogene Rand ist 5 Zentimeter breit. Er hängt mit einer durch zwei Löcher im Rand gezogenen Kordel üblicherweise an einem hölzernen Dreibeinstativ oder in einem kreisrunden Metallständer und wird von einem auf dem Boden davor sitzenden Musiker mit einem weichen Schlägelkopf geschlagen. Der mong wird in den größeren Ensembleformationen von piphat, mahori und khruang sai als Rhythmusinstrument verwendet. Ins heutige mittelgroße und große Ensemble piphat wurde der mong vermutlich zur Zeit von König Mongkut (Rama IV, reg. 1851–1868) eingeführt.
Je nach Ensembletyp wird der Gong zu unterschiedlichen Zählzeiten geschlagen: am Ende von acht, vier, zwei oder einer anderen Zahl von rhythmischen Einheiten. Sein Schlag fällt immer auf einen betonten Schlag der Handzimbeln ching. Im mittelgroßen Saiteninstrumentenensemble khruang sai bildet der mong zusammen mit der Kombination Bechertrommel-Rahmentrommel (thon-rammana), einem Zimbelpaar ching und der Klapper krap die Rhythmusgruppe.[23]
Khong chai
Zu den einzelnen Gongs gehört außerdem der khong chai (ฆ้องชัย, „Siegesgong“), auch khong mui (ฆ้องมุ่ย) oder khong hui (ฆ้องหุ่ย), dessen Durchmesser bis 80 Zentimeter oder mehr beträgt. Er ist der größte und schwerste thailändische Gong und wird nur bei bedeutenden höfischen Zeremonien verwendet. An buddhistischen Wats wird er geschlagen, um Mönchen den Beginn von Zeremonien oder wichtige Ereignisse anzukündigen. In dieser Funktion entspricht er der Messingschlagplatte kyizi in burmesischen Wats.
Bis heute schlagen viele Thailänder auf traditionelle Weise die Zeit mit einem Gong oder einer Trommel. Der Tageszeit entsprechend werden die Schlagtöne im sechsstündigen Wechsel mit lautmalerischen Wörtern benannt. Die morgendlichen stündlichen Zeitanzeigen von 6 Uhr bis um die Mittagszeit heißen hok mong chao („sechs Gongschläge am Vormittag“), ab 14 Uhr folgen die bai song mong („zwei Gongschläge am Nachmittag“) und am frühen Abend wird einmal die Trommel geschlagen. Nach Mitternacht wird die Zeit mit ti sam („drei Schlägen“) markiert. Diese Tradition wird auf einigen Wandmalereien in Wats dargestellt, auf denen die damit beauftragten Personen lässig ruhend zu sehen sind – wie etwa im Wat Arun in Bangkok. Eine Szene aus dem Ramakian im Wat Phra Kaeo in Bangkok zeigt drei müßig am Boden hockende Zeitanzeiger neben ihrem in einem Dreibeinstativ hängenden Gong als Mitglieder von Hanumans Affenarmee.[24]
Khong meng
Der khong meng (ฆ้องเหม่ง) ist ein kleiner Gong von 19 Zentimetern Durchmesser. Er wird mit einem gekrümmten hölzernen Handgriff an einer Kordel in der Hand gehalten und mit einem Holzstab oder einem weichen Schlägel geschlagen. Verwendet wird der khong meng im Ensemble bua loi, mit dem Schwertkämpfe begleitet werden, im Ensemble pi chawa klong khaek zur Begleitung von Boxkämpfen[25] und im älteren klong khaek. Letzteres Ensemble besteht aus zwei zweifelligen Fasstrommeln klong khaek, die wahrscheinlich von der javanischen kendang abstammen, einer Kegeloboe pi chawa und einem khong meng.
