James H. Doyle Jr.
James Henry Doyle, Jr. (* 27. März 1925 in Medford, Middlesex County, Massachusetts; † 23. Februar 2018 in Bethesda, Montgomery County, Maryland) war ein Vizeadmiral der United States Navy. Er war unter anderem Kommandeur der Dritten Flotte (United States Third Fleet).
Er war ein Sohn von James H. Doyle (1897–1981) und dessen Frau Eleanor Ruth Fields. Der Vater war ebenfalls Vizeadmiral der US-Navy und kommandierte während des Koreakriegs die 1. Amphibische Gruppe. Aufgrund der permanenten dienstlichen Versetzungen seines Vaters besuchte der jüngere Doyle mehrere Schulen an verschiedenen Marinestandorten.
Im Jahr 1946 absolvierte er die United States Naval Academy in Annapolis in Maryland. Unter den Absolventen dieses um ein Jahr verkürzten Studiums war auch der spätere Präsident Jimmy Carter. In der amerikanischen Kriegsmarine durchlief Doyle anschließend alle Offiziersränge bis zum Vizeadmiral.
Im Lauf seiner militärischen Karriere absolvierte er verschiedene Kurse und Schulungen. Dazu gehörte unter anderem ein Studium an der George Washington University. Außerdem absolvierte er die Naval Justice School in Newport in Rhode Island. Zudem erhielt er eine Ausbildung auf dem Gebiet der Räumung von Seeminen. Später folgte noch eine Ausbildung auf dem Gebiet der nuklearen Marinetechnik, die ihm Kommandos über atombetriebene Schiffe gestattete.
Während seiner militärischen Laufbahn absolvierte er sowohl Aufgaben als Seeoffizier an Bord verschiedener Kriegsschiffe als auch Tätigkeiten als Stabsoffizier auf dem Festland. Als Seeoffizier diente er an Bord mehrerer Kreuzer und Zerstörer. Im weiteren Verlauf kommandierte er drei Minenräumschiffe und einen Zerstörer und schließlich den nuklear getriebenen Zerstörer USS Bainbridge. Doyle war drei Mal im Vietnamkrieg eingesetzt. Im weiteren Verlauf erhielt er das Kommando über den 12. Kreuzer-Zerstörer-Verband (Cruiser-Destroyer Group Twelve) und über die 2. Flugzeugträgergruppe (Attack Carrier Strike Group Two), die unter der Führung der USS Forrestal im Mittelmeer operierte.
Zu seinen Aufgaben als Stabsoffizier auf dem Festland gehörten unter anderem Tätigkeiten im Stab des Kommandeurs der United States Pacific Fleet und beim Chief of Naval Operations (CNO) sowie den Joint Chiefs of Staff. Dabei war er an den Vorbereitungen zu den Strategic Arms Limitation Talks und zum ABM-Vertrag beteiligt. Im Jahr 1973 war er einer der amerikanischen Delegierten auf einer Seekonferenz in New York City (Third United Nations Conference on the Law of the Sea).
Im August 1974 übernahm James Doyle Jr. das Kommando über die Dritte amerikanische Flotte, die in Ford Island in Hawaii stationiert war. Dieses Amt bekleidete er bis zum Juli 1975, als er von Robert P. Coogan abgelöst wurde. Anschließend kehrte er zum Stab des CNO zurück. Zwischen 1975 und 1980 war er dort in der Stabsabteilung für Überwasser-Operationen unter anderem für den Schiffsbau, die Schiffsausstattung und die Personalausbildung zuständig (Deputy Chief of Naval Operations, Surface Warfare, with responsibility for the Navy's shipbuilding and surface ship programs, including surface warfare education and training). Anschließend schied er aus dem aktiven Militärdienst aus.
Nach seiner Pensionierung ließ sich Doyle in Bethesda in Maryland nieder. Dort gründete und leitete er die Beraterfirma JHD Inc. Außerdem war er zwischen 1980 und 2007 Vorstandsmitglied der Strike and Air Defense Division der National Defense Industrial Association. Zwischen 1982 und 1989 lehrte er an der George Washington University das Fach Internationales Seerecht (International Law of the Sea). Er war auch Vizepräsident der Naval Historical Foundation. Im Jahr 2008 bezog er das Militärseniorenheim Knollwood. Der mit der bereits im Jahr 2011 verstorbenen Jeannette Blair verheiratete Offizier starb am 23. Februar 2018 und wurde auf dem amerikanischen Nationalfriedhof Arlington beigesetzt.
Orden und Auszeichnungen
James Doyle Jr. erhielt im Lauf seiner militärischen Laufbahn unter anderem die Auszeichnungen Navy Distinguished Service Medal, Legion of Merit und die Bronze Star Medal verliehen.
Weblinks
- Nachruf in der Washington Post vom 11. März 2018 (zuletzt abgerufen am 14. November 2025)
- Dyle bei armed Conflicts (zuletzt abgerufen am 14. November 2025)
- Doyle in der Hall of Valor (zuletzt abgerufen am 14. November 2025)
- Doyle beim U.S. Naval Institute (zuletzt abgerufen am 14. November 2025)