Kalaw
| ကလောမြို့ Kalaw | ||
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| Koordinaten | 20° 38′ N, 96° 34′ O | |
| Basisdaten | ||
| Staat | Myanmar | |
| Staat | Shan-Staat | |
| Höhe | 1300 m | |
| Einwohner | 57.797 (2014) | |
Kalaw, Straßenbild
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Kalaw (amtlich: ကလောမြို့) ist ein Ort am Westrand der Shan-Berge in Myanmar mit etwa 58.000 Einwohnern (Stand 2014[1]) und liegt auf etwa 1320 m Höhe. Er liegt etwa in der Mitte zwischen den größeren Städten Thazi und Taunggyi und wird als Eintrittsort in den südlichen Shan-Staat betrachtet.
Geographie
Der Ort liegt auf dem Shan-Plateau im Osten Myanmars am südöstlichen Rand des Shan-Staates. Der Ort war während der britischen Kolonialzeit aufgrund des angenehmen kühlen Klimas als Luftkurort („Hill Station“) unter den Soldaten und deren Angehörigen beliebt.
Bevölkerung
Der Ort ist von mehreren Dörfern der Shan-Bergvölker umgeben. Die Bevölkerung von Kalaw besteht zum größten Teil aus Shan, hinzu kommen Nachfahren nepalesischer Gurkhas sowie indischer Hindus und Muslime, die in der Kolonialzeit von den Engländern zum Eisenbahn- und Straßenbau sowie mit dem britischen Militär ins Land kamen.[2]
Sehenswürdigkeiten und Touristik
Im Ort gibt es mehrere Pagoden, die Shwe Oo Min Höhle mit 700 Buddha-Figuren, Kirchen und eine Moschee. In Kalaw befinden sich vier Tempel: der Aung-Cha-Tha-Tempel im Zentrum der Stadt mit spiegelverziertem Stupa und vier Buddha-Figuren im Innenbereich, der Dama-Yon-Tha-Tempel ebenfalls im Stadtzentrum, die Hsu-Taung-Pye-Pagode mit mehreren kleinen Stupas und das Thane-Taung-Kloster auf einem Hügel nördlich der Stadt.[2] Ebenfalls im Zentrum der Stadt befindet sich die Christ-the-King-Church, eine aus Backstein gebaut katholische Kirche mit einer Christusstatue aus Italien.[2]
Zu den wichtigsten Touristenattraktionen der Stadt gehört zudem der Markt, der alle fünf Tage in Kalaw stattfindet und bei dem vor allem die Bewohner der benachbarten Dörfer ihre Waren anbieten.[3][2] Im Ort gibt es zahlreiche Hotels und auch Restaurants.[2][4]
Die in der Umgebung befindlichen Ortschaften sowie die Höhlen von Pindaya können als Tagestouren besucht werden. Heute ist Kalaw zudem vor allem Ausgangspunkt für Trekking-Touren zum nahegelegenen Inle-See.[3]
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Amara Resort, eine frühere britische Residenz in Kalaw
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Aung-Cha-Tha-Tempel
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Marktszene in Kalaw
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Hsu-Taung-Pye-Pagode mit mehreren kleinen Stupas
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Fernstraße 4 (NH4) in der Nähe der Ortschaft Kalaw
Verkehr
Straße
Der Ort ist über den National Highway 4 (NH4) an die Infrastruktur des Landes angeschlossen. Für Touristen werden Expressbusse von Kalaw in die umliegenden Ortschaften und vor allem nach Pindaya angeboten.[2]
Eisenbahn
Die Bahnstrecke Thazi–Keng Tung erreichte 1921 Kalaw. Sie war seit 1912 in Etappen mit dem expliziten Ziel Kalaw eröffnet worden, weil der Ort in der Kolonialzeit ein beliebter Aufenthalt der Briten war. Die Überquerung der Gebirgskette, die zwischen Thazi und Shwenyaung liegt und dabei westlich von Kalaw vier Spitzkehren durchfährt und östlich von Kalaw ein Kreisviadukt nutzt, um die Höhenunterschiede zu bewältigen, ist selbst eine Sehenswürdigkeit.[5] Die Fahrtzeit bis Thazi beträgt etwa vier bis fünf Stunden und die nach Shwenyaung etwa drei Stunden.[2]
Luftverkehr
Der nächste Flughafen befindet sich in Heho östlich von Kalaw.[3]
Trivia
Kalaw ist der Hauptschauplatz des Romans „Das Herzenhören“ von Jan-Philipp Sendker.
Belege
- ↑ Kalaw bei citypopulation.de (Daten zur Volkszählung nach The 2014 Myanmar Population and Housing Census - The Union Report, Mai 2015, Myanmar Department of Population).
- ↑ a b c d e f g „Kalaw“. In: A. und M. Markand, Martin H. Petrich, Volker Klinkmüller: Myanmar (Birma). Stefan Loose Travel Handbücher, DuMont Reiseverlag, Berlin 2003; S. 350–358. ISBN 978-3-89794-261-5.
- ↑ a b c „Kalaw“. In: Tobias Esche: Myanmar. Unterwegs im Land der weißen Elefanten. Trescher Verlag, Berlin 2014; S. 196–198. ISBN 978-3-89794-261-5.
- ↑ Kalaw - the former British Colonial Town and the Colours of the Shan Hills auf myanmarinsider.blogspot.com, 21. Dezember 2014; abgerufen am 17. November 2019
- ↑ Dieter Hettler: Railways of Burma/Myanmar. Frank Stenvall, Malmö 2024. ISBN 978-91-7266-207-0, S. 41–45.
Literatur
- „Kalaw“. In: Tobias Esche: Myanmar. Unterwegs im Land der weißen Elefanten. Trescher Verlag, Berlin 2014; S. 196–198. ISBN 978-3-89794-261-5.
- „Kalaw“. In: A. und M. Markand, Martin H. Petrich, Volker Klinkmüller: Myanmar (Birma). Stefan Loose Travel Handbücher, DuMont Reiseverlag, Berlin 2003; S. 350–358. ISBN 978-3-89794-261-5.
- „Das Herzenhören“ ein Roman. Blessing, München 2002, ISBN 978-3-453-41001-5.
Weblinks
- Kalaw - the former British Colonial Town and the Colours of the Shan Hills auf myanmarinsider.blogspot.com, 21. Dezember 2014; abgerufen am 17. November 2019