Club zum Rennweg

Der Club zum Rennweg ist eine von einer privaten Betreibergesellschaft unterhaltene Networking-Organisation von Unternehmern und Managern in der Schweiz mit Ähnlichkeit zu einem Service-Club. Er ist nach dem Rennweg, einer Seitenstrasse zur Bahnhofstrasse in Zürich benannt, wo er in der Nähe, an der Fortunagasse 13, domiziliert ist. Er entstand als etwas offenere Ausprägung des sehr abgeschottet agierenden Entrepreneurs’ Roundtable.

Beschreibung

Der Club zum Rennweg wurde 2005 als AG gegründet. Die Mitglieder, deren Zahl begrenzt wird, sind offiziell geheim und der Zugang zur Mitgliedschaft erfolgt auf Vorschlag von zwei bestehenden Mitgliedern. Erwartet wird von den Neuzugängen, dass sie einem börsenkotierten Unternehmen vorstehen, der Geschäftsleitung eines im SMI vertretenen Unternehmens angehören oder einen Betrieb mit mindestens 1000 Angestellten besitzen. Ausnahmen wurden gemacht, so für Adolf Ogi, Franz Beckenbauer, Ottmar Hitzfeld oder Boris Becker.[1] Der Jahresbeitrag lag im Jahr 2013 bei 12'000 Franken.[2] Zudem ist eine Einschreibegebühr von 15'000 Franken zu entrichten.[3] Anders als der Roundtable akzeptiert der Club zum Rennweg auch Frauen als Mitglieder.[1] Zu nennen sind hier Carolina Müller-Möhl oder Franziska Tschudi, doch bilden sie gegenüber den Männern eine deutliche Minderheit.[3]

Das Gründungsmitglied Philippe Gaydoul vermietet dem Club zum Rennweg die genutzte Liegenschaft. Weitere Personen, die sich zu der Mitgliedschaft bekannt haben oder deren Mitgliedschaft als gesichert gilt, sind Jürg Marquard, Peter Spuhler, Urs Rohner, Marcel Rohner, Martin Wagner (Basler Zeitung Medien), Rolf Dörig, Thomas Matter, Schoscho Rufener, Pascal Forster, Martin Spieler, Alex Wassmer im Namen des Bauunternehmens Kibag und als Gründungsgesellschafter die Unternehmer Daniel Aergerter und Dany Bahar und der Anwalt Thomas Ladner, dem zufolge der Club zum Rennweg «liberal denkende, unternehmerisch handelnde Persönlichkeiten»[1] anspricht, wobei im Gefüge von FDP-nahen und SVP-nahen Schweizer Unternehmerkreisen der Club zum Rennweg eher zur SVP tendiert.[1] Der Club zum Rennweg nimmt neben Sportgrössen zudem auch Leistungsträger aus der Kultur auf, so Pepe Lienhard. Das Unternehmen geriet 2013 in die Schlagzeilen, weil es finanziell in Schieflage geraten war. Neben internen Kürzungen fiel vor allem die Streichung der Überstunden-Abgeltung für das Service-Personal negativ auf.[2] Der Club zum Rennweg meidet den Kontakt zu den Medien.[3]

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Einzelnachweise

  1. a b c d Ueli Mäder, Ganga Jey Aratnam, Sarah Schilliger: Wie Reiche denken und lenken. Reichtum in der Schweiz: Geschichte, Fakten, Gespräche. 2. Auflage. Rotpunktverlag, Zürich 2010, ISBN 978-3-85869-428-7, S. 104 ff.
  2. a b Club am Rennweg: So sparen die Reichen. In: Aargauer Zeitung. 28. September 2013, abgerufen am 25. Oktober 2025.
  3. a b c Jean François Tanda: Grosser Zahltag beim Club zum Rennweg. Nach einer Investitionsphase zahlt der illustre Zirkel der Unternehmer seinen Aktionären Geld aus. In: Handelszeitung. 25. September 2013, abgerufen am 26. Oktober 2025.