Independence-Klasse (2017)
| Die Fearless im Juni 2021
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Die Independence-Klasse ist eine Klasse von acht Patrouillenschiffen der Marine der Republik Singapur, die seit 2017 in Dienst steht.
Geschichte
Die Independence-Klasse wurde im Januar 2013 als Ersatz für die alternden Patrouillenboote der Fearless-Klasse bei der singapurischen ST Engineering beauftragt. Von dieser wurden die acht Schiffe zwischen 2014 und 2020 auf Basis eines Entwurfs von ST Engineering und der schwedischen Werft SAAB Kockums gebaut. Die auch als Littoral Mission Vessel bezeichneten Mehrzweckschiffe sind für den Einsatz im stark befahrenen Küstenvorfeld Singapurs, wie der Straße von Malakka, vorgesehen.[1] Sie ähneln in ihrer Funktion den Einsatzschiffen der Potsdam-Klasse der deutschen Bundespolizei.
Einheiten
| Kennung | Name | Bauwerft | Kiellegung | Stapellauf | Indienststellung |
|---|---|---|---|---|---|
| 15 | Independence | ST Engineering, Singapur |
11. September 2014 | 3. Juli 2015 | 5. Mai 2017 |
| 16 | Sovereignty | 14. Mai 2015 | 16. April 2016 | 14. November 2017 | |
| 17 | Unity | 26. November 2015 | 13. Oktober 2016 | 14. November 2017 | |
| 18 | Justice | 26. Mai 2016 | 18. März 2017 | 26. September 2018 | |
| 19 | Indomitable | 11. November 2016 | 23. September 2017 | 26. September 2018 | |
| 20 | Fortitude | 26. Mai 2017 | 24. März 2018 | 31. Januar 2020[2] | |
| 21 | Dauntless | 20. Oktober 2017 | 18. August 2018 | 31. Januar 2020[2] | |
| 22 | Fearless | April 2018 | 26. Januar 2019 | 31. Januar 2020[2] |
Technische Beschreibung
Rumpf und Antrieb
Der Rumpf eines Schiffes der Independence-Klasse ist 80 Meter lang, 12 Meter breit und hat bei einer Verdrängung von 1250 Tonnen einen Tiefgang von 3 Metern. Der Antrieb, ein CODAD-System, besteht aus vier Dieselmotoren MTU 20V 4000 M93L, mit einer Gesamtleistung von 23.080 PS (16.975 kW). Diese geben die Leistung an zwei Wellen mit je einer Schraube weiter. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 27 Knoten (50 km/h) und die Reichweite 3500 Seemeilen bei 18 Knoten.
Bewaffnung
Neben dem separat aufgeführten Waffensystem verfügen die Schiffe der Klasse über zwei 12,7-mm-Waffenstationen des Typ HITROLE in den Brückennocken und eine 25-mm-Waffenstation des Typs Typhoon achteren Ende des Decksaufbaus mit Blick über das Flugdeck. Des Weiteren ist eine Senkrechtstartanlage eingerüstet. Das System befindet sich hinter dem 76-mm-Geschütz und vor der Brücke und die Bestückung mit Flugkörpern besteht aus zwölf VL MICA-Flugabwehrraketen.[1]
Geschützturm
Das 76-mm-Geschütz von OTO Melara befindet sich auf dem Vorderdeck. Die Waffe mit 62 Kaliberlängen verschießt eine breite Munitionspalette mit einer Kadenz von bis zu 100/min und einer Mündungsgeschwindigkeit von 925 m/s. Die effektive Reichweite gegen Bodenziele beträgt 16.000 m, gegen Luftziele als Flak bis zu 7.800 m. Das Geschützrohr kann um 35°/s in der Elevation in einem Bereich von +85°/−15° bewegt werden. Die Drehgeschwindigkeit des Turmes beträgt 60°/s. Die Masse wird durch die Verwendung von Leichtmetall reduziert, das Gehäuse besteht aus GFK. Die kleine Mündungsbremse reduziert den Rückstoß von 11 t um 10 % auf 9,9 t, die dann mittels Hydraulik abgefangen werden.[3]
Das Geschütz arbeitet wie folgt: Unter Deck befindet sich der Doppelbeladering mit einer Aufnahmekapazität von 70 Patronen, die durch die Drehbewegung der Beladeeinrichtung von dem äußeren in den inneren Ring befördert werden. Auf der linken Seite wandern die Patronen in eine Förderschnecke in der Drehachse des Turmes, welche die Munition senkrecht nach oben führt. Oben angekommen, werden die Patronen von Pendelarmen entgegengenommen. Diese zwei Pendelarme schwenken alternierend (bewegt sich einer nach oben, schwenkt der andere nach unten) und geben die Patrone an die Zuführtrommel in der Rohrachse ab. Die Patrone fällt auf die Beladeschale, wird angesetzt, der Verschluss steigt und der Schuss kann ausgelöst werden.
Besatzung
Die Besatzung hat eine Stärke von 23 Personen (5 Offizieren und 18 Unteroffizieren bzw. Mannschaften), wobei je nach Mission weitere 15 Personen eingeschifft werden können.[1]
Weblinks
- Independence class Littoral Mission Vessel (LMV) auf seaforces.org (englisch)
- Independence-Class Littoral Mission Vessel (LMV) auf naval-technology.com (englisch)
- Independence-Klasse auf Navypedia (englisch)
Einzelnachweise
- ↑ a b c Eric Wertheim: Singapore’s Littoral Solution. In: usni.org. Juli 2024, abgerufen am 6. November 2025 (englisch).
- ↑ Norman Friedman: The Naval Institute Guide to World Naval Weapons Systems. US Naval Institute Press, 2006, ISBN 1-55750-262-5, S. 262–263.