Unter König Mongkut wurde das in der Ayutthaya-Periode geltende Verbot für Frauen, auf Schauspielbühnen aufzutreten, aufgehoben. Frauen, die bislang im mahori-Ensemble musiziert hatten, drängten nun als Schauspielerinnen auf die Bühne und das Frauenensemble wurde vernachlässigt. Einige männliche Musiker ergänzten in dieser Zeit das bestehende Ensemble klong khaek mit dem khong meng um die von den Frauen übernommenen Spießgeigen so duang und so u und um die Zither chakhe zum Ensemble pi chawa klong khaek. Später wurden die Fasstrommeln und die Kegeloboe durch die Trommelkombination thon-rammana und die Flöte khlui ersetzt, was eine Form des mahori mit Saiteninstrumenten ergab.[26]
Das bua loi-Ensemble setzt sich aus einer pi chawa, zwei mit den Händen geschlagenen zweifelligen Zylindertrommeln klong malayu und einem khong meng zusammen. Die klong malayu ist etwas kleiner als die kendang, kam dem Namen nach aus Malaysia und wurde bei ihrer Einführung zunächst in der königlichen Elefantenprozession verwendet, an der auch Malaiien teilnahmen.[27]
Beim traditionellen Zeremonialensemble khruang prakhom, auch wong khruang klong khaeng, werden die zwei Formen klong malayu und klong khaek unterschieden. Das Ensemble klong malayu besteht aus vier gleichnamigen Trommeln, einer Kegeloboe pi chawa („pi aus Java“) und einem khong meng. Ein anderer beschreibender Name für dieses Ensemble lautet wong klong si pi nueng („vier-Trommeln-und-eine-Kegeloboe-Ensemble“). Früher begleitete es die Paraden des Königs und auf Veranlassung des Königs die Parade bei einer Verbrennungszeremonie. Später wurde es zum allgemeinen Ensemble für Begräbniszeremonien.[28]
Khong kratoa
Der kleine dünnwandige khong kratoa (auch khong kratae, ฆ้องกระแต, „Eichhörnchen-Gong“) mit einem Durchmesser von 20 Zentimetern und einem breiten Rand liegt waagrecht in einem Holzkasten. Früher wurde er als Signalinstrument im Palast verwendet, um nachts die Wachleute zu rufen und um vor öffentlichen Proklamationen für die Aufmerksamkeit der Zuhörer zu sorgen.
Khong khu
Khong khu (ฆ้องคู่) bezeichnet zwei kleine Buckelgongs von ähnlicher Größe wie der khong kratoa, aber aus dickerem Bronzeblech. Die beiden Gongs befinden sich waagrecht auf Schnüren gelagert in einer stabilen Holzkiste, die zum Transport mit einem Klappdeckel ausgestattet ist. Die unterschiedlich großen Gongs mit einem rechtwinklig gebogenen hohen Rand produzieren einen tiefen und einen hohen Ton.
Die khong khu werden nur in phiphat-Ensembles verwendet, die bestimmte, aus Südthailand stammende Tanzdramen (lakhon) begleiten. Zu diesen gehören das alte lakhon chatri (ละครชาตรี, „Krieger-Theater“) und das verwandte nora (โนรา, auch menora), dessen Ursprung auf der Malaiischen Halbinsel liegt. Der hierfür eingesetzte Ensembletyp wird „leichtes“ piphat genannt, im Unterschied zum „schweren“ phiphat, das die Maskentänze khon begleitet. Neben den khong khu gehören zum „leichten“ piphat eine Kegeloboe, zwei Bechertrommeln thon und ein oder zwei klong chatri (kleiner als die großen Fasstrommeln klong that).[29]
Khong rao
Die khong rao (ฆ้องราว, „Gong-Gestell“), auch khong rabeng, sind ein Set aus drei unterschiedlich großen Buckelgongs, die senkrecht nebeneinander an der waagrechten Stange eines Holzgestells hängen. Der kleinste Gong hat etwa 30 Zentimeter Durchmesser und der größte etwa 50 Zentimeter. Der heute praktisch verschwundene khong rao wurde früher bei königlichen Zeremonien verwendet. Der zweite Name khong rabeng bezieht sich auf seinen Einsatz im rabeng, einer früheren vokalen Unterhaltungsmusik.[30]
Melodisch verwendete Gongs
Als Melodieinstrument einsetzbare Gongspiele sind als Vergrößerung des aus drei Gongs bestehenden khong rao vorstellbar. Zunächst wurden sieben Gongs zusammengestellt, um eine entsprechende Tonleiter spielen zu können.[31] Der so gebildete, heute verschwundene khong rang bestand aus acht Gongs, die in einem Gestell in einer geraden Linie aufgereiht waren. Die heutigen, in einem Dreiviertelkreis angeordneten Gongs lagern waagrecht dicht nebeneinander in einer aufsteigenden Abfolge beginnend vom tiefsten Gong links vom Spieler bis zum höchsten Gong an seiner rechten Seite. Zwischen dem inneren und äußeren, leicht elliptischen Kreisbogen aus Rattan verlaufen für jeden Gong zwei parallele Kordeln, die durch Löcher in den Flanken geführt werden, sodass der Gong berührungsfrei an seinem Platz gehalten wird. Die aus dünnen senkrechten Stäben offen konstruierten Rahmen sind etwa 25 Zentimeter hoch. Für eine eventuell notwendige Feinstimmung der Gongs wird an deren Innenseite ein Klumpen aus einer Mischung von Bienenwachs und Blei angebracht.[32]
Gongkreise sind auf Thailand, Laos und Myanmar beschränkt. Die kreisförmige Anordnung von melodiefähigen Schlaginstrumenten um den am Boden sitzenden Musiker ist darüber hinaus mit dem tabla tarang, einem Kreis aus gestimmten Kesseltrommeln, und dem jaltarang, einem Kreis aus mit Wasser gefüllten Porzellanschalen, in Indien bekannt. Gongkreise gab es dagegen auch in früheren Zeiten in Indien nicht.
