Ferdinand von Thavonat
Ferdinand Ignaz Freiherr Thavonat von Thavon († 8. Juli 1726) war ein k. k. Hofkammer- und Deputationsrat, sowie Begründer der Invalidenversorgung in Wien.
Leben
Er stammte aus dem Adelsgeschlecht Thavonat, mit dem Stammsitz Tavon im mittleren Nonstal in Welschtirol. Sein Vater war der promovierte Jurist, Geheimrat von Erzherzog Leopold Wilhelm, und zuletzt niederösterreichischer Regimentskanzler Jakob Thavonat († 27. Januar 1665). Am 12. März 1686 wurden Ferdinand Ignaz von Thavonat und seinen Brüdern der alten Ritterstand verliehen[1] und am 27. April 1691 der Freiherrenstand.[2] Am 16. Februar 1720 spendete Ferdinand Ignaz von Thavonat dem Armen- und Invalidenhaus in Wien 600.000 Gulden zur Verpflegung Kriegsversehrter. Zur Unterbringung sollte der Gebäudekomplex entsprechend erweitert werden. Ferner gründete er laut Testament vom 8. Dezember 1725 ein Familienfideikommiss, bestehend aus der Herrschaft Sachsengang. 1726 wurde der Thavonathof errichtet. Er war Vorläufer des Alten Allgemeinen Krankenhauses Wien, heute Campus der Universität Wien. Die Gedenktafel von 1934 im ehemaligen Thavonathof trägt folgende Inschrift:
„ZUR ERINNERUNG AN DIE INVALIDENSTIFTUNG DES HOFKAMMERRATES FERDINAND FREIHERR VON THAVONAT, AUS WELCHER IM JAHRE 1726 DIESER HOF, DER EHEMALIGE THAVONATHOF UND TEILE DES 4. UND 5. HOFES ERRICHTET WURDEN. 1934“
Literatur
- Constantin von Wurzbach: Thavonat von Thavon, Ignaz Ferdinand. In: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. 44. Theil. Kaiserlich-königliche Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1882, S. 185 (Digitalisat).
- Karl Weiß: Geschichte der öffentlichen Anstalten, Fonde und Stiftungen für die Armenversorgung in Wien, Wien 1867, S. 113, 120.
Einzelnachweise
- ↑ AT-OeStA/AVA Adel RAA 422.25. Österreichisches Staatsarchiv, abgerufen am 25. Dezember 2025.
- ↑ AT-OeStA/AVA Adel RAA 422.26. Österreichisches Staatsarchiv, abgerufen am 25. Dezember 2025.