Industrielehrpfad Langendreer Werne

Der Industrielehrpfad Langendreer / Werne ist ein rund 14–15 km langer Rundweg durch die stark von Bergbau und Eisenbahn geprägten heutigen Bochumer Stadtteile Langendreer und Werne.[1]

Beschreibung

Die Einleitung beschreibt, wie sich Bochum vom dörflichen Umfeld zur Industriestadt wandelte, alte Werksanlagen verschwanden, neue Betriebe und Wohngebiete entstanden und sich eine eigene, von Bergbau und Bahn bestimmte Umwelt herausbildete. Auf dem Lehrpfad sollen weniger „Musterbauten“ gezeigt werden, als vielmehr typische räumliche, wirtschaftliche und soziale Strukturen der Industrialisierung im Raum Langendreer/Werne sichtbar gemacht werden. Es ist bewusst so konzipiert, dass Abstecher und individuelle Verkürzungen möglich sind. Der Weg eignet sich besonders für eine 3–4-stündige Radtour.[1]

Der Industrielehrpfad aus dem Jahr 1993 ist einer von drei Lehrpfaden, welche in den 1990ern erarbeitet worden sind, und in Broschüren von der Stadt Bochum veröffentlicht wurden. Die Idee für diesen ersten Industrielehrpfad resultierte aus einem Seminar über Technische Denkmäler, das im Sommersemester 1990 unter der Leitung von W. Weber an der Ruhr-Universität Bochum stattfand.[1] Im Gegensatz zu anderen Bergbaulehrpfaden wurden keine Schilder an den Stationen aufgestellt. Die beiden anderen Routen sind der Industrielehrpfad Hamme / Hordel / Hofstede[2] und der Industrielehrpfad Gerthe / Grumme / Hiltrop.[3]

Stationen

Die Stationen sind:

  • Bahnhof Langendreer: Der 1908 eröffnete Jugendstil-Bahnhof am Wallbaumweg diente als zentraler Verkehrsknotenpunkt für Kohletransport und Personenverkehr und wurde 1986 zum Kulturbahnhof umgenutzt.
  • Kornbrennerei Dietrich Eickelberg: Die 1866 gegründete Brennerei in der Oberstraße mit Kesselhaus und Schornstein aus den 1920er Jahren zeigt die Nebenindustrien rund um den Bahnhof und Bergbau.
  • Müser-Brauerei: Die Brauerei in Langendreer ergänzt das Bild gewerblicher Produktion im Schatten der Zechen und nutzte die Bahnverbindungen für den Absatz.
  • Ehrenmal Neu-Iserlohn: Das Denkmal auf dem Evangelischen Friedhof gedenkt 27 Bergleuten, die 1868 bei einer Explosion auf der Zeche Neu-Iserlohn ums Leben kamen.
  • Gaswerk Langendreer / Werne: Das Gaswerk versorgte die wachsende Industrie- und Wohnsiedlung mit Energie und markiert die Infrastrukturentwicklung im 19. Jahrhundert.
  • Dampflokschuppen Langendreer: Der ehemalige Lokschuppen des Bahnbetriebswerks diente der Wartung von Rangierlokomotiven im großen Güterbahnhof Langendreer.
  • Teerdestillation Rasig: Die alte Teerfabrik auf einem Parkgelände entstand aus Kokereibiprodukten und symbolisiert die chemische Verwertung von Bergbau-Nebenprodukten.
  • Straßenbahnhaltestelle: Die Relikte verdeutlichen die beengten Verkehrsverhältnisse, die für das Ruhrgebiet üblich waren.
  • Zeche Robert Müser: Die Zeche mit erhaltenem Fördergerüst über Schacht Arnold prägt das Stadtbild und steht für den Kohlebergbau in Werne.
  • Kolonie Deutsches Reich: Arbeitersiedlung aus den frühen 1870er Jahren.
  • Zeche Neu-Iserlohn II: Historische Gebäude verweisen auf den Standort der Zeche.
  • Zeche Neu-Iserlohn I: Die Kokerei lieferte Koks für Stahlproduktion und war eng mit dem Bergbau sowie dem Bahntransport verbunden. Älteste Koksofenbatterie im Ruhrgebiet.
  • Zechensiedlung Dreerhöhe: Die Siedlung an der Iserlohner Straße beherbergte Bergarbeiterfamilien und zeigt die soziale Struktur der Industrialisierung.
  • Zeche Bruchstraße / Opel Werk II: Symbol des Strukturwandel.

Heutiger Zustand

Der Rundweg führte schon in den 1990er Jahren an einigen Objekten vorbei, die bereits damals nicht mehr vorhanden waren.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. a b c Ralf Peters, Helmut Keipert, Susanne Krüger, Hans-Georg Thomas: Wanderung durch den Industrielehrpfad Langendreer / Werne. Hrsg.: Stadt Bochum, Der Oberbürgermeister. Bochum Februar 1993.
  2. Jörg Dau, Lutz Engelskirchen, Boris Hofeland, Heike König, Ralf Peters, Jessica Runte, Oliver Strüber, Andreas Zolper: Industrielehrpfad Hamme / Hordel / Hofstede. Hrsg.: Stadt Bochum, Der Oberbürgermeister. Bochum März 1998.
  3. Ralf Peters, Helmut Keipert, Susanne Krüger, Hans-Georg Thomas: Industrielehrpfad Gerthe/Grumme/Hiltrop. Hrsg.: Stadt Bochum, Der Oberbürgermeister. 5.000 Auflage. Bochum Februar 1995.

Koordinaten: 51° 30′ 38″ N, 7° 16′ 22,6″ O