Kay Sekimachi
Kay Sekimachi (* 30. September 1926 in San Francisco, Kalifornien) ist eine US-amerikanische Textilkünstlerin und Weberin. Sie gilt als bedeutende Vertreterin der amerikanischen Arts-and-Crafts-Bewegung sowie als Pionierin bei der Etablierung der Webkunst als eigenständige künstlerische Ausdrucksform.[1][2] Ihre Werke befinden sich in zahlreichen öffentlichen Sammlungen, darunter in den Fine Arts Museums of San Francisco, im Museum of Arts and Design in New York, im Oakland Museum of California sowie in der Renwick Gallery der Smithsonian Institution.[3]
Leben
Kay Sekimachi wurde 1926 in San Francisco geboren und wuchs überwiegend in Berkeley auf. Zwischen ihrem dritten und vierten Lebensjahr verbrachte sie ein Jahr in Japan. Nach ihrer Rückkehr entwickelte sie ein frühes Interesse an gestalterischen Tätigkeiten, unter anderem beim Anfertigen von Accessoires für Papierpuppen und beim Besuch von Kalligrafiekursen. Nach dem Tod ihres Vaters zog die Familie zu einer anderen japanisch-amerikanischen Familie.[3]
Im Jahr 1942 wurde sie im Alter von 16 Jahren zusammen mit ihrer Familie im Zuge der Zwangsumsiedlung japanischstämmiger US-Bürger infolge der Executive Order 9066 während des Zweiten Weltkriegs in ein Internierungslager gebracht. Zunächst wurde sie im Tanforan Assembly Center und anschließend im Topaz War Relocation Center in Utah festgehalten. In Topaz besuchte sie die von Chiura Obata gegründete Kunstschule und erhielt Unterricht in Malerei und Origami. Darüber hinaus belegte sie Kurse in Malerei, Kostümentwurf und Innenraumgestaltung an der dortigen Highschool. 1944 wurde sie gemeinsam mit ihrer Familie aus dem Internierungslager entlassen und sie zogen nach Cincinnati. Sie lebten in einem Hostel der Quäker. Kay Sekimachi arbeitete zunächst als Haushaltshilfe, dann als Glasuristin beim Töpfern und schließlich als Zahntechnikerin. 1945 kehrte die Familie nach Berkeley zurück.[3]
Ausbildung und künstlerische Entwicklung
1946 begann Kay Sekimachi ein Studium am California College of Arts and Crafts (CCAC). 1949 brach sie dieses ab, um sich vollständig dem Weben zu widmen. Sie absolvierte Grundkurse an der Berkeley Adult School und hörte im Jahr 1951 am Pond Farm in Guerneville[4] einen Vortrag der Bauhaus-Weberin Trude Guermonprez. In den Sommern 1954 und 1955 kehrte sie für weitere Studien bei Guermonprez an das CCAC zurück und vertrat diese im Sommer 1955 zeitweise als Lehrkraft. Von 1964 bis 1972 unterrichtete sie an der Berkeley Adult School und von 1965 bis 1986 am San Francisco Community College. 1972 heiratete sie den Holzbildhauer Bob Stocksdale. 1975 erhielt sie ein Stipendium des National Endowment for the Arts, das es ihr ermöglichte, Japan zu bereisen.[3]
Werk und Rezeption
Kay Sekimachis textile Arbeiten wurden in den USA, Europa und Asien ausgestellt.[5] Zu ihren Einzelausstellungen zählen Präsentationen im Mingei International Museum in San Diego und im Craft and Folk Art Museum in Los Angeles. Das American Craft Museum in New York organisierte zwischen 1993 und 1995 die Wanderausstellung Marriage in Form: Kay Sekimachi & Bob Stocksdale, die an mehreren Orten in den Vereinigten Staaten gezeigt wurde. Für ihr Lebenswerk erhielt Kay Sekimachi zahlreiche Auszeichnungen, darunter 2002 die Gold Medal des American Craft Council.
Kay Sekimachi lebt in Berkeley, Kalifornien.[4]
Literatur
- Gordon H. Chang, Mark Dean Johnson, Paul J. Karlstrom (Hrsg.): Asian American Art: A History, 1850–1970. Stanford University Press, Stanford (CA), 2008.
- Krystal Reiko Hauseur: Crafted Abstraction: Three Nisei Artists and the American Studio Craft Movement: Ruth Asawa, Kay Sekimachi, and Toshiko Takaezu. Dissertation, University of California, Irvine, 2011.
Weblinks
- Densho Encyclopedia
- Smithsonian American Art Museum
- Kay Sekimachi Oral History, Interview von Suzanne Baizerman, 26. Juli – 6. August 2001, Archives of American Art.
Einzelnachweise
- ↑ Kay Sekimachi | Smithsonian American Art Museum. Abgerufen am 17. November 2025 (englisch).
- ↑ Kay Sekimachi. Abgerufen am 17. November 2025.
- ↑ a b c d Kay Sekimachi. Abgerufen am 17. November 2025.
- ↑ a b Home | Pond Farm Pottery. Abgerufen am 17. November 2025.
- ↑ Kay Sekimachi | Smithsonian American Art Museum. Abgerufen am 17. November 2025 (englisch).