If I Had Legs I’d Kick You
| Film | |
| Titel | If I Had Legs I’d Kick You |
|---|---|
| Produktionsland | USA |
| Originalsprache | Englisch |
| Erscheinungsjahr | 2025 |
| Länge | 113 Minuten |
| Stab | |
| Regie | Mary Bronstein |
| Drehbuch | Mary Bronstein |
| Produktion | Sara Murphy, Ryan Zacarias, Ronald Bronstein, Josh Safdie, Eli Bush, Richie Doyle, Conor Hannon |
| Kamera | Christopher Messina |
| Schnitt | Lucian Johnston |
| Besetzung | |
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If I Had Legs I’d Kick You ist ein US-amerikanischer Spielfilm von Mary Bronstein aus dem Jahr 2025. Die Tragikomödie stellt eine Ehefrau und Mutter am Rande des Nervenzusammenbruchs in den Mittelpunkt. Die Hauptrolle übernahm die australische Schauspielerin Rose Byrne. Der Film wurde im Januar im Rahmen des Sundance Film Festivals uraufgeführt. In Deutschland wurde das Werk einen Monat später im Hauptwettbewerb der Internationalen Filmfestspiele Berlin (Berlinale) mit einem Silbernen Bären für die schauspielerische Leistung ausgezeichnet. Es folgten zahlreiche weitere Preise für Hauptdarstellerin Byrne, darunter im Jahr 2026 der Golden Globe Award.
Handlung
Lindas Leben bewegt sich in einer Abwärtsspirale. Ihr Ehemann ist abwesend. Ihr Kind hat eine mysteriöse Krankheit, die für eine Vielzahl an Konsultationen mit Ärzten sorgt. Ihr Zuhause gleicht einer Baustelle und die Beziehung zu ihrem Therapeuten gestaltet sich zunehmend feindselig. Die auf sich selbst gestellte Mutter befindet sich am Rande eines Nervenzusammenbruchs.[1]
Hintergrund
If I Had Legs I’d Kick You ist nach Yeast (2008) der zweite Spielfilm der US-amerikanischen Regisseurin und Drehbuchautorin Mary Bronstein. Das Skript soll von persönlichen Erfahrungen mit ihrer Tochter inspiriert worden sein. Bronstein beschrieb die Einstellung ihrer Hauptfigur Linda mit dem Satz „Ich brauche Hilfe, ich brauche Hilfe, ich brauche Hilfe, aber bitte hilf mir nicht“. Die Regisseurin hätte „zuvor noch nie einen Film gesehen, in dem eine Mutter mit ihrem Kind eine Krise“ durchmacht, sich die „Energie“ der Zuschauer aber nicht auf den „Kampf des Kindes“ übertrage, sondern auf jenen der Mutter. Das Thema ihres Films sei, „in der Welt zu funktionieren und gleichzeitig mit einem tiefen Trauma fertig zu werden, für das man keine Zeit hat, es zu verarbeiten“, so Bronstein.[2]
Für die Hauptrolle der Linda wurde Rose Byrne verpflichtet. Die australische Schauspielerin war fasziniert von der Figur, die in einer Krise steckt. Byrne war eigenen Angaben zufolge „davon besessen“ herauszufinden, wer Linda vor ihrem Trauma war. „Sie [Linda] ist bereits am Ende der Straße, als wir sie treffen, und es wird immer schlimmer“, so Byrne.[2] In weiteren Rollen sind der US-amerikanische Rapper A$AP Rocky als leitender Motel-Angestellter James sowie der Talkshow-Moderator und Komiker Conan O’Brien als Lindas Therapeut zu sehen. Die Filmgesellschaft A24 bat O’Brien persönlich darum, Bronsteins Drehbuch zu lesen.[2] In weiteren Rollen sind Danielle Macdonald als Lindas Patientin und Ivy Wolk als Motel-Angestellte zu sehen. Christian Slater absolvierte einen Cameo-Auftritt als Lindas abwesender Ehemann. Lindas Tochter wird von Delaney Quinn dargestellt, die mit Ausnahme der letzten Szene fast über die gesamte Laufzeit des Films nur schemenhaft zu erkennen ist.[2]
Vor dem Dreh setzte Bronstein vierwöchige intensive Proben an. Die Dreharbeiten fanden im Spätsommer 2023 in Montauk statt.[2] Als Kameramann fungierte Christopher Messina. Das Projekt hatte während des mehrere Monate andauernden Streiks der US-amerikanischen Schauspielergewerkschaft SAG-AFTRA eine Ausnahmegenehmigung erhalten.[3]
Rezeption
Veröffentlichung und Einspielergebnis
If I Had Legs I’d Kick You wurde am 24. Januar 2025 im Rahmen des 41. Sundance Film Festivals uraufgeführt. Dort war das Werk in die Sektion Premieres eingeladen worden.[1] Einen Monat später, am 17. Februar wurde Bronsteins Film im Hauptwettbewerb der 75. Berlinale als internationale Premiere gezeigt.[4]
Ein regulärer Kinostart in den USA erfolgte am 10. Oktober 2025[5] im Verleih von A24 vorgesehen.[6]
Der Film erreichte bisher weltweit einen Box-Office-Gesamtumsatz von 1,3 Millionen US-Dollar. Davon entfielen eine Million US-Dollar in den Vereinigten Staaten und Kanada.[7]
Kritiken
Auf der amerikanischen Website Metacritic erhielt If I Had Legs I’d Kick You eine Bewertung von 77 von 100 möglichen Punkten, basierend auf über 30 ausgewerteten englischsprachiger Kritiken. Das Echo der Rezensenten wurde mit „allgemein positiven“ („Generally Favorable“) Rezensionen bewertet.[8] Von den auf der Website Rotten Tomatoes aufgeführten über 180 Kritiken wurden 91 Prozent als positiv („fresh“) eingeschätzt. Der dortige Konsens der Rezensenten befand, dass es sich bei dem Film um einen „fieberhaften Traum“ handle, „der das Publikum in kalten Schweiß ausbrechen“ und „tief in den Stress der Eltern“ eintauchen lasse. If I Had Legs I’d Kick You überzeuge durch „Rose Byrnes mutiger Hauptrolle und der kompromisslosen Vision der Regisseurin Mary Bronstein“.[9]
David Ehrlich vom Online-Portal IndieWire vergab an einen „der rauesten und ehrlichsten Filme, die je über zeitgenössische Mutterschaft gedreht wurden,“ die Schulnote „A“ (deutsches Schulsystem: 1) und pries die Leistungen von Rose Byrne und Conan O’Brien. Byrne spiele ihre Linda „prächtig enträtselnd“, während Bronstein mit der Besetzung O’Brien ein Geniestreich gelungen sei. Es sei „schwindelerregendes Gefühl, den lustigsten Mann Amerikas dabei zu beobachten, wie er so sehr darum kämpft, jeden denkbaren Lacher zu unterdrücken“. Der Film selbst erinnerte Ehrlich an den Thriller Der schwarze Diamant von Benny und Josh Safdie. Regisseur Josh Safdie und Produzent Ronald Bronstein, der frühere Ehemann von Mary Bronstein, waren an If I Had Legs I’d Kick You auch als Produzenten beteiligt.[10]
Ehrlichs Redaktionskollege Ryan Lattanzio pries die schauspielerische Leistung Byrnes als „sensationell“ und als Karrierehöhepunkt sowie als eine der besten des Kinojahres 2025. Er fühlte sich an das Spiel Gena Rowlands erinnert und prophezeite, dass in der Filmpreissaison 2025/26 mit der australischen Schauspielerin zu rechnen sei.[2]
Auszeichnungen
If I Had Legs I’d Kick You wurde in der Filmpreissaison 2025/26 für mehr als 80 Auszeichnungen nominiert, von denen die Produktion bisher über zwei Dutzend gewinnen konnte. Vielfach berücksichtigt wurde die Leistung von Hauptdarstellerin Rose Byrne. Sie gewann den Silbernen Bären der 75. Berlinale. Weitere Auszeichnungen für Byrne folgten, darunter die Preise der Filmkritikervereinigungen von New York, Los Angeles, Boston, Chicago, Toronto sowie des National Board of Review. Auch erhielt sie den Golden Globe Award als Beste Hauptdarstellerin in einer Komödie und wurde für den Independent Spirit Award nominiert. Regisseurin Bronstein gewann den Regiepreis des Filmfestivals in Athen und den „Cinema Extraordinaire“ im norwegischen Bergen. Bei den amerikanischen Gotham Awards wurde If I Had Legs I’d Kick You in vier Kategorien (Bester Film, Regie, Originaldrehbuch und Hauptrolle) nominiert, erhielt jedoch keine Auszeichnung.[11]
| Festival/Filmpreis[11] | Kategorie | Resultat | Preisträger |
|---|---|---|---|
| 1) Filmpreise | |||
| Golden Globe Awards (2026) | Beste Hauptdarstellerin – Komödie/Musical | Gewonnen | Rose Byrne |
| Critics’ Choice Movie Awards (2026) | Beste Hauptdarstellerin | Nominiert | Rose Byrne |
| Actor Awards (2026) | Beste Hauptdarstellerin | Nominiert | Rose Byrne |
| Independent Spirit Awards (2026) | Beste Regie | Nominiert | Mary Bronstein |
| Beste Hauptrolle | Nominiert | Rose Byrne | |
| Gotham Awards (2025) | Bester Film | Nominiert | Ronald Bronstein, Eli Bush, Richie Doyle, Conor Hannon, Sara Murphy, Josh Safdie, Ryan Zacarias |
| Beste Regie | Nominiert | Mary Bronstein | |
| Bestes Originaldrehbuch | Nominiert | Mary Bronstein | |
| Beste Hauptrolle | Nominiert | Rose Byrne | |
| Satellite Awards (2026) | Beste Hauptdarstellerin – Komödie/Musical | Nominiert | Rose Byrne |
| 2) Filmkritikervereinigungen | |||
| National Board of Review (2025) | Aufnahme unter die besten zehn Independentfilme | Gewonnen | k. A. |
| Beste Hauptdarstellerin | Gewonnen | Rose Byrne | |
| New York Film Critics Circle (2025) | Beste Hauptdarstellerin | Gewonnen | Rose Byrne |
| Los Angeles Film Critics Association (2025) | Beste Hauptrolle[Anm 1] | Gewonnen | Rose Byrne |
| National Society of Film Critics (2026) | Beste Hauptdarstellerin[Anm 2] | Nominiert | Rose Byrne |
| Boston Society of Film Critics (2025) | Beste Hauptdarstellerin | Gewonnen | Rose Byrne |
| Chicago Film Critics Association (2025) | Beste Hauptdarstellerin | Gewonnen | Rose Byrne |
| Toronto Film Critics Association (2025) | Beste Hauptrolle[Anm 3] | Gewonnen | Rose Byrne |
| London Critics’ Circle (2026) | Beste Hauptdarstellerin | Nominiert | Rose Byrne |
| Kansas City Film Critics Circle (2025) | Beste Hauptdarstellerin | Gewonnen | Rose Byrne |
| Dallas-Fort Worth Film Critics Association (2025) | Beste Hauptdarstellerin | Gewonnen | Rose Byrne |
| Florida Film Critics Circle (2025) | Beste Hauptdarstellerin | Gewonnen | Rose Byrne |
| San Diego Film Critics Society (2025) | Beste Hauptdarstellerin | Gewonnen | Rose Byrne |
| Austin Film Critics Association (2025) | Beste Hauptdarstellerin | Gewonnen | Rose Byrne |
| Boston Online Film Critics Association (2025) | Beste Hauptdarstellerin | Gewonnen | Rose Byrne |
| San Francisco Bay Area Film Critics Circle (2025) | Beste Hauptdarstellerin | Gewonnen | Rose Byrne |
| 3) Festivals | |||
| Berlin (2025) | Goldener Bär – Bester Film | Nominiert | Sara Murphy, Ryan Zacarias, Ronald Bronstein, Josh Safdie, Eli Bush, Richie Doyle, Conor Hannon |
| Silberner Bär – Beste Hauptrolle | Gewonnen | Rose Byrne | |
| Camerimage (2025) | Goldener Frosch – Bestes Filmdebüt | Nominiert | Christopher Messina, Mary Bronstein |
| Sitges (2025) | Bester Film | Nominiert | Mary Bronstein |
| Beste Darstellerin | Gewonnen | Rose Byrne | |
| Palm Springs (2026) | Breakthrough Performance Award | Gewonnen | Rose Byrne |
| Melbourne (2025) | Bright Horizons Award – Bester Erst- oder Zweitfilm | Nominiert | Mary Bronstein |
| Stockholm (2025) | Bester Film | Nominiert | Mary Bronstein |
| Athen (2025) | Bester Film | Nominiert | Mary Bronstein |
| Beste Regie | Gewonnen | Mary Bronstein | |
| Bergen (2025) | Cinema Extraordinaire | Gewonnen | Mary Bronstein |
| Mill Valley (2025) | Mind the Gap Award – Acting | Gewonnen | Rose Byrne |
| Middleburg (2025) | Agnès Varda Trailblazing Film Artist Award | Gewonnen | Rose Byrne |
| Anm: |
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Weblinks
- If I Had Legs I’d Kick You im Programm des Sundance Film Festivals (englisch)
- Profil bei berlinale.de
- If I Had Legs I’d Kick You bei IMDb
Einzelnachweise
- ↑ a b If I Had Legs I’d Kick You. In: festival.sundance.org (abgerufen am 21. Januar 2025).
- ↑ a b c d e f Ryan Lattanzio: ‘If I Had Legs I’d Kick You,’ Starring a Sensational Rose Byrne, Is a Welcome Shock to Sundance’s System. In: indiewire.com, 24. Januar 2025 (abgerufen am 24. Januar 2025).
- ↑ Patrick Hipes: SAG-AFTRA Interim Agreements: Full List Of Movies And TV Series. In: deadline.com, 7. November 2023 (abgerufen am 25. Januar 2025).
- ↑ If I Had Legs I’d Kick You. In: berlinale.de (abgerufen am 25. Januar 2025).
- ↑ If I Had Legs I'd Kick You – Informationen zur Veröffentlichung. In: imdb.com (abgerufen am 8. Januar 2026).
- ↑ If I Had Legs I'd Kick You. In: a24films.com (abgerufen am 25. Januar 2025).
- ↑ If I Had Legs I'd Kick You. In: boxofficemojo.com (abgerufen am 4. März 2025).
- ↑ If I Had Legs I’d Kick You. In: Metacritic. Abgerufen am 8. Januar 2026 (englisch).
- ↑ If I Had Legs I’d Kick You. In: Rotten Tomatoes. Fandango, abgerufen am 8. Januar 2026 (englisch).
- ↑ David Ehrlich: ‘If I Had Legs I’d Kick You’ Review: Rose Byrne Unravels in a Hilarious and Harrowingly Brilliant Portrait of a Mom in Crisis. In: indiewire.com, 24. Januar 2025 (abgerufen am 25. Januar 2025).
- ↑ a b If I Had Legs I'd Kick You – Auszeichnungen. In: imdb.com (abgerufen am 12. Januar 2026).