Karl August Grote
Karl August Grote (geboren 30. August 1825 in Celle; gestorben 24. März 1895 in Köln) war ein deutscher[1] Verwaltungsjurist,[2] Polizei- und Landrat[1] und Geheimer Regierungsrat.[3]
Leben
Karl August Grote wurde zur Zeit des Königreichs Hannover 1825 in Celle geboren als Sohn des später in Wienhausen tätigen Oberamtsmannes Georg Ludwig Grote und dessen Ehefrau (gestorben um 1840), eine Tochter des Celler Bürgermeisters[3] Ernst Friedrich Wilhelm Schulze (1759–1820)[4] und Schwester des Dichters der "bezauberten Rose"[3] Ernst Conrad Friedrich Schulze (1789–1817).[4] Nach dem frühen Tod seiner Mutter kümmerte sich Grotes Pflegevater, der Celler Zuchthaus-Pastor Adolf Goeschen, um den anfangs 15-Jährigen.[3]
Nach seiner Studienzeit arbeitete Grote ab 1849 in Eicklingen, ab 1851 in Gifhorn und ab 1853 in Zeven, wechselte aber im selben Jahr in die Residenzstadt Hannover, in der er an der dortigen Polizeidirektion zunächst als Amtsassessor arbeitete und ab 1859 bis 1865 als Polizeirat wirkte. Noch in Hannover wurde er Initiator und[3] – gemeinsam mit dem Pastor Julius Freytag und dem Theologen Gerhard Uhlhorn[2] – Mitbegründer des Evangelischen Vereins.[3]
Von 1865 bis 1867 arbeitete Grote bei der Polizeidirektion Göttingen, bevor er 1868 nach Iburg[3] und erstmals in das Osnabrücker Land wechselte[5] als Amtshauptmann in das Amt Iburg.[3] Von dort aus setzte er sich für eine Anstalt zur Heilung skrofulöser Kinder ein; aus diesem Plan entstand[5] die erste nach dem Barackensystem 1874 in Rothenfelde gebaute Kinderheilanstalt Bad Rothenfelde.[3]
1877 übersiedelte Grote nach Osterholz, wo er das Amt des Kreishauptmanns im Kreis Osterholz wahrnahm. Ab 1880 arbeitete er anfangs ebenfalls als Kreishauptmann in Osnabrück, wo er zuletzt als Osnabrücker Landrat für den Kreis Osnabrück wirkte.[3]
Zu Grotes größeren Verdiensten zählen die nach 1874 durch ihn ebenfalls angeregten Gründungen von Kinderheilanstalten in Salzdetfurth, Salzuflen, Essen, Lüneburg und auf Norderney. Sein von christlicher Nächstenliebe angetriebenes[3] sozialpolitisches Engagement fand Anerkennung durch seine außerordentlichen Mitgliedschaften im Provinziallandtag der Provinz Hannover und im hannoverschen Landeskonsistorium.[5]
Karl August Grote konnte zuletzt nur noch „durch eine silberne Kanüle“ atmen; er starb am 24. März 1895 in einer Klinik in Köln.[3]
Schriften (Auswahl)
- Gemeinnützige Bauvereine. Bericht an Königlich Hannoversches Ministerium des Innern, erstattet im März 1861, mit besonderer Berücksichtigung der Verhältnisse der Residenzstadt Hannover, Druck der Hofbuchdruckerei Gebr. Jänecke Hannover: Hahn'sche Hofbuchhandlung, 1861
Literatur
- Hannoverscher Volkskalender, Jahrgang 1896, S. 53ff.[3]
- me: Landrat August Grote wurde vor 150 Jahren geboren, in: Der Sachsenspiegel. Blätter für Geschichts- und Heimatpflege vom 8. November 1975[1]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b c o. V.: Grote, Karl August in der Datenbank Niedersächsische Personen in der Version vom 21. September 2015
- ↑ a b Bestand Landesverein für Innere Mission, Beschreibung der Archivalien im Landeskirchliche Archiv Hannover über das Archivinformationssystem Niedersachsen und Bremen
- ↑ a b c d e f g h i j k l m Wilhelm Rothert: Grote, in ders: Allgemeine Hannoversche Biographie, Bd. 2: Hannoversche Männer und Frauen seit 1866. Sponholtz, Hannover 1912, S. 134–136
- ↑ a b RWLE Möller: Celle-Lexikon. Von Abbensen bis Zwische. Lax, Hildesheim 1987, ISBN 3-7848-4039-6, S. 209
- ↑ a b c Gerd Steinwascher: Grote, Karl August. In: Rainer Hehemann (Bearb.): Biographisches Handbuch zur Geschichte der Region Osnabrück, S. 109