Johann Georg Benedikt Kefer

Johann Georg Benedikt Kefer (* 22. März 1774 in Villingen; † 21. November 1833 ebenda) war ein deutscher Kirchenhistoriker.

Leben

Seine höhere Ausbildung begann er am Benediktiner-Lyceum Villingen und setzte das theologische Studium an der Universität Freiburg fort, wo er 1797 Prüfungen ablegte. 1798 wurde er Pfarrer, trat in Villingen eine Stelle als Kaplan an und wurde Pfarrer im nahegelegenen Kappel.

Neben dem Priesteramt betrieb er seine Studien weiter und erlernte die koptische Sprache. Kefers Vokabelsammlung in dieser Sprache war letztlich weit umfangreicher als das damalige Standardwerk von Maturin Veyssière de La Croze, wurde aber nicht publiziert. Nach der Aufhebung des Benediktinerstifts in Villingen wurde Kefer 1811 Vorstand des Villinger Pädagogiums und 1814 Professor am Gymnasium in Freiburg.

1822 wurde Kefer Professor für Dogmatik an der Universität Freiburg und 1824 Professor für Kirchengeschichte. Bereits 1826 musste er diese Lehrtätigkeit aufgrund eines Augenleidens, das letztlich zur völligen Erblindung führte, aufgeben.

Kefer baute eine umfangreiche Sammlung an Quellschriften zur Geschichte des badischen Oberlandes und Villingens auf und lieferte Beiträge zum Historisch-statistisch-topographisches Lexicon von dem Großherzogthum Baden von Johann Baptist Kolb. Kefers betätigte sich auch als Ägyptologe. Sein Entwurf einer historisch-kritischen Untersuchung der ägyptischen Geschichte von Manetho von 1825 wurde nicht mehr publiziert.

In seiner Sammlung von Quellschriften befanden sich auch drei Abschriften der Villinger Chronik von Heinrich Hug, die Franz Joseph Mone in seiner Edition der Villinger Chronik[1] verarbeitete. Kefers handschriftlicher Nachlass kam durch Franz Sales Wocheler in den Besitz der Leopold-Sophien-Bibliothek in Überlingen.

Schriften

  • Ueber die Bibliothek, welche die Araber zu Alexandrien verbrannten, eine historisch-kritische Untersuchung. Freiburg 1819 (Google Digitalisat).

Literatur

Einzelnachweise

  1. Franz Joseph Mone: Quellensammlung der badischen Landesgeschichte. Band 2. Karlsruhe 1854, S. 80–118 (Digitalisat der UB Freiburg).