J. A. E. Naess

Johannes Arndt Emanuel Naess, meist kurz J. A. E. Naess, (* 18. Januar 1872 in Dodgeville, Wisconsin; † 14. August 1955 in Los Angeles, Kalifornien) war ein US-amerikanischer lutherischer Geistlicher. Er war von 1924 bis 1931 Präsident des Pazifik-Distrikts der Norwegian Lutheran Church of America (NLCA) und damit leitender Geistlicher der norwegischstämmigen Lutheraner an der amerikanischen Westküste.

Biographie

Naess wurde in Wisconsin als Sohn des aus Norwegen immigrierten Pfarrers Olaus Naess geboren.[1] Er studierte ab 1889 am St. Olaf College, wo er 1895 einen Bachelor of Arts erwarb. Im Anschluss nahm er ein Theologiestudium am United Church Theological Seminary in Saint Paul auf, das er 1898 erfolgreich beendete. Daraufhin studierte er ein Jahr lang als Postgraduierter an der Universität von Minnesota. Er wurde am 12. Juni 1898 in der Vereinigten Norwegischen Lutherischen Kirche (UNLC) ordiniert und trat eine Pfarrstelle an der Blue River Lutheran Church in Boscobel an, deren Pfarrer schon sein Vater Olaus gewesen war. Später wechselte er nach Minnesota, wo er von 1902 bis 1908 an der Trinity Lutheran Church in Albert Lea und daraufhin bis 1917 in Austin tätig war.[2] Nachdem die UNLC im selben Jahr in der NLCA aufgegangen war, zog Naess nach Westen und wurde zum Vizepräsidenten des neu gegründeten Pazifik-Distrikts gewählt. Er nahm zeitgleich eine Pfarrstelle in San Diego an. Zu dieser Zeit war er auch Lagerpfarrer im Camp Kearney. Von 1920 bis 1921 war er kurz Pfarrer in Everett, danach bis 1924 in Tacoma.[1]

Als der Distrikts-Präsident Ludvig Foss 1924 zurücktrat, um sich der Stadtmission in Seattle zu widmen, übernahm Naess als sein Stellvertreter zunächst kommissarisch, bevor er 1925 durch Wahl im Amt bestätigt wurde.[3] In dieser Rolle war er besonders um die Finanzierung des Pacific Lutheran College bemüht, in dessen Kuratorium er auch lange Jahre saß.[4] Er übte das Präsidentenamt sieben Jahre lang aus, bevor ihn Halfdan Foss, der Sohn seines Vorgängers, zum Jahreswechsel 1931/32 ablöste. Naess zog im selben Jahr nach Santa Barbara (Kalifornien), wo er eine Gemeindepfarrstelle an der Trinity Lutheran Church übernahm.[5]

Naess heiratete Amanda Louise Larson, mit der er drei Kinder hatte.[6] Er gehörte der Republikanischen Partei an.[2] Naess starb 1955 in Los Angeles.

Einzelnachweise

  1. a b Rasmus Malmin / O. M. Norlie / O. A. Tingelstad: Who‘s who among pastors in all the Norwegian Lutheran synods of America, 1843–1927. Augsburg Publishing House, Minneapolis 1928, S. 397 (englisch, archive.org).
  2. a b Albert Nelson Marquis (Hrsg.): The Book of Minnesotans. A biographical dictionary of leading living men of the state of Minnesota. A. N. Marquis & Company, Chicago 1907, S. 369 f. (englisch, archive.org).
  3. N. J. Løhre (Hrsg.): Report of The Third Extraordinary General Convention of the Norwegian Lutheran Church of America. Augsburg Publishing House, Minneapolis 14. Juni 1925, S. 187 (englisch, archive.org).
  4. President Naess heads Drive. In: The Mooring Mast. Band 2, Nr. 2. Parkland (Wash.) 22. Oktober 1925, S. 1 (englisch, plu.edu [PDF]).
  5. N. J. Löhre (Hrsg.): Report of The Tenth General Convention of the Norwegian Lutheran Church of America. Augsburg Publishing House, Minneapolis 8. Juni 1932, S. 189 (englisch, archive.org).
  6. Anna Johanne Amundsen / Margot Morris Stange: Slegten Bucks Stamtavle. Dreyers Grafiske Anstalt, Stavanger, S. 54 f. (norwegisch, archive.org).
VorgängerAmtNachfolger
Ludvig FossPräsident des Pazifik-Distrikts
1924–1931
Halfdan Foss