Khong wong yai
Der tief klingende khong wong yai (ฆ้องวงใหญ่, „großer Gongkreis“, mit wong, „Kreis“, und yai, „groß“) ist das führende Melodieinstrument im piphat-Ensemble. Es entspricht dem khong (wong) nyai in Laos und dem kong thom in Kambodscha. Der khong wong yai besteht aus 16 Buckelgongs mit Durchmessern zwischen 12 und 17 Zentimetern und einem Tonumfang von etwas über zwei Oktaven (d1 – e3).[33] Der Durchmesser des gesamten Musikinstruments beträgt ungefähr 120 Zentimeter. Der Musiker schlägt die Gongs mit zwei Schlägeln, deren scheibenförmige Köpfe traditionell aus getrockneter Wasserbüffelhaut gefertigt sind.
Der khong wong yai entstand in der Nachfolge eines aus 8 oder 9 Gongs bestehenden Instruments zur Zeit des Khmer-Reichs von Angkor. Bei einer aus sieben Tönen bestehenden Tonskala der Khmer, die der heptatonischen Skala pélog der Javaner entspricht, erreichte der Khmer-Gongkreis einen Tonumfang von einer Oktave plus dem ersten Ton der höheren Oktave. Entsprechend verdoppelt ist der Tonumfang des heutigen thailändischen Gongkreises. Bei dieser Verdoppelung des damaligen khong rang mit 8 Gongs in einer geraden Reihe wäre es möglich gewesen, die Gongs wie beim javanischen bonang (mit in pélog-Stimmung 14 Gongs) in zwei Reihen parallel anzuordnen, damit sie für den Spieler bequem erreichbar sind, oder, wie für Thailand typisch geworden, die Reihe zu einem Kreis zu biegen. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war auch der javanische bonang noch einreihig und halbkreisförmig, wie ein Foto des Gamelan im Kraton von Jogyakarta zeigt.[34] Alain Daniélou (1957) stellt einen Zusammenhang zwischen der heptatonischen Stimmung und der Bogenharfe her, deren Saiten nur einen Ton hervorbringen. Die indische Bogenharfe (ehemals yazh in Südindien) verschwand um die Mitte des 1. Jahrtausends, wurde danach in Myanmar eingeführt, wo sie als saung gauk fortlebt, und ist auf etlichen Tempelreliefs in Angkor zu sehen. Im 16. Jahrhundert geriet die kambodschanische Bogenharfe pin (von Sanskrit vina) in Vergessenheit. In der thailändischen Musik wurden zu keiner Zeit Bogenharfen gespielt. Daniélou zufolge soll in Kambodscha der Buckelgongkreis mit seinen festen Tonhöhen die Stimmung der Bogenharfe übernommen haben.[35] Der Gongkreis existiert in seiner heutigen Form seit dem Ende des Königreichs Ayutthaya (Mitte 18. Jahrhundert), wie das Relief auf einem im Nationalmuseum Bangkok aufbewahrten Buchdeckel belegt, der den Zerstörungen bei der Eroberung des Reichs 1767 entging. Der abgebildete Gongkreis befindet sich in der Mitte des Orchesters, umgeben von Blasinstrumenten und auf der rechten Seite Zupfinstrumenten. Die übrigen Figuren spielen wahrscheinlich kleine Perkussionsinstrumente oder singen.[36]
Die Hauptmelodie wird auf dem khong wong yai typischerweise mit beiden Schlägeln in parallelen Oktaven gespielt. Steigt die Melodie soweit an, dass der obere Oktavton über den höchsten Gong hinausgeht, verbleibt die rechte Hand bei einem der höchstens Gongs und spielt dort eine ostinate Tonfolge. Bei Notenwerten mit doppelter Geschwindigkeit spielen beide Schlägel nacheinander Einzeltöne des Melodieverlaufs. Andere Intervalle außer Oktaven, die bei manchen Passagen vorkommen, sind vor allem Quarte und Sekunde.[37]
Khong wong lek
Der ungefähr eine Oktave höher klingende Gongkreis khong wong lek (ฆ้องวงเล็ก, „kleiner Gongkreis“), in Laos khong wong noi oder khong wong ek,[38] in Kambodscha kong tauch,[39] besitzt 18 Gongs mit Durchmessern zwischen 9 und 13 Zentimetern. In Ensembles wird der khong wong lek stets zusammen mit dem khong wong yai verwendet. Dieser Gongkreis wurde unter König Rama III. (reg. 1824–1851) als kleinere detailgetreue Entsprechung des khong wong yai eingeführt. Sein Durchmesser beträgt etwa 112 Zentimeter. Die beiden größten Gongs am rechten Ende sind nicht geschlagene Attrappen, die nur den Kreis vervollständigen sollen, damit die gesamte Form dem khong wong yai entspricht. Die scheibenförmigen Schlägelköpfe sind etwas kleiner als die beim größeren Gongkreis verwendeten.
