Blue Moon (2025)

Film
Titel Blue Moon
Produktionsland USA, Irland
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2025
Länge 100 Minuten
Stab
Regie Richard Linklater
Drehbuch Robert Kaplow
Produktion Mike Blizzard,
John Sloss,
Richard Linklater
Musik Graham Reynolds
Kamera Shane F. Kelly
Schnitt Sandra Adair
Besetzung

Blue Moon ist ein Spielfilm von Richard Linklater aus dem Jahr 2025. Das Drama berichtet von den letzten Tagen im Leben des Liedtexters Lorenz Hart (1895–1943), Mitglied des Broadway-Songwriting-Teams Rodgers und Hart. Die Hauptrolle übernahm Ethan Hawke. Die Weltpremiere erfolgte Mitte Februar 2025 im Rahmen der Internationalen Filmfestspiele Berlin (Berlinale). Ein regulärer Kinostart der amerikanisch-irischen Koproduktion ist für Mai desselben Jahres vorgesehen.

Handlung

Der Film erzählt vom Niedergang des US-amerikanischen Liedtexters Lorenz Hart, der gemeinsam mit Richard Rodgers (1902–1979) ab den 1920er-Jahren ein berühmtes Broadway-Songwriting-Duo bildete. Die Geschichte spielt am Abend des 31. März 1943 im New Yorker Restaurant Sardi’s. An diesem Tag hatte das Musical Oklahoma! Premiere, das Rodgers gemeinsam mit seinem neuen Partner Oscar Hammerstein II entwickelte.[1]

Entstehungsgeschichte

Biografisches

Lorenz Hart und Richard Rodgers arbeiten von 1919 bis in die frühen 1940er-Jahre an Musicals zusammen. Hart war für die Texte zuständig, während Rodgers die Musik komponierte. Die gemeinsame Arbeit führte zu 28 Theatermusicals und über 500 Liedern. Zu ihren bekanntesten Werken zählen A Connecticut Yankee (1927), Babes in Arms (1937) und Pal Joey (1940).[2] Die Zusammenarbeit kam durch Harts Alkoholismus und Neurosen über sein körperliches Aussehen (er war kleingewachsen und litt im Alter unter seiner Glatze) zum Erliegen. Auch konnte er seine Homosexualität nicht akzeptieren.[3] Daraufhin begann Rodgers eine Zusammenarbeit mit Oscar Hammerstein II an dem Musical Oaklahoma! (1943). Das Stück galt bei seiner Uraufführung als revolutionär, da es Musik, Liedtexte und Tanz nahtlos in die Erzählung miteinbezog. Damit wurde ein neuer Standard für zukünftige Musicals-Produktionen geschaffen. Der Erfolg, der mit Oaklahoma! einsetzte, machten Rodgers und Hammerstein zu einem der erfolgreichsten Duos in der Geschichte des Musicals. Es folgten Klassiker wie Carousel (1945), South Pacific (1949), The King and I (1951) und The Sound of Music (1959).[2]

Hart schaffte es 1943 neue Texte für eine Wiederaufnahme von A Connecticut Yankee zu verfassen, darunter das Lied To Keep My Love Alive. Ein schwerer Schicksalsschlag war der Tod seiner Mutter im April desselben Jahres, mit der er auch im Erwachsenenalter die meiste Zeit zusammengelebt hatte. Hart starb Ende November 1943 an einer Lungenentzündung in New York. Er ist vor allem für seine technische Virtuosität, Witz und gutmütige Misanthropie in Erinnerung geblieben. So behandelte er das Thema Liebe als Krankheit, was unter anderem in das Lied It’s Got to Be Love mündete. Gemeinsam mit Cole Porter, Ira Gershwin und Oscar Hammerstein wird Hart heute zu den größten Broadway-Liedtextern seiner