Heinrich von Beierwek

Heinrich von Beierwek auch Heinrich von Beierweck seit 24. Juli 1821 Freiherr Heinrich von Beierwek (* 1775 in Wolfsberg in Kärnten; † 28. Dezember 1823 in Brünn) war ein österreichischer Generalmajor.

Leben

Herkunft

Heinrich Freiherr von Beierwek entstammte einer österreichischen Adelsfamilie.

Er war der Bruder des österreichischen Rittmeisters Joseph von Beierwek zu Siegesfeld und blieb zeit seines Lebens unverheiratet.[1]

Militärische Karriere

Heinrich trat am 1. Januar 1789 in das Infanterieregiment Nr. 11 "Michael Graf von Wallis" ein. Er durchlief schnell die unteren Ränge, avancierte bereits im Mai desselben Jahres zum Fähnrich und wurde 1790 als Unterlieutenant zum 29. Infanterieregiment unter Johann Ludwig Alexander von Laudon versetzt.

Beierweks Beförderungen erfolgten kontinuierlich: 1794 zum Oberleutnant, 1800 zum zweiten Rittmeister und 1804 zum ersten Rittmeister. Ein bedeutender Wendepunkt in seiner Karriere kam, als er zu den Albertischen Kürassieren wechselte, wo er später als Oberstwachtmeister tätig war. 1809 wurde er zum Major befördert, 1812 zum Oberstleutnant und 1813 schließlich zum Oberst und Regimentskommandeur des 3. Kürassierregiments "Albert Herzog von Sachsen-Teschen" (siehe k.u.k. Dragonerregiment „Friedrich August König von Sachsen“ Nr. 3) erhoben.

1823 erfolgte seine Beförderung zum Generalmajor und Brigadier.[2][3]

Kriegseinsätze und Kampfteilnahmen

Heinrich machte zunächst den Türkenkrieg von 1789 mit. Danach folgte seine Teilnahme an den Feldzügen gegen das revolutionäre und später napoleonische Frankreich in den Jahren 1793 bis 1815 (siehe Koalitionskriege); in dieser Zeit befand er sich vom 6. September 1793 bis zum 22. September 1795 in französischer Kriegsgefangenschaft.

In der Schlacht bei Aspern-Essling im Mai 1809 bewährte er sich besonders. Die Situation war kritisch: Die feindliche schwere Kavallerie hatte das Zentrum der bei Essling stationierten österreichischen Armee beinahe durchbrochen. In diesem entscheidenden Moment handelte Beierwek, damals Oberstwachtmeister des Albertischen Kürassierregiments, ohne einen Befehl abzuwarten. Er führte seine Einheit zu einem schnellen, stürmischen Angriff. Die Attacke gelang vollkommen. Der französische Feind wurde zum Weichen gebracht. Doch die Franzosen kehrten mit verstärkten Kräften wieder an. Beierwek trieb sie jedoch jedes Mal zurück und vereitelte im Verlaufe des gesamten Tages durch seine Standhaftigkeit wiederholt die gegnerischen Absichten und militärischen Dispositionen.

Beierwek zeigte seine Fähigkeiten ebenfalls während der Völkerschlacht bei Leipzig im Oktober 1813. Auch hier gelang es ihm, eine sehr ungünstige Situation für die Alliierten zu deren Vorteil zu wenden. Als die österreichisch-preußischen Kräfte in der Nähe von Cröbern dem von Wachau heran drängenden Feind weichen mussten, stürzte sich Beierwek dieser entgegen. Auf dem ungünstigsten Gelände und unter heftigstem Gewehrfeuer formierte er seine Einheit und hielt den Feind so lange auf, bis die nachrückenden Regimenter seinen Angriff unterstützen konnten.

Militärische Innovationen und Verdienste

Über seine unmittelbaren Kampfleistungen hinaus erwarb sich Beierwek auch Verdienste um die Ausbildung und Entwicklung der Militärtaktik. Er führte ein neues Säbel-Exercitium[4] ein, das sogenannte Spadonieren zu Fuß und zu Pferde, das die Effektivität der Kavallerie im Nahkampf erheblich verbesserte. Diese innovativen Trainingsmethoden verschafften ihm die wiederholte Zufriedenheit des Kaisers Franz II. sowie des Erzherzogs Ferdinand Karl von Österreich-Este.

Ehrungen und Auszeichnungen

In Anerkennung seiner außergewöhnlichen militärischen Verdienste und seiner Treue zur habsburgischen Monarchie wurde Heinrich von Beierwek am 24. Juli 1821 durch den Kaiser in den Freiherrnstand erhoben.[5]

Er wurde 1821 zum Ritter 3. Klasse des Ordens des Heiligen Wladimir ernannt.[6]

Literatur

Einzelnachweise

  1. Erben und Gläubiger nachbenannter Verstorbener. In: Wiener Zeitung. 5. April 1824, abgerufen am 4. November 2025.
  2. Moriz Schwarzbach: Gedenkblätter aus der Geschichte des k. k. 3. Dragoner-Regimentes Johann, König von Sachsen. k.-k. Hof- u. Staatsdr., 1868 (google.de [abgerufen am 4. November 2025]).
  3. Militär-Zeitung. 17. Oktober 1857 (google.de [abgerufen am 4. November 2025]).
  4. Sammlung der im Fache der Militär-Verwaltung ergangenen Gesetze und Normal-Verordnungen. Geistinger, 1820 (google.de [abgerufen am 4. November 2025]).
  5. Wien. In: Wiener Zeitung. 8. Januar 1822, abgerufen am 4. November 2025.
  6. Österreichisches Adels-Lexikon. 1822, abgerufen am 4. November 2025.