Bahnstrecke Thazi–Keng Tung

Thazi–Keng Tung
Einfahrt eines Zuges in den Bahnhof Kalaw
Spurweite:1000 mm (Meterspur)
Zweigleisigkeit:nein
Bahnstrecke Yangon–Mandalay von Mandalay
492,4 Thazi (160 m)
Bahnstrecke Thazi–Myingyan
Bahnstrecke Yangon–Mandalay nach Yangon
506,4 Hlaing Tet (149 m)
513,7 Payangazu (198 m)
529,4 Yin Mar Pin (389 m)
538,6 Pyingyaung (312 m)
Yaypu
553,1 Lepyin (473 m)
558,3 Zig Zag Reverse (A) (661 m)
559,1 2. Spitzkehre (670 m)
566,4 Pahtama Loon Htoe[Anm. 1] (924 m)
568,8 4. Spitzkehre (987 m)
574,8 Sintaung (1199 m)
180°-Bogen
580,5 Scheitelpunkt (1406 m)
584,1 Myin Dike (1358 m)
593,7 Kalaw (1310 m)
605,0 Aungban (1286 m)
Ti Kyit
Naungtayar
Pinlaung
Pekon
Moe Bye
Loi-kaw
619,5 Kann Narr (1336 m)
631,9 Heho (1202 m)
Kreisviadukt Heho
650,0 Shwenyaung (894 m)
Pin Phyit
Yatanarpon
Yatsawk
Ayetharyar
Paw Mu
Schutzweiche
Hti Thein
Schutzweiche
Taunggyi
Phamun
Hang Si
Kakku[Anm. 2]
Banyin
Par Law Par Kei
Loisawn
Loi Put
Mong Seik
Nam Lit
Nam Sang
Mongnai
Projekt
Wenkaung
Keng Tung

Quellen: [1]

Die Bahnstrecke Thazi–Keng Tung ist eine Strecke der Myanma Railways, deren Bau nie vollendet wurde und die zeitweise aus zwei miteinander nicht verbundenen Teilstrecken bestand. Sie ist in der in Myanmar üblichen Meterspur gebaut. Die Kilometrierung zählt von Yangon Central Station aus.

Geographie

Die Strecke zweigt in Thazi von der Magistrale des Netzes, der Bahnstrecke Yangon–Mandalay, nach Osten ab. Sie quert mit hohem technischen Aufwand, zahlreichen Brücken, vier Spitzkehren und zwei Kreisviadukten mehrere Bergketten.

Geschichte

Die Strecke entstand in mehreren Abschnitten. Der westliche und älteste zwischen Thazi und Shwenyaung trug früher die Bezeichnung Southern Ghat Section.[2] Anlass zum Bau dieses ersten Abschnitts war, den auf 1310 m Höhe gelegenen Ort Kalaw zu erreichen, der in der britischen Kolonialzeit ein beliebter Urlaubs- und Aufenthaltsort der britischen Kolonialherren war. Die einzelnen Abschnitte wurden wie folgt eröffnet.[3]:

Abschnitt Eröffnung Länge (km) Anmerkung
Thazi–Payangazu 15. Juni 1912 21,3
Payangazu–Kalaw 15. Dezember 1914 80,0
Kalaw–Aungban 15. Februar 1915 11,3
Aungban–Heho 10. März 1921 26,95
Heho–Shwenyaung 2. Mai 1921 18,1
Shwenyaung–Taunggyi 24. Dezember 1997 33,5
Taunggyi–Namsang 1. Januar 2006 239,5
Namsang–Mong Ping - nie über das Projektstadium hinausgekommen
Mong Ping–Wenkaung Status unklar
Wenkaung–Keng Tung 19. Dezember 2010 9 zwischenzeitlich abgebaut, Trasse als Straße genutzt[4]

Die Verlängerung der Strecke östlich von Shwenyaung war Teil eines umfangreichen Streckenneubauprogramms in Myanmar ab den 1990er Jahren. Dies startete am Beginn der 1990er Jahre mit dem Versuch, von Shwenyaung aus Taunggyi mit einer zunächst nach Süden geführten Trasse zu erreichen. Hier ist auf einer Distanz von 12 km (Luftlinie) ein Höhenunterschied von 536 m zu überwinden. Der erste Versuch scheiterte aus unbekannten Gründen. Alternativ wurde die Trasse dann von Shwenyaung nach Norden geführt, ist 33,5 km lang, weist eine Kehrschleife und durchgängig eine Steigung von 40 ‰ auf. Im Betrieb erwies es sich dann als völlig sinnlos, hier Personenzüge verkehren zu lassen. Die brauchten für den Anstieg etwa 2½ Stunden, während die Fahrt auf der Straße nur etwa eine dreiviertel Stunde in Anspruch nimmt.[5]

Als das umfangreiche Streckenneubauprogramm 2014 eingestellt wurde, war die Strecke noch nicht vollendet. Der Abschnitt zwischen Namsang und Mong Ping war unvollendet, der Abschnitt zwischen Wenkaung und Keng Tung blieb ein vom übrigen Netz der Myanma Railways abgetrennter Inselbetrieb[6], der wohl auch nicht lange bestand. Die Trasse wird heute als Straße genutzt.[4]

2025 war die Strecke zwischen den Bahnhöfen Paw Mu und Taunggyi durch eine Großbaustelle unterbrochen und wurde hier neu trassiert.[4]

Zweigstrecken

  • Aungban–Loikaw: Loikaw ist die Hauptstadt des Kayah-Staats. Die 164 km lange Strecke wurde am 27. März 1993 eröffnet[6], aber inzwischen wieder aufgegeben.
  • Shwenyaung–Yatsawk: Die Strecke ist 60,3 km lang und eröffnete am 27. März 1991. Sie weist kurze Abschnitte mit Steigungen bis zu 59 ‰ auf.[6]
  • Namsang–Mongai: Die 44,3 km lange Strecke eröffnete am 1. Mai 1995 zunächst als Inselbetrieb. Erst als die Bahnstrecke Thazi–Keng Tung am 1. Januar 2006 bis Namsang in Betrieb ging, erhielt sie Anschluss an das übrige Bahnnetz des Landes.[6] Inzwischen wurde sie wieder aufgegeben.
  • Das Projekt einer Bahnstrecke, um Namsang nach Norden mit Hsipaw an der Bahnstrecke Mandalay–Lashio zu verbinden, fiel ebenfalls den Einsparungen von 2014 zum Opfer.[7]

Literatur

  • Dieter Hettler: Railways of Burma/Myanmar. Frank Stenvall, Malmö 2024. ISBN 978-91-7266-207-0

Anmerkungen

  1. In historischen Plänen: „Hkwe Yok“ (Hettler, S. 43).
  2. Auch: „Kat Ku“.

Einzelnachweise

  1. Hettler, S. 43, 44, 174
  2. Hettler, S. 41.
  3. Hettler, S. 42.
  4. a b c Google Maps; abgerufen am 21. September 2025.
  5. Hettler, S. 44f.
  6. a b c d Hettler, S. 45.
  7. Hettler, S. 45f.