Jürg Marquard
Jürg Marquard (* 13. Juli 1945 in Urdorf) ist ein Schweizer Verleger. Er ist Gründer und Inhaber der Marquard Media Gruppe.
Leben
Herkunft und Geschäftstätigkeit
Jürg Marquard wuchs als Sohn eines deutschstämmigen[1] Zahnarztes in Urdorf auf, wo er auch zur Schule ging. Schon während seiner Schulzeit war er journalistisch tätig. Nach bestandener Matur am Wirtschaftsgymnasium der Kantonsschule Zürich lancierte er 1965 mit von Schulfreunden geliehenen 2000 Schweizer Franken Startkapital die Jugendzeitschrift Pop und legte damit den Grundstein für seine Verleger- und Unternehmerkarriere. Neben seiner Arbeit am Aufbau der Jugendzeitschrift Pop war Jürg Marquard auch als Radio- und Fernsehmoderator im Pop-Bereich tätig.
Nach der Gründerzeit, in der Jürg Marquard Pop selbst redigierte, wurde die Zeitschrift zunehmend kommerzieller und etablierte sich nach diversen Fusionen mit anderen deutschen Jugendzeitschriften als Pop/Rocky als zweitgrösste deutsche Jugendzeitschrift hinter Bravo. 1998 wurde Pop/Rocky mit der ebenfalls verlagseigenen Jugend- und Musikzeitschrift Popcorn fusioniert, welche sich als internationale Dachmarke für den Jugendzeitschriftenbereich der Marquard Media Gruppe durchgesetzt hatte.
Den Durchbruch im deutschsprachigen Zeitschriftenmarkt schaffte Marquard 1981 mit der Zeitschrift Cosmopolitan. 1993 nannte er sich mit einem Jahresgewinn von 26,8 Millionen Schweizer Franken nach Steuern und Abschreibungen den bestverdienenden Schweizer Verleger.[2]
Im Frühjahr 2005 war Jürg Marquard aktiv als Co-Produzent und Protagonist der Reality-Serie Traumjob, einer Lizenzversion von Donald Trumps The Apprentice. Diese Sendung verzeichnete Höchstquoten auf dem ersten Kanal des Schweizer Fernsehens. Ab Frühling 2019 war Marquard als Investor in der vom Privatsender TV24, ab der 3. Staffel auf 3 Plus TV ausgestrahlten TV-Sendung Die Höhle der Löwen Schweiz zu sehen.[3]
Weitere Tätigkeiten und Privates
Marquard ist seit 1995 Honorargeneralkonsul von Ungarn in der Schweiz. Am 12. Dezember 2005 verlieh ihm die ungarische Regierung die Gedenkmedaille Pro Auxilio Civium Hungarorum als Anerkennung für seine Tätigkeit als Honorargeneralkonsul, und am 6. Dezember 2006 wurde ihm zusätzlich die Ehrenmedaille Held der Freiheit verliehen.
Marquard wurde in den Club zum Rennweg in Zürich aufgenommen.[4] Er ist in dritter Ehe mit Raquel Marquard verheiratet und Vater von fünf Kindern sowie Stiefvater des Models Bianca Gubser.[5] Er lebt in Herrliberg.
Weblinks
- Dirk Ruschmann: Jürg Marquard: Das zweite Gesicht. In: Bilanz vom 17. April 2012
- Geboren am 13. Juli 1945 – Jürg Marquard. SRF-DOK, 9. August 2019 (45 min).
Einzelnachweise
- ↑ HLS/DSS Marquard von Zürich (seit 1921)
- ↑ (Fortsetzung von Seite 2) vom 28. Oktober 1993 bei kress.de, abgerufen am 25. April 2024
- ↑ Christian Beck: Fünf Schweizer Löwen und der Hund Fritz. In: persoenlich.com. persönlich Verlags AG, 18. Dezember 2018, abgerufen am 18. Dezember 2018.
- ↑ Ueli Mäder, Ganga Jey Aratnam, Sarah Schilliger: Wie Reiche denken und lenken. Reichtum in der Schweiz: Geschichte, Fakten, Gespräche. 2. Auflage. Rotpunktverlag, Zürich 2010, ISBN 978-3-85869-428-7, S. 105.
- ↑ Flavia Schlittler: Krebs! Bianca Gubser trauert um ihren Vater. In: Blick, 12. Dezember 2013, abgerufen am 26. Oktober 2025.