Königliche Berginspektion Zabrze 4
| Königliche Berginspektion Zabrze 4 | |
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Betriebsfoto von 1920 der Königlichen Berginspektion 4
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| Nummerierung: | Königliche Sandbahn Zabrze 4 |
| Anzahl: | 1 |
| Hersteller: | Borsig Fabriknummer 7361 |
| Baujahr(e): | 1910 |
| Ausmusterung: | 1973 |
| Bauart: | E n2t |
| Spurweite: | 1435 mm (Normalspur) |
| Fester Radstand: | 2700 mm |
| Gesamtradstand: | 5500 mm |
| Leermasse: | 61 t |
| Dienstmasse: | 80 t |
| Höchstgeschwindigkeit: | 40 km/h |
| Treibraddurchmesser: | 1250 mm |
| Steuerungsart: | Heusinger |
| Zylinderanzahl: | 2 |
| Zylinderdurchmesser: | 520 mm |
| Kolbenhub: | 630 mm |
| Kesselüberdruck: | 14 bar |
| Anzahl der Heizrohre: | 272 |
| Heizrohrlänge: | 4400 mm |
| Rostfläche: | 3,4 m² |
| Verdampfungsheizfläche: | 185 m² |
| Wasservorrat: | 9 m³ |
| Brennstoffvorrat: | 3 t |
| Bremse: | indirekte Bremse Bauart Knorr Handbremse |
Die normalspurige Tenderlokomotive Königliche Sandbahn Zabrze 4 war eine laufachslose fünfachsige Industriebahnlokomotive von Borsig in Berlin. Sie war für die Königliche Sandbahn in Zabrze, der späteren Sandbahn der Preußischen Hütten- und Bergwerks AG beschafft.
Nach 1945 wurden die Lokomotive an das Bergwerk Kopalnia Węgla Kamiennego Sosnowiec abgegeben und als TKw bezeichnet. Die weitere Ordnungsnummer ist nicht bekannt. Die Lokomotive wurde 1973 ausgemustert und verschrottet.
Geschichte
Vorkriegsgeschichte
Nach den auf der Königlichen Sandbahn in Zabrze seit 1905 eingesetzten drei Lokomotiven von Hartmann, Chemnitz, (1–3) wurde 1910 bei Borsig eine vierte Lokomotive bestellt.
Die Lokomotive hatte gegenüber denen von Hartmann mit größerem Raddurchmesser und dadurch auch einen vergrößerten Gesamtradstand. Auch der Kessel war vergrößert. Bei Borsig-Lok war versucht worden, eine Lokomotive äußerlich besonders schöne Lokomotive mit unter der Kesselverkleidung versteckten Leitungen zubauen. Sie besaß eine kegelförmige Rauchkammertür und einen Caledonian-Schornstein.
Für den weiter steigenden Betrieb bei der Preussag bis 1945 reichten dann auch die E-gekuppelten Lokomotiven nicht mehr aus. Das führte zur Bestellung noch größerer Lokomotiven wie die SBG Nr. 6 bis 9.
Nachkriegsgeschichte
Die Lokomotive war bereits 1949 nicht mehr bei den oberschlesischen Sandbahnen in Betrieb.[1.1] In amtlichen Listen taucht sie erst 1964 als Lokomotive der Kopalnia Węgla Kamiennego Sosnowiec wieder auf. Dort wurde sie als TKw ohne genaue Ordnungsnummer bezeichnet. In der Kesselüberwachungsliste hatte sie eine Registriernummer 4KF-1189.[1.1] Nach dieser wurde die Lokomotive 1973 ausgemustert.
Sie erreichte ein Dienstalter von 63 Jahren.
Konstruktion
Sie gehörte zur Bauart Vulpinism von Borsig und wurde auf vielen Werbeprospekten im Ausland angeboten.[1.2]
Die Lokomotiven hatten einen gewöhnlichen Blechrahmen, von dem die seitlichen Platten eine Stärke von 30 mm besaßen und mit mehreren Winkeleisen und Querträgern sowie den Pufferbohlen verstärkt waren. In ihm waren die zweite bis vierte Achse fest gelagert, die erste sowie die fünfte Achse besaßen ein Seitenspiel von ±30 mm. Abgefedert waren alle Radlager durch unten angeordnete Blattfedern. Die Federn der zweiten bis vierten Achse waren durch Ausgleichshebel miteinander verbunden. Für den Betrieb besaßen die Lokomotiven eine Janney-Kupplung, in den technischen Unterlagen bezeichnet als van der Zypen.[1.3] Sie benötigte dadurch keine seitlichen Puffer.
Der Kessel bestand aus drei Schüssen und besaß einen Stehkessel mit runder Decke, auf dem vor dem Führerhaus zwei Sicherheitsventile der Bauart Borsig lagen. Zwischen dem ersten und zweiten Kesselschuss lag der Dampfdom und auf dem dritten Schuss der Sandkasten, von dem auf jeder Seite die einzigen nicht unter der Verkleidung liegenden Rohre als Sandrohre zur als Treibachse ausgebildeten dritten Achse herabführten. Zwei Injektoren, gelegen an der Rauchkammer, speisten den Kessel. Die Dampfverteilung in den Zylindern erfolgte über Flachschieber, die Steuerung war Bauart Heusinger, der Kreuzkopf wurde einschienig auf der Gleitbahn geführt. Die auf alle Räder wirkende Bremse war vom System Knorr. Außerdem war eine Wurfhebelbremse vorhanden. Die Lok besaß eine Beleuchtungsanlage nach den preußischen Vorschriften, ferner eine auf dem Stehkessel angeordnete Dampfpfeife sowie ein an der Rauchkammerspitze angeordnetes Dampfläutewerk. Außerdem war eine Dampfheizeinrichtung für den Personenzug vorhanden.[1.3]
Siehe auch
Literatur
- Wolfgang Fiegenbaum, Ingo Hütter: Schwere Brocken, Regelspurige E-Tenderlokomotiven Band 3, Hartmann, Hohenzollern, Krauss (-Maffei), Grafenstaden und Borsig. Herdam Verlag, Quedlinburg-Gernrode, 2018, Seite 403–409, 419, ISBN 978-3-933178-41-1
Weblinks
- PDF-Seite mit Berichtigungen über das Buch Schwere Brocken auf www.beitraege.lokomotive.de