Isornoviadukt
| Isornoviadukt | ||
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| Isornoviadukt mit ABe 4-8 | ||
| Überführt | Centovallibahn | |
| Unterführt | Isorno | |
| Ort | Cavigliano und Intragna | |
| Konstruktion | Stahlbogenbrücke mit zwei Fachwerkträgern und aufgeständerter Fahrbahn | |
| Gesamtlänge | 128 m | |
| Längste Stützweite | 87 m | |
| Höhe | 80 m | |
| Baubeginn | 1915 | |
| Fertigstellung | 1917 | |
| Eröffnung | 1923 | |
| Lage | ||
| Koordinaten | 697470 / 115049 | |
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Der Isornoviadukt (auch Eisenbahnviadukt Intragna, italienisch Ponte sull’Isorno) ist eine eingleisige Eisenbahnbrücke der Centovallibahn der Ferrovie autolinee regionali ticinesi (FART) über den Isorno bei Intragna. Der 128 Meter lange Viadukt ist mit 80 Metern Höhe eine der höchsten Eisenbahnbrücken der Schweiz.
Lage
Der Isornoviadukt liegt nördlich des Ortes Intragna. Er überquert den aus dem Seitental Valle Onsernone kommenden, tief eingeschnittenen Fluss Isorno, der etwa 400 Meter östlich in die Melezza mündet. 100 Meter unterhalb des Viadukts führt die Hauptstrasse 407.2 über den Fluss, nahe der Mündung eine weitere Strassenbrücke. Der Isorno bildet die Grenze zwischen den Gemeinden Centovalli und Terre di Pedemonte.
Gleich beim Südende der Brücke liegt die Talstation der Seilbahn nach Pila und Costa.
Beschreibung
Der Viadukt besteht aus zwei einfeldrigen Fachwerkträgern mit 16 bzw. 24 Metern und einer dazwischen liegenden 87 Meter langen dreigelenkigen Bogenbrücke aus Stahl. Die dreiteilige Konstruktion war durch das zerklüftete, tief eingeschnittene Flusstal und die Positionen der Kämpfer bedingt. Ihre Konstruktion ermöglichte einen Freivorbau des Bogenträgers mittels einer Zwischenabstützung, die auch beim Ruinacciviadukt verwendet wurde.[1]
Die überführte Bahnstrecke ist eine einspurige Schmalspurbahn. Das feingliedrige Bauwerk mit einer «hohen Transparenz» und einem «sehr schlanken» Obergurt hat ein relativ geringes Gewicht von 2,57 Meganewton. Die Knicklängen der Bogenstützen konnten halbiert werden, da zwischen diese Zwischenpfosten und sekundäre Streben eingefügt wurden, die den Abstand von 8,24 Metern halbierten.[1]
Planung und Bau
Planung und Bau des Viadukts erfolgten durch das Zürcher Unternehmen Löhle & Kern, die auch den 110 Meter langen Ruinacciviadukt bei Camedo an der italienischen Grenze errichteten. Die beiden Brücken sind die bedeutendsten Bauwerke der Centovallibahn. Der Bau der Strecke begann 1912, der Isornoviadukt wurde von 1915 bis 1917 erbaut. Bedingt durch den Ersten Weltkrieg sowie finanzielle Schwierigkeiten wurde die Bahn erst nach elf Jahren Bauzeit vollendet. Die Probebelastung der Brücke erfolgte am 19. Oktober 1923,[1] die offizielle Eröffnung der Bahn am 25. November.[2]
Ein Architekturmodell des Viadukts wird bei Swissminiatur in Melide gezeigt.
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Bogenbrücke und Fachwerkträger (vorne)
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Ansicht aus dem Zug
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Konstruktionsdetail
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Isornoviadukt bei Swissminiatur
Siehe auch
Weblinks
- Isornoviadukt. In: Structurae
- Isornoviadukt Intragna TI. In: Begegnung mit einer faszinierenden Wanderausstellung. Schweizer Eisenbahnbrücken. Heimatschutz = Patrimoine. Band 95 (2000) (archiviert in E-Periodica der ETH-Bibliothek), Heft 4. S. 16–17.
Belege
- ↑ a b c Peter Marti, Orlando Monsch, Massimo Laffranchi: Isornoviadukt Intragna. In: Schweizer Eisenbahnbrücken. vdf, Zürich 2001, ISBN 978-3-7281-2786-0. S. 126–127.
- ↑ vigezzinacentovalli.com: Chi siamo. Storia. Italienisch, abgerufen am 23. November 2025