Jan Molsen (Schiff, 1925)

Jan Molsen
Jan Molsen (1964)
Schiffsdaten
Flagge Deutschland Deutschland (1925–1967)
Italien Italien (1967–1988)
andere Schiffsnamen Isola di Capri (1967–1988)
Schiffstyp Passagierschiff
Klasse Einzelschiff
Heimathafen Hamburg (1925–1967)
Eigner HADAG (1925–1967)
Bauwerft Stülcken-Werft
Baunummer 595
Stapellauf 30. Mai 1925
Indienststellung 18. Juli 1925
Verbleib 1988 Abwrackwerft bei Neapel
Schiffsmaße und Besatzung
Länge 56,6 m (Lüa)
Breite 12,7 m
Tiefgang (max.) 3,35 m
Vermessung 860 BRT (1925–1967)
1294 BRT (1967–1988)
Maschinenanlage
Maschine 2 × Schiffsdieselmotor
Maschinen­leistung 760 PS (559 kW)
Höchst­geschwindigkeit 12 kn (22 km/h)
Propeller 2
Transportkapazitäten
Zugelassene Passagierzahl ≈3000 als Hafenfähre,
≈1750 im Seebäderdienst
Sonstiges
Registrier­nummern IMO 6800220

Die Jan Molsen war ein 1925 in Dienst gestelltes Passagierschiff, das von der HADAG als Personenfähre im Hamburger Hafen und als Seebäderschiff auf der Unterelbe eingesetzt wurde. Von 1967 bis 1988 war es danach als Isola di Capri zwischen Capri und den Häfen am Golf von Neapel im Dienst.

Geschichte

Das Schiff lief mit der Baunummer 595 am 30. Mai 1925 auf der Stülcken-Werft vom Stapel und wurde nach Jan Molsen, einem Vorstandsmitglied der HADAG, benannt. Für die Reederei war es der erste Neubau nach dem Ersten Weltkrieg und das erste Schiff mit einem dieselmechanischen Antrieb.[1][2] Mit einer Kapazität von rund 3000 Fahrgästen ist sie bis heute die größte Hamburger Hafenfähre.[3]

Die Reederei setzte die Fähre vor allem für die Beförderung der Arbeiter von den Landungsbrücken zur Deutschen Werft und an den Wochenenden für Ausflugsfahrten auf der Unterelbe bis Cuxhaven und an die Nordseeküste ein.[4] Pläne vor Beginn des Zweiten Weltkrieges, die Jan Molsen in ein Lazarettschiff umzubauen, wurden nicht realisiert.[5]

Nach 1945 war die Jan Molsen Deutschlands größtes und schnellstes verbliebenes Passagierschiff. Ab 1948 folgten mehrere Umbauten und Modernisierungen und 1956 bekam das Schiff neue Schiffsdieselmotoren von MAN. Nach den Strandungen der Ondo und Fides unternahm die Jan Molsen auch Ausflugsfahrten zu den Wracks in der Außenelbe.[3]

Im Juli 1967 wurde die Jan Molsen, besetzt mit 750 Hafenarbeitern, vom schwedischen Frachter Santos seitlich gerammt und schwer beschädigt.[1] Das Schiff wurde danach im November 1967 an eine italienische Reederei in Castellammare di Stabia verkauft und in Isola di Capri umbenannt.[1] Für die HADAG wurde 1968 eine neue Jan Molsen in Dienst gestellt.[6]

Bis zur Ablösung durch einen gleichnamigen Neubau verkehrte die Isola di Capri bis 1988 zwischen Capri und den Häfen am Golf von Neapel. Im Dezember 1988 wurde sie dann an die Abwrackwerft von Cantieri di Baia bei Neapel verkauft.[2]

Literatur

  • Arnold Kludas: Hundert Jahre HADAG-Schiffe 1888–1988, Koehlers Verlagsgesellschaft, Herford 1988, ISBN 3-7822-0446-8.
  • Claus Rothe: Deutsche Seebäderschiffe 1830–1939, transpress VEB Verlag für Verkehrswesen Berlin 1989, ISBN 3-344-00393-3.
  • Reinhart Schmelzkopf: Schiffe und Cuxhaven, 2. erw. Auflage, Wilhelm Heidsiek Verlag, Cuxhaven 2017, ISBN 3-935459-23-8.
Commons: Jan Molsen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • M/S Jan Molsen. Fakta om Fartyg; (schwedisch).

Einzelnachweise

  1. a b c Kludas: Hundert Jahre HADAG-Schiffe 1888–1988, S. 67
  2. a b Schmelzkopf: Schiffe und Cuxhaven, S. 68
  3. a b Jan Molsen. Stadtwiki Cuxhaven, 7. Oktober 2023, abgerufen am 10. Dezember 2025.
  4. Rothe: Deutsche Seebäderschiffe 1830–1939, S. 126f.
  5. Volker Hartmann, Hartmut Nöldeke: Verwundetentransport über See: Deutsche Lazarett- und Verwundetentransportschiffe im Zweiten Weltkrieg. (= Kleine Schriftenreihe zur Militär- und Marinegeschichte. Band 20). Winkler Verlag, Bochum, 2010, ISBN 978-3-89911-142-2, S. 21
  6. Kludas: Hundert Jahre HADAG-Schiffe 1888–1988, S. 77