Der khong wong lek ergänzt in mittelgroßen und großen Ensembles den khong wong yai, indem er in schnellen Tonfolgen dessen Melodie variiert und nur gelegentlich einige melodische Verzierungen ergänzt.
Das unter Rama III. neu formierte mahori-Ensemble bestand aus zwölf Musikern. Ergänzend waren neben dem khong wong lek auch das tief klingende Xylophon ranat thum, die kleinen Zimbeln ching und die größeren chap hinzugekommen. In einem heutigen mittelgroßen piphat-Ensemble (khruang khu, „Musikinstrumente paarweise“) spielen zwei Kegeloboen pi, eine Fasstrommel taphon, Zimbeln ching (und eventuell chap), ein hoch tönendes Xylophon ranat ek, ein tief tönendes Xylophon ranat thum, ferner khong wong yai und khong wong lek, zwei Trommeln klong that und ein Gong mong.[40]
Der khong wong klang (ฆ้องวงกลาง, „mittelgroßer Gongkreis“), auch khong klang, ist eine kleinere und leiser klingende Version der Gongkreise, die als besser für das Zusammenspiel mit Saiteninstrumenten geeignet erschien[41] und heute verschwunden ist.
Khong mon
Der khong mon (ฆ้องมอญ, englische Umschrift khawng mawn), auch khong wong mon, in Myanmar pat kon, ist ein halbkreisförmiges Gongspiel, das nicht waagrecht am Boden liegt, sondern senkrecht aufgestellt mit beiden Enden nach oben ragt. Die 15 Gongs sind mit ihren Befestigungsschnüren in einen schweren hölzernen Rahmen eingehängt. Der Rahmen ist aufwendig reliefiert und mit Goldfarbe auf rotem Untergrund bemalt. Das prächtige Aussehen wird durch eingelegtes buntes Glas und Spiegel verstärkt. Die Schnitzereien entwickeln sich an den Enden zu einer Figur, die ein mythisches Wesen, halb Mensch und halb Vogel, darstellt und kin non genannt wird. Das Ende auf der Seite der kleineren Gongs läuft in einen Schwanz aus und aus dem Ende der größeren Gongs wächst eine plastische menschliche Figur mit einer hohen Krone auf dem Kopf heraus. Für einen stabilen Stand sorgt eine breite flache Fußplatte unter der Mitte des Korpus. Das Musikinstrument wird in zwei Größen gefertigt: khong mon yai und khong mon lek. Deren Stimmungen entsprechen den beiden Gongkreisen khong wong.
