Köttmannsdorf (Hirschaid)

Köttmannsdorf
Markt Hirschaid
Koordinaten: 49° 48′ N, 10° 58′ O
Höhe: 249 (244–260) m ü. NHN
Einwohner: 632 (31. Dez. 2024)[1]
Postleitzahl: 96114
Vorwahl: 09543
Der Hirschaider Gemeindeteil Köttmannsdorf

Köttmannsdorf ist ein Gemeindeteil des Marktes Hirschaid im Landkreis Bamberg (Oberfranken, Bayern).[2] Köttmannsdorf liegt in der Gemarkung Sassanfahrt.[3]

Geografie

Das Dorf liegt unweit des rechten Ufers der Reichen Ebrach und bildet mit dem Pfarrdorf Sassanfahrt im Osten eine geschlossene Siedlung. Die Bundesstraße 505 führt zur Anschlussstelle 24 der Bundesautobahn 73 südlich von Bamberg (7,5 km nördlich) bzw. zur Anschlussstelle 79 der Bundesautobahn 3 bei Höchstadt an der Aisch (13 km südwestlich). Die Staatsstraße 2260 führt nach Röbersdorf (3,3 km westlich) bzw. nach Hirschaid (1,8 km nordöstlich). Die Kreisstraße BA 3 führt nach Seußling (2,9 km südöstlich).[4]

Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes war im Jahr 1109 unter dem Namen „Chotemaresdorf“. Der Ortsname bedeutet „Dorf des Cotemar“.[5] Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts hatte die Dorfmarkung von Köttmannsdorf der Landeshoheit von reichsunmittelbaren Adeligen unterstanden, die sich in dem zum Fränkischen Ritterkreis gehörenden Ritterkanton Gebürg organisiert hatten.[6][7][8] Die im fränkischen Raum für die erfolgreiche Beanspruchung der Landeshoheit maßgebliche Dorf- und Gemeindeherrschaft wurde dabei von der Adelsfamilie der von Soden ausgeübt, in deren Eigentum sich das Rittergut Sassanfahrt befand.[9][10][11] Die Geschichte von Köttmannsdorf war dabei eng mit der Geschichte des Ritterguts verbunden, zu dem das Dorf während der gesamten Existenz dieses reichsunmittelbaren Territoriums gehörte.[5] Die Wahrnehmung der Hochgerichtsbarkeit stand hingegen den zum Hochstift Bamberg gehörenden Centamt Bechhofen zu.[9][10][12] Als die reichsritterschaftlichen Territorien infolge des Reichsdeputationshauptschlusses mediatisiert wurden, wurde Köttmannsdorf unter Bruch der Reichsverfassung am 1. November 1805 vom Kurfürstentum Pfalz-Baiern annektiert. Damit wurde das Dorf zum Bestandteil der bei der „napoleonischen Flurbereinigung“ in Besitz genommenen neubayerischen Gebiete, was erst im Juli 1806 mit der Rheinbundakte nachträglich legalisiert wurde.[13][14]

Durch die Verwaltungsreformen zu Beginn des 19. Jahrhunderts im Königreich Bayern wurde Köttmannsdorf mit dem Zweiten Gemeindeedikt im Jahr 1818 zum Bestandteil der eigenständigen Ruralgemeinde Sassanfahrt.[15] Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde Köttmannsdorf zusammen mit der Gemeinde Sassanfahrt am 1. Mai 1978 nach Hirschaid eingemeindet. Im Jahr 2019 zählte Köttmannsdorf 641 Einwohner.

Verkehr

Der ÖPNV bedient das Dorf an einer Bushaltestelle der Buslinie 978 des VGN. Der nächstgelegene Bahnhof befindet sich in Hirschaid an der Bahnstrecke Nürnberg–Bamberg.

Baudenkmäler

In Köttmannsdorf gibt es zwei denkmalgeschützte Objekte, nämlich ein sandsteinerner Bildstock und ein schmiedeeisernes Kreuz.

Literatur

Commons: Köttmannsdorf (Hirschaid) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Zahlen/Daten/Fakten. In: hirschaid.de. Abgerufen am 28. Dezember 2025.
  2. Markt Hirschaid, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 22. Dezember 2024.
  3. Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 28. Dezember 2025.
  4. Topographische Karte 1:25.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 28. Dezember 2025 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).
  5. a b Geschichte von Köttmannsdorf auf der Website des Marktes Hirschaid, abgerufen am 19. Mai 2020
  6. Die Fränkische Schweiz. In: Landschaften in Deutschland. S. 66.
  7. Gertrud Diepolder: Bayerischer Geschichtsatlas. Hrsg.: Max Spindler. Bayerischer Schulbuch Verlag, München 1969, ISBN 3-7627-0723-5, S. 31.
  8. Gertrud Diepolder: Bayerischer Geschichtsatlas. Hrsg.: Max Spindler. Bayerischer Schulbuch Verlag, München 1969, ISBN 3-7627-0723-5, S. 97–103.
  9. a b Stadt- und Landkreis Bamberg. In: Historischer Atlas von Bayern. S. 138.
  10. a b Johann Kaspar Bundschuh: Köttensdorf. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 3: I–Ne. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1801, DNB 790364301, OCLC 833753092, Sp. 192 (Digitalisat).
  11. Stadt- und Landkreis Bamberg. In: Historischer Atlas von Bayern. Kartenbeilage „Ämter am Ende des Alten Reiches“.
  12. Stadt- und Landkreis Bamberg. In: Historischer Atlas von Bayern. Kartenbeilage „Hochgerichte am Ende des Alten Reiches“.
  13. Gertrud Diepolder: Bayerischer Geschichtsatlas. Hrsg.: Max Spindler. Bayerischer Schulbuch Verlag, München 1969, ISBN 3-7627-0723-5, S. 35.
  14. Gertrud Diepolder: Bayerischer Geschichtsatlas. Hrsg.: Max Spindler. Bayerischer Schulbuch Verlag, München 1969, ISBN 3-7627-0723-5, S. 106–107.
  15. Stadt- und Landkreis Bamberg. In: Historischer Atlas von Bayern. S. 263.