Kahif

Kahif in Hieroglyphen

Kahif
Mein Ka schlägt.[1]
Überreichung des Verzeichnisses der Opfergaben an Kahif (Westwand, Mittelteil)[2]

Kahif (Kai-huef) war ein altägyptischer Würdenträger, der nur von seinem Mastaba-Grab (G 2136) auf dem so genannten Westfriedhof, dem größten Gräberfeld auf dem Pyramidenplateau von Gizeh, bekannt ist. Er lebte in der 5. Dynastie.[3]

Seine Mastaba ist zum Teil dekoriert und wurde von Hermann Junker ausgegraben und publiziert. Kahif trug verschiedene Titel und war demnach vor allem im Kult um König Cheops tätig: Königebekannnter, Aufseher der chentiu-schi, Aufseher der chentiu-schi des Palastes, Reinigungspriester, Priester des Chufu, Priester des Medjedu-Hor, Priester des Medjedu-Nebti. Haupt der Beamtenschaft, von seinem Herren geliebter Geheimnisträger.

In der Grabdekoration werden verschiedene Familienmitglieder genannt. Seine Gemahlin war Henutsen, seine Söhne Djednefet, Werseschem, Seniachti und Iymeru. Der Name einer Tochter ist nicht ganz erhalten und endete mit tek. Seine Mutter hieß Chenmet (die Amme[4]), sein Vater Maa.

Seine Mastaba besteht aus einer Kultkapelle, einem Serdab und sechs Schächten, die zu Grabkammern führen. Die Kultkapelle ist mit Reliefs dekoriert, die Kahif und Familienmitglieder zeigen. Es gib Darstellungen von landwirtschaftlichen Szenen. Bemerkenswert ist die Westwand. Auf der rechten Seiten befindet sich eine Scheintür, die der Königsbekannnten, Chemmet, der Mutter Kahifs, geweiht ist. Sie ist zweimal vor einem Opfertisch dargestellt, einmal davon mit ihrem Sohn, ein drittes Mal nur sitzend. Ganz rechts sieht man drei Paare. Es handelt sich um die Ahnen des Verstorbenen. Eine Beischrift lautet: Der Aufseher der Pächter K3ḥjf sagt: – Ich habe dies gemacht für meine Vorfahren – die dahingegangen sind zur Totenstadt in ihren Jahren – als Ehrwürdige ....[5]

Literatur

  • Hermann Junker (Herausgeber): Gîza VI. Bericht über die von der Akademie der Wissenschaften in Wien auf gemeinsame Kosten mit Dr. Wilhelm Pelizaeus † unternommenen Grabungen auf dem Friedhof des Alten Reiches bei den Pyramiden von Gîza. Band VI: Die Maṣṭabas des Nfr (Nefer) Ḳdfjj (Kedfi), K3ḥjf (Kaḥjef) und die westlich anschließenden Grabanlagen. (= Akademie der Wissenschaften in Wien. Philosophisch-historische Klasse.) Hölder-Pichler-Tempsky, Wien / Leipzig 1943, S. 94–153 (Volltext als PDF; 49,9 MB); abgerufen über Digital Giza – The Giza Project at Harvard University.
  • Bertha Porter, Rosalind L. B. Moss, Ethel W. Burney: Topographical Bibliography of Ancient Egyptian Hieroglyphic Texts, Reliefs, and Paintings. Volume III: Memphis. Part I: Abû Rawâsh to Abûṣîr. 2., von Jaromír Málek überarbeitete und erweiterte Auflage. Clarendon Press / Griffith Institute / Ashmolean Museum, Oxford 1974, OCLC 491653906, S. 76–77, Grundriss des Kultraumes XXV, Karte XI (Volltext als PDF; 20,3 MB); abgerufen über The Digital Topographical Bibliography.

Einzelnachweise

  1. Katrin Scheele-Schweitzer: Die Personennamen des Alten Reiches, Altägyptische Onomastik unter lexikographischen und sozio-kulturellen Aspekten. Harrassowitz, Wiesbaden 2014, ISBN 978-3-447-05893-3, S. 706 [3496].
  2. Hermann Junker (Herausgeber): Gîza VI. Die Maṣṭabas des Nfr (Nefer) Ḳdfjj (Kedfi), K3ḥjf (Kaḥjef) und die westlich anschließenden Grabanlagen. Wien / Leipzig 1943, Tafel IXa.
  3. Peter Jánosi: Niuserre or Pepy II? The tomb of Kahif (G 2136) revisited. In: Miroslav Bárta, Hella Küllmer (Herausgeber): Diachronic trends in ancient Egyptian history: Studies dedicated to the memory of Eva Pardey. Univerzita Karlova – Filozofická fakulta, Prag 2013, ISBN 978-80-7308-444-8, S. 63–76 (Volltext als PDF; 885 KB); abgerufen über Digital Giza – The Giza Project at Harvard University.
  4. Scheele-Schweitzer: Die Personennamen des Alten Reiches, Altägyptische Onomastik unter lexikographischen und sozio-kulturellen Aspekten. Harrassowitz, Wiesbaden 2014, S. 6-3-603[3777].
  5. Hermann Junker (Herausgeber): Gîza VI. Die Maṣṭabas des Nfr (Nefer) Ḳdfjj (Kedfi), K3ḥjf (Kaḥjef) und die westlich anschließenden Grabanlagen. Wien / Leipzig 1943, S. 99.