Kateryna Ziabliuk
Kateryna Ziabliuk (ukrainisch Катерина Андріївна Зяблюк Kateryna Andrijiwna Sjabljuk, * 8. Oktober 1999 in Kiew) ist eine ukrainische Jazz- und Improvisationsmusikerin (Piano, Gesang, Komposition) und Journalistin, die derzeit in Polen lebt.
Leben und Wirken
Ziabliuk wuchs in einer Künstlerfamilie in Kiew auf und begann im Alter von sechs Jahren mit dem Klavierspielen und Singen.[1] Sie studierte in Katowice, Krakow und Mailand.[2]
2019 nahm Ziabliuk mit ihrem Trio die improvisierte Suite «Lisova Pisnya» auf, die auf einem Gedicht von Lesia Ukrainka basiert. Auf Einladung des Katowice JazzArt Festivals 2022 interpretierte sie das Stück in einem Duett mit der polnischen Sängerin Natalia Kordiak neu. Aus dieser Aufführung entstand das gemeinsame Projekt Tanōk. Im Jahr 2020 erschien ihr erstes Soloalbum mit dem Titel Borders Make You Grow. 2022 veröffentlichte sie ihren Auftritt beim Festival Enjoy Jazz in Ludwigshafen am Rhein als Live-Album mit Eigenkompositionen und Volksliedern.[2] Im selben Jahr trat sie beim Jazzfest Berlin mit der Sängerin Maryana Golovchenko und der Geigerin Anna Antypova auf und präsentierte Shadows of Forgotten Ancestors.[3]
Die Saxophonistin Monika Muc, die Bassistin Kamila Drabek und die Perkussionistin Patrycja Wybrańczyk holten sie in das «O.N.E Quartet», mit dem sie 2024 bei Jazzahead auftrat[4] und 2025 das Album Well, Actually… vorlegte.[5] Außerdem arbeitete Ziabliuk mit der Balkan-Folkband «Kriva Drina» zusammen.[2] Ihre Arbeit führt sie auch in den Bereich der elektroakustischen Musik.[4]
Ziabliuks Werk verbindet Komposition mit freier Improvisation und integriert Elemente traditioneller Musik, wobei sie die Kultur und das Erbe ihres Heimatlandes erkundet. Sie ist vielfach in ganz Europa aufgetreten, seit dem Beginn des russischen Überfalls auf die Ukraine auch als „Kulturbotschafterin“ ihres Landes.[1][4]
Weiterhin ist Ziabliuk Mitbegründerin und Herausgeberin des Online-Magazins «Meloport», in dem sie Artikel über improvisierte Musik veröffentlicht.[1]
Diskographische Hinweise
- Live at Enjoy Jazz Festival (2022)[6]
- Live at SPATif (2022, mit Kamila Drabek, Patrycja Wybrańczy)[6]
- O.N.E.: Well, Actually... (April 2025)
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b c Kateryna Ziabliuk. In: 1beat.org. Abgerufen am 25. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ a b c Kateryna Ziabliuk. In: All About Jazz. Abgerufen am 25. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ Rolf Thomas: Jazzfest Berlin. In: Jazzthetik. 2022 (jazzthetik.de).
- ↑ a b c Musik ohne Kompromisse – Interview mit der Band O.N.E. In: jazz-fun.de. 2024, abgerufen am 25. Dezember 2025.
- ↑ O.N.E. | Well, actually… In: jazzfuel.com. 3. Oktober 2025, abgerufen am 25. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ a b Ian Patterson: A Brief Guide To Ukrainian Jazz: Part 1. In: All About Jazz. 24. Februar 2025, abgerufen am 25. Dezember 2025 (englisch).