Jelena Iwanowna Aprelewa

Jelena Iwanowna Aprelewa (russisch Елена Ивановна Апрелева; * 20. Februarjul. / 4. März 1846greg. in Orenburg, Gouvernement Orenburg, Russisches Kaiserreich; † 4. Dezember 1923 in Belgrad, Königreich Jugoslawien) war eine russische Schriftstellerin.

Leben und Wirken

Der Vater Johann Blaramberg (Jean Moret de Blaramberg, 1800–1878) stammte aus Hessen und hatte niederländisch-französische Vorfahren.[1][2] Er zog 1823 nach Russland, wo er leitender Geodät (Landvermesser) und Offizier wurde und die griechichstämmige Jelena Mavromichalis (1816–1876) heiratete. Ihr Sohn Pawel Blaramberg wurde später Komponist. Die Familie lebte in Orenburg am Ural und zog 1856 nach St. Petersburg. Die junge Jelena Blaramberg erhielt Privatunterricht und legte 1868 eine Prüfung an der Universität zur Hauslehrerin ab. Danach veröffentlichte sie erste pädagogische Artikel und kleine Schriften und war verantwortliche Redakteurin der Kinderseite der Zeitschrift Semja i Schkola (Familie und Schule).

1872 reiste sie nach Prag und Dresden, um den Aufbau von Kindergärten und Vorschulen kennenzulernen. Danach studierte sie drei Semester an der Universitàt in Genf, bis sie 1875 krankheitsbedingt nach Russland zurückkehren musste. 1876 war sie in Paris.

1877 erschien ihr erster Roman in der Zeitschrift Wedomosti Jewropy, mit Unterstützung des Schriftstellers Iwan Turgenjew. Danach veröffentlichte sie weitere Erzählungen und Aufsätze in den Zeitschriften Delo, Russkaja Mysl und Niwa.[3] 1898 wurde ein Stück von ihr am Kleinen Theater in St. Petersburg aufgeführt.

1890 heiratete Jelena den Leutnant Pjotr Aprelew und lebte mit ihm in Turkestan in Zentralasien in Samarkand, spàter in Taschkent. Sie bekam zwei Söhne und veröffentlichte weitere literarische Texte. 1906 musste sie mit ansehen, wie ihr Mann von georgischen Revolutionären getötet wurde. Danach konnte sie nicht mehr schreiben.

1920 emigrierte sie nach Belgrad in Serbien, wo sie 1923 im Alter von 77 Jahren starb.

Der Maler Ilja Repin zeichnete sie 1878 als Skizze für sein bekanntes Gemälde der Regentin Sophia Alexejewna.[4]

Werke

Bücher
  • Игры и занятия для детей (Spiele und Beschäftigungen für Kinder), 1870
  • Очерки Сибири (Sibirische Skizzen), 1871, Heft
  • Руфина Каздоева (Rufina Kasdojewa), 1892, Roman
  • Эскизы (Übungen), 1893
  • Два мира (Zwei Welten), 1910, Erzählungen für Kinder im mittleren Alter
Veröffentlichungen in Zeitschriften
  • in Вестник Европы (Westnik Jewropy): Без вины виноватые (Ohne Schuld schuldig), 1877
  • in Дело (Delo): Васюта, Руфина Каздоева
  • in Русская Мысль (Russkaja Mysl): Паночка, Выдающаяся женщина, Графинюшка
  • in Нива (Niwa): Тимофей и Анна, Narcissus Poeticus
  • in Kinderzeitschriften Детское чтение, Детский Отдых, Родник
  • in Русские Ведомости (Russkije Wedomosti): Крымские очерки (Skizzen von der Krim), Среднеазиатские очерки (Zentralasiatische Skizzen, seit 1893 26 Artikel); Из воспоминаний об И.С. Тургеневе (Erinnerungen an Iwan Turgenjew, 1904), У Алексея Феофилактовича Писемского (Bei Alexej Pissemski, 1905), Муки редактора. Памяти Н.В. Шелгунова (Zum Gedenken an N. W. Schelgunow, 1908)
Deutsche Übersetzung

Eine Erzählung von ihr erschien in deutscher Übersetzung unter ihrem Pseudonym E. Ardow

Commons: Elena Ivanovna Apreleva – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Yelena Ivanovna Moret de Blaramberg Geneanett, zu ihrer Familie
  2. Emil von Sydow, Erinnerungen aus dem Leben des Kaiserlich Russischen General-Lieutenant Johann von Blaramberg. Nach dessen Tagebüchern von 1811–1871, Schroeder, Berlin 1872 (Digitalisat), dort wurden seine Ehefrau und die Kinder nicht erwähnt
  3. Елена Ивановна Апрелева rulex (russisch), mit Verzeichnis von Texten
  4. Sofja Alekseevna Zolotaja rucka (englisch), letzter Abschnitt, er porträtierte außerdem Serova, die dann mehr in dem Gemälde berücksichtigt wurde