Jack Iwata

Jack Iwata (* 4. Oktober 1912 in Seattle, Washington; † 13. Juni 1992) war ein US-amerikanischer Fotograf japanischer Herkunft, der insbesondere die Phase vor der Internierung aufgrund der Executive Order 9066 sowie das Leben in den Internierungslagern Manzanar und Tule Lake dokumentierte.[1]

Leben

Jack Iwata wurde in Seattle geboren, wuchs jedoch überwiegend in Hiroshima auf, wo er erstmals mit der Fotografie in Berührung kam. 1928 kehrte er in die USA zurück und absolvierte später ein Studium am Whittier College. 1937 begann er eine Tätigkeit beim bekannten Fotografen Toyo Miyatake in Los Angeles, bei dem er zum leitenden Fotografen aufstieg. Neben Hochzeiten und Porträts fotografierte er auch Veranstaltungen der japanisch-amerikanischen Gemeinschaft für die Zeitung Rafu Shimpo.[1]

Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs dokumentierte Jack Iwata die Internierung japanischstämmiger US-Bürger im Lager Manzanar, wo er weiterhin mit Miyatake zusammenarbeitete und mit ihm ein Fotolabor betrieb. Später wechselte er nach Tule Lake, um in der Nähe seines erkrankten Vaters zu sein, und fertigte auch dort Fotografien an.[1]

Nach Kriegsende kehrte Jack Iwata zunächst zu Miyatake zurück, arbeitete anschließend kurzzeitig selbständig und trat schließlich in den späten 1940er Jahren der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo News Service bei. Dort blieb er über vier Jahrzehnte tätig und wurde in Japan insbesondere durch seine Fotografien und Reportagen über japanische und amerikanische Persönlichkeiten sowie über die Beziehungen zwischen den USA und Japan bekannt.[1]

Ein Jahr nach seinem Tod eröffnete das Japanese American National Museum eine Ausstellung mit dem Titel One More Shot: Jack Iwata Documenting Changing U.S. – Japan Relations, in dem viele seiner Fotografien gezeigt wurden und die heute im Museum archiviert und ausführlich analysiert worden sind.[1][2][3] Um die Mechanismen der Disziplinierung und die Überwachungsmöglichkeiten innerhalb eines Internierungslagers zu verstehen, analysierten Fotohistoriker 167 Fotografien aus der Jack Iwata Photo Collection des Japanese American National Museum. Sie kamen zu dem Schluss, dass diese historischen Fotografien nicht nur Erzählungen über die Internierung vervollständigen, sondern auch Einblicke in Methoden der Kontrolle der Lager ermöglichen. Gleichzeitig ist laut den Autoren Iwatas Bildsprache so konzipiert, dass sie die Autoritäten infrage stellen.[4]

Literatur

  • Encyclopedia of Japanese American history : an A-to-Z reference from 1868 to the present. Herausgegeben von Brian Niiya. New York: Checkmark Books, 2001. S. 217, 218.
  • Iwata, Jack. In: Asian American Art History, 1850–1970. Herausgegeben von Gordon H. Chang, Mark Johnson, und Paul Karlstrom. Stanford, Calif.: Stanford University Press, 2008. S. 341, 342.

Einzelnachweise

  1. a b c d e Jack Iwata | Densho Encyclopedia. Archiviert vom Original am 13. August 2025; abgerufen am 24. November 2025 (englisch).
  2. Jack Iwata Collection | Japanese American National Museum. Abgerufen am 24. November 2025.
  3. Jack Iwata Collection. Abgerufen am 24. November 2025.
  4. Roger C. Aden, Alexis J. Karolin: Returning the Gaze: A Visual Analysis of Jack Iwata’s Photography in Japanese American Internment Camps. In: Visual Communication Quarterly. Band 29, Nr. 3, 3. Juli 2022, ISSN 1555-1393, S. 165–177, doi:10.1080/15551393.2022.2096031.