Kaufstraße 26 (Weimar)
Die Kaufstraße 26 ist ein Wohn- und Geschäftshaus in der Weimarer Altstadt.
Geschichte
Laut dendrochronologischer Untersuchung wurde das dreigeschossige Renaissancegebäude um 1560 erbaut. Mit ihm zusammen entstand vermutlich auch das östliche Seitengebäude an der Mostgasse. Die rückwärtige Hofbebauung erfuhr im 19. und 20. Jahrhundert umfangreiche Veränderungen und hatte durch die Luftangriffe auf Weimar Kriegsschäden davongetragen, was zu Neubauten führte. Das Hauptgebäude verfügt über eine aus Bruchstein gefügtes Bruchsteintonnengewölbe im Keller. Es befindet sich städtebaulich in einer exponierten Lage in der Einmündung der Kaufstraße zum Herderplatz. Der Bereich des Ladeneinganges akzentuiert dieses zusätzlich. Das Gebäude besaß ursprünglich ein Satteldach und einen zum Herderplatz weisenden Giebel. Das Satteldach wurde nachträglich abgewalmt. Bei der Instandsetzung 1976/77 wurde die Schieferbedeckung durch eine Priolitdeckung ersetzt und die profilierten Renaissancegewände überputzt. Trotz der erheblichen baulichen Eingriffe blieben in den Obergeschossen die räumlichen Strukturen mit Stuben und Kammern zur Straße sowie Vorsaal und seitlich gelegene Küche zum Hof erhalten. Der Zutritt erfolgt über einen aus dem Gebäudeumriss nicht hervortretenden Wendelstein im Südosten. Erhalten, wenn auch durch späte Reparaturen verändert, ist das zweigeschossige Kehlbalkendach mit doppelt liegendem Stuhl. Laut dem Rainer Müller stellt die im Fachwerk abgezimmerte Bodenkammer aus der Erbauungszeit mit kielbogiger Eingangspforte und Bretleistentür eine Besonderheit dar.[1] Dieses Haus war einst das Stichlingsche Haus. Es wurde nach seinem Besitzer Constantin Stichling benannt.[2] Erster Besitzer der Familie Stichling war allerdings sein Vater, der Tuchhändler Ernst Christoph Stichling. Im Jahr 1893 kam das Gebäude in den Besitz von dem Lithographen Rudolf Borkmann.[3]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Rainer Müller: Kulturdenkmale in Thüringen: Stadt Weimar. Band 4.1.: Altstadt. E. Reinhold Verlag, Erfurt 2009, S. 419 f.
- ↑ Am Weimarischen Hofe unter Amalien und Karl August. Erinnerungen von Karl Frhr. von Lӱncker. Herausgegeben von seiner Grossnichte Marie Scheller. Berlin 1912, S. 157 Anm. 8.
- ↑ Art. Druckereien, in: Gitta Günther, Wolfram Huschke, Walter Steiner (Hrsg.): Weimar. Lexikon zur Stadtgeschichte. Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1998, S. 95 f. Hier S. 96.
- ↑ Zur DDR-Zeit hieß die Kaufstraße Dimitroffstraße. Gitta Günther, Rainer Wagner: Weimar. Straßennamen. RhinoVerlag, Ilmenau 2012, S. 88. ISBN 978-3-939399-49-0
Koordinaten: 50° 58′ 51,2″ N, 11° 19′ 47,8″ O