Jakob Israel Beiersdorf
Jakob Israel Beiersdorf (* 22. Dezember 1759 in Baiersdorf; † 27. Juni 1831 in Pirmasens) war der erste Rabbiner in der Stadt Pirmasens.
Leben
Jakob Beiersdorf hatte in Fürth Theologie studiert. Während des Studiums in Fürth lerne er Mayer Amschel Rothschild kennen und heiratete dessen Cousine Rosette Alexander. Durch Rothschilds Hilfe bekam er die Rabbinerstelle in Pirmasens, dort arbeitete er als Rabbiner von August 1775 bis 1826. Er galt als hoffähig und war zu Gast bei Landgraf Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt. Auf eigenen Wunsch besuchte der Landgraf die Laubhütte von Beiersdorf.
Sein Nachfolger, Aaron Kohn Merz, verpflichtete sich, an seinen Vorgänger einen jährlichen Unterhalt von fünfzig Gulden zu zahlen.[1]
Beiersdorfs Frau Rosetta geb. Alexander (geb. 1763) starb am 24. März 1846 und ist auf dem Alten Jüdischen Friedhof „in der Dankelsbach“ in Pirmasens beerdigt. Die Inschrift auf dem noch erhaltenen Grabstein lautet: „Rosette Alexander, Witfrau von Jacob Bayersdorf, Rabbiner in Pirmasens, gestorben im 83. Lebensjahre, den 24. März 1846. F.S.I.A.“
Nachkommen
Sein 1795 geborener Sohn Judas Beiersdorf[2] war Tuchhändler und Spezereikrämer und zählte 1830 mit 4800 Gulden zu den drei vermögendsten Mitgliedern der jüdischen Gemeinde Pirmasens. Weitere Nachkommen lebten noch mehrere Generationen in Pirmasens:
Der Enkel des Rabbiners, August Isaak Beiersdorf, wird 1899 in einem Adressbuch der Stadt Pirmasens als Essighändler in der Alleestraße 16 genannt; dessen fünf Söhne Albert, Arthur, Gustav, Jakob und Ludwig werden im selben Adressbuch alle als Buchhalter genannt. Der Urenkel Albert Beiersdorf starb natürlichen Todes am 20. Oktober 1936 in Pirmasens; seine Brüder Arthur und Gustav Beiersdorf kamen nach 1939 in Konzentrationslagern ums Leben. Ihr Bruder Ludwig Beiersdorf wurde zusammen mit Ehefrau Bertha geb. Schneider am 12. März 1943 von der Gestapo in Berlin verhaftet und ins KZ Auschwitz deportiert, dort wurden beide ermordet.[3]
Weblinks
- Alemannia Judaica: Berichte aus dem Bezirksrabbinat. Über die Entstehung des Rabbinates in Pirmasens
- Familie Beiersdorf, eine alteingesessene Pirmasenser Familie, pirmasens.de
Einzelnachweise
- ↑ Bernhard Kukatzki, Dunja Maurer: Juden in Pirmasens: Spuren ihrer Geschichte, Stadt Pirmasens, Stadtarchiv, 2004, ISBN 978-3-00-012870-7, S. 109 online
- ↑ Bernhard Kukatzki, Dunja Maurer: Juden in Pirmasens: Spuren ihrer Geschichte, Stadt Pirmasens, Stadtarchiv, 2004, ISBN 978-3-00-012870-7, S. 108 online
- ↑ Gedenktafel an der Exerzierplatzstraße 13, pirmasens.de, abgerufen am 15. Dezember 2025.