Musikalisch unterscheidet sich der khong mon von den anderen Gongkreisen durch einen fehlenden Buckelgong in der unteren Oktave. Wo dieser für das Oktavintervall gebraucht würde, spielt der Musiker an seiner Stelle eine Quarte. Die Funktion des khong mon ist auf den Einsatz in der Begräbnismusik beschränkt, bei der er die anderen Gongkreise ersetzt. Hierbei können mehrere khong mon in Reihen neben- und hintereinander zum Einsatz kommen.[42]
Der Namenszusatz mon stellt eine Verbindung zum im südlichen Grenzgebiet von Myanmar und Thailand lebenden Volk der Mon her. Das piphat mon-Ensemble wurde von einer der Frauen König Mongkuts (1854–1868), die von den Mon abstammte, für die Bestattungszeremonien am Hof eingeführt. Heute spielt dieses Ensemble generell bei Begräbnissen. Es besteht aus den beiden Xylophonen ranat ek und ranat thum, einem „kleinen“ und einem „großen“ khong mon, einer Kegeloboe pi mon, einer Fasstrommel taphon mon, einem Trommelspiel poeng mang khok, das aus sieben in einem halbrunden Holzgestell aufgehängten Fasstrommeln besteht und mit dem größeren melodieführenden Trommelkreis pat waing in Myanmar verwandt ist, aus den Zimbeln ching und chap sowie aus einem Gong mong. Das Ensemble spielt ein altes Mon-Repertoire und eine Gruppe von thao genannten Kompositionen.[43]
Literatur
- Terry E. Miller, Jarernchai Chonpairot: A History of Siamese Music Reconstructed from Western Documents, 1505–1932. In: An Interdisciplinary Journal of Southeast Asian Studies, Band 8, Nr. 2, 1994, S. 1–192
- Terry E. Miller: Thailand. In: Terry E. Miller, Sean Williams (Hrsg.): Garland Encyclopedia of World Music. Band 4: Southeast Asia. Routledge, London 1998, ISBN 0-8240-6040-7, S. 230–232
- David Morton: The Traditional Music of Thailand. University of California Press, Berkeley 1976, ISBN 0-520-01876-1, Textarchiv – Internet Archive
- David Morton: Khawng. In: Grove Music Online, 22. September 2015
- Gretel Schwörer-Kohl: Gong und Gongspiele. (1995) In: MGG Online, November 2016
- Gretel Schwörer-Kohl: Thailand, Laos, Kambodscha. III. Musikinstrumente. 1. Idiophone. (1998) In: MGG Online, Februar 2022
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Gretel Schwörer-Kohl: Gong und Gongspiele. I. Definition. II. Klassifikation. 2016
- ↑ Alan R. Trasher: Zhong. 2. History and usage. In: Grove Music Online, 2001
- ↑ a b c Gretel Schwörer-Kohl: Gong und Gongspiele. VI. Geschichte, 2016
- ↑ Raden Tumenggung Purbodiningrat: Gamelan. In: Judith Becker (Hrsg.): Karawitan: Source Readings in Javanese Gamelan and Vocal Music, Band 2 (Michigan Papers On South And Southeast Asia), University of Michigan Press, Ann Arbor 1987, S. 233–260, hier S. 235f
- ↑ Arsenio Nicolas: Gongs, Bells, and Cymbals: The Archaeological Record in Maritime Asia. From the Ninth to the Seventeenth Centuries. In: Yearbook for Traditional Music, Band 41, 2009, S. 62–93, hier S. 63f, 69f, 80
- ↑ Gretel Schwörer-Kohl: Thailand, Laos und Kambodscha. I. Einleitung und Geschichte. In: MGG Online, Februar 2022
- ↑ Die praktisch einzige altindische Abbildung, die als Gong interpretiert werden könnte, fand sich am Stupa von Amaravati aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. Walter Kaufmann (1981) hält den an einer Stange, die von zwei Yakshas getragen wird, hängenden Korpus mit breitem Rand für eine Trommel (Musikgeschichte in Bildern. Band 2. Musik des Altertums. Lieferung 8: Altindien. Hrsg. Werner Bachmann. Deutscher Verlag für Musik, Leipzig 1981, S. 104, Abb. 61), Roger Blench (2007) hingegen ohne Begründung für einen Gong (Musical instruments of South Asian origin depicted on the reliefs at Angkor, Cambodia. ( vom 4. August 2025 im Internet Archive) Draft, Juli 2007, S. 2)
- ↑ Roger Blench: Musical instruments of South Asian origin depicted on the reliefs at Angkor, Cambodia. Draft, Juli 2007, S. 1–7, hier S. 2
- ↑ David Morton, 1976, S. 4. Morton geht nicht auf die älteren, mutmaßlichen chinesischen Kesselgongkreise ein.
- ↑ Arsenio Nicolas: Musical Nomenclature for the Sanskrit term kangsa in Southeast Asia. In: Himanshu Prabha Ray (Hrsg.): The Archaeology of Knowledge Traditions of the Indian Ocean World. Routledge India, 2020, S. 211–242, hier S. 214f
- ↑ Arsenio Nicolas, 2020, S. 220
- ↑ David Morton, 1976, S. 13
- ↑ Pere Bouvet, 1685: J. C. Gatty (Hrsg.): Voiage de Siam du Pere Bouvet. 2 Bände, E.J. Brill, Leiden 1963
- ↑ Simon de la Loubere, 1693: A. P. (Übersetzer): A New Historical Relation of the Kingdom of Siam. 2 Bände, London. Nachdruck: The Kingdom of Siam. Oxford University Press, Kuala Lumpur 1969
- ↑ Terry E. Miller, Jarernchai Chonpairot, 1994, S. 53–55
- ↑ Arsenio Nicolas: Musical Nomenclature for the Sanskrit term kangsa in Southeast Asia. In: Himanshu Prabha Ray (Hrsg.): The Archaeology of Knowledge Traditions of the Indian Ocean World. Routledge India, 2020, S. 211–242, hier S. 213
- ↑ András Varsányi: Gong Ageng. Herstellung, Klang und Gestalt eines königlichen Instruments des Ostens. (Tübinger Beiträge zur Musikwissenschaft, Band 21) Hans Schneider, Tutzing 2000, S. 269
- ↑ Gavin Douglas: Kong pang. In: Laurence Libin (Hrsg.): The Grove Dictionary of Musical Instruments. Band 3, Oxford University Press, Oxford/New York 2014, S. 198
- ↑ Gretel Schwörer-Kohl: Gong und Gongspiele. III. Etymologie. 2016
- ↑ David Morton, 1976, S. 44
- ↑ Arsenio Nicolas: Musical Nomenclature for the Sanskrit term kangsa in Southeast Asia. In: Himanshu Prabha Ray (Hrsg.): The Archaeology of Knowledge Traditions of the Indian Ocean World. Routledge India, 2020, S. 211–242, hier S. 224
- ↑ Terry E. Miller: Pī phāt. In: Grove Music Online, 2001
- ↑ David Morton, 1976, S. 67f, 105, 111
- ↑ Terry E. Miller: The Uncertain Musical Evidence in Thailand's Temple Murals. In: Music in Art, Band 32, Nr. 1/2 (Music in Art: Iconography as a Source for Music History, Band 3) Frühjahr–Herbst 2007, S. 5–32, hier S. 14, 26, Abb. 30, 31
- ↑ Ingo Stoevesandt: The Music of Southeast Asia. www.istov.de
- ↑ David Morton, 1976, S. 103f
- ↑ David Morton, 1976, S. 112
- ↑ Panya Roongruang, Pakorn Rodchangphoen, Arthorn Thanawat: Phleng-ruang Mahori: A New Invention Thai Musical Genre. In: Journal of Modern Learning Development, April 2023, S. 306–320, hier S. 306f
- ↑ David Morton, 1976, S. 104
- ↑ David Morton, 1976, S. 44
- ↑ Prince Damrong Rajanubhab: Siamese Musical Instruments. The Royal Institute, Bangkok 1931, S. 2
- ↑ David Morton, 2015
- ↑ David Morton, 1976, S. 49
- ↑ Jaap Kunst: Music in Java. Its History, its Theory and its Technique. 3. Auflage herausgegeben von Ernst L. Heins. Band 1. Martinus Nijhoff, Den Haag 1973, S. 156; Band 2, S. 434, Abb. 108
- ↑ Alain Daniélou: La musique du Cambodge et du Laos. (Publications de l’Institut Français d’Indologie, Band 9) Institut Français de Pondichéry, 1957, S. 3f
- ↑ David Morton, 1976, S. 45–48
- ↑ David Morton, 1976, S. 49f
- ↑ Terry E. Miller: Laos. In: Terry E. Miller, Sean Williams (Hrsg.): Garland Encyclopedia of World Music. Band 4: Southeast Asia. Routledge, London 1998, ISBN 0-8240-6040-7, S. 355
- ↑ Terry E. Miller, Sam-ang Sam: Classical Musics of Cambodia and Thailand: A Study of Distinctions. In: Ethnomusicology, Band 39, Nr. 2, Frühjahr–Sommer 1995, S. 229–243, hier S. 230
- ↑ David Morton, 1976, S. 50f, 103, 105
- ↑ David Morton, 1976, S. 51
- ↑ David Morton, 1976, S. 52f
- ↑ Gretel Schwörer-Kohl: Thailand, Laos, Kambodscha. IV. Instrumentalensembles. 1. Thailand. (1998) In: MGG Online, Februar 2022