Ernst Christoph Stichling

Ernst Christoph Stichling (geb. 8. September 1737 in Erfurt ?; gest. Febr. 1803 ebd.) war Kauf- und Handelsherr in Weimar.

Leben

Stichling kam aus einem angesehenen Kaufherrengeschlecht und einer der ältesten Ratsfamilien in Erfurt.[1] Er selbst wurde als „wohlangesehener Kauf- und Handelsherr“. beschrieben. Er stand im Briefverkehr u. a. mit Christoph Martin Wieland, mit dem er auch befreundet war. Er war zudem Schwiegervater von Wielands Tochter Julie.[2] Auf dem damaligen Töpfermarkt, dem heutigen Herderplatz befand sich sein Tuchladen, den Carl Wilhelm Heinrich von Lyncker als „von ziemlicher Bedeutung“ bezeichnete.[3] Als Goethe 1775 in Weimar eintraf war Stichlings Tuchwarenhandlung eines der wenigen Geschäfte der Stadt überhaupt.[4] Das „Stichlingsche Haus“ war die Kaufstraße 26.

Er war Vater des Weimarischen Kammerpräsidenten Carl Wilhelm Constantin Stichling.[5]

Einzelnachweise

  1. Gottfried Theodor Stichling: Aus Drei und fünfzig Dienstjahren. Weimar: Hermann Böhlau, 1891, S. 2 f.
  2. Brief von Wieland, Christoph Martin an Stichling, Ernst Christoph vom 30. Januar 1799 auf kalliope-verbund.info
  3. Am Weimarischen Hofe unter Amalien und Karl August. Erinnerungen von Karl Frhr. von Lӱncker. Herausgegeben von seiner Grossnichte Marie Scheller. Berlin 1912, S. 8.
  4. Georg Schmidt: Durch Schönheit zur Freiheit. Die Welt von Weimar-Jena um 1800. Beck, München 2022, S. 58. ISBN 978-3-406-78556-6.
  5. Neuer Nekrolog der Deutschen, Jg. 14 Teil 2, Weimar 1838, S. 525 ff.