Joseph von Beierwek zu Siegesfeld
Joseph von Beierwek, seit 1797 Freiherr Joseph von Beierwek zu Siegesfeld, auch Joseph von Baierweck zu Siegesfeld (* 1766 in Wolfsberg in Kärnten; † 24. Juni 1798 in Prag), war ein österreichischer Rittmeister.
Leben
Werdegang
Joseph Freiherr von Beierwek zu Siegesfeld entstammte einem österreichischen Adelsgeschlecht; sein Bruder war der spätere Generalmajor Heinrich von Beierwek.[1][2]
Er trat 1783 in den Militärdienst des Habsburgerreiches ein und begann im Infanterieregiment Terzi (siehe Ludwig von Terzi), wo er die Grundlagen der Militärorganisation und Taktik erlernte.
Die frühen Jahre seiner Karriere waren geprägt durch regelmäßige Versetzungen. 1786 wurde er zum 1. Carabinier-Regiment versetzt. 1787 erlangte er den Rang eines Unterlieutenants, worauf 1789 die Beförderung zum Oberlieutenant folgte.
Nach mehreren Jahren im Infanteriedienst kam Beierwek 1793 zu den Nassau-Kürassieren Nr. 9, einem Kavallerieregiment, das sich zu dieser Zeit in den Niederlanden befand. Die Niederlande waren ein zentraler Kriegsschauplatz in den frühen Koalitionskriegen gegen das revolutionäre Frankreich.
Der entscheidende Wendepunkt in Beierweks Karriere kam im März 1794. Mit einem Flügel Kürassiere unternahm er einen Streifzug von sieben Stunden Dauer in das feindliche Gebiet. Bei diesem Unternehmen gelang es ihm, einen feindlichen Transport zu erobern und 46 gegnerische Soldaten gefangen zu nehmen. Diese erfolgreiche Operation führte unmittelbar zu seiner Beförderung zum Rittmeister.
In den Jahren 1794, 1795 und 1796 häufte sich Beierweks militärische Taten. Zunächst zeichnete er sich unter dem Kommando des Generalmajors Heinrich XV. Reuß zu Greiz aus. Bei der Expedition bei Marienburg an der Mosel bewies er sowohl strategisches Geschick als auch persönliche Tapferkeit.
Ein weiterer bedeutender Erfolg war das Gefecht bei Solre-le-Château, wo Beierwek eine bemerkenswerte Leistung vollbrachte: Ohne die Unterstützung der Infanterie gelang es ihm, einen feindlichen Angriff abzuwehren und die gegnerischen Truppen zurückzuschlagen.
Besonders hervorzuheben waren die Kämpfe unter dem Kommando von Joseph Binder von Degenschild bei Bossus-lès-Rumigny und Erquelinnes. Bei diesen feindlichen Attacken führte Beierwek einen Überfall auf das gegnerische Lager durch, bei dem er neun Feldgeschütze eroberte und die feindlichen Kräfte vollständig zerstreute. Diese Leistung führte zur Verleihung des Maria-Theresienkreuzes, eine der höchsten Auszeichnungen des Habsburgerreiches.
Am 22. September 1794 zeichnete er sich bei den Dörfern Villers-en-Cauchies und Avesnes-le-Sec aus, wo er in einem Angriff ein feindliches Karree durchbrach.
Am 29. Oktober 1795 war Beierwek an der Belagerung von Mainz beteiligt, wo er verwundet wurde.
Ein letztes bedeutendes Gefecht, an dem er teilnahm, fand am 15. Juni 1796 bei Wetzlar (siehe Schlacht bei Wetzlar) statt.
Auszeichnungen und Adelserneuerung
In Anerkennung seiner außergewöhnlichen militärischen Verdienste erhielt Beierwek 1796 das Ritterkreuz des Maria-Theresienordens, eine Auszeichnung, die nur für herausragende Taten verliehen wurde.
Im Jahr 1797 erfolgte seine Erhebung in den Freiherrnstand auf statutenmäßigem Weg. Darüber hinaus verlieh ihm Kaiser Franz II. aus besonderer kaiserlicher Gnade das böhmische Inkolat – eine Anerkennung, die über die reguläre Nobilitierung hinausging.
Literatur
- Joseph von Beierwek zu Siegesfeld. In: Jaromir Hirtenfeld; Hermann Meynert (Hrsg.): Oesterreichisches Militär-Conversations-Lexikon, Band 1. Wien, 1851. 213–214 (Digitalisat).
- Constantin von Wurzbach: Beierwek zu Siegesfeld, Joseph Freiherr von. In: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. 1. Theil. Universitäts-Buchdruckerei L. C. Zamarski (vormals J. P. Sollinger), Wien 1856, S. 233 (Digitalisat).
- Constantin von Wurzbach: Baierweck, Joseph Freiherr von Siegesfeld. In: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. 1. Theil. Universitäts-Buchdruckerei L. C. Zamarski (vormals J. P. Sollinger), Wien 1856, S. 123 (Digitalisat).
- Joseph von Beierwek zu Siegesfeld. In: Jaromir Hirtenfeld: Der Militär-Maria-Theresien-Orden und seine Mitglieder: 1757–1802, Band 1. Wien 1857. S. 480–481 (Digitalisat).
- Joseph von Beierwek zu Siegesfeld. In: Die Freiherren von Beierwek. In: Carinthia, Nr. 29 v. 18. Juli 1857. S. 113–114 (Digitalisat).
Einzelnachweise
- ↑ BLKÖ:Beierwek, Heinrich Freiherr von – Wikisource. Abgerufen am 23. Oktober 2025.
- ↑ Militär-Zeitung. 1857 (google.de [abgerufen am 23. Oktober 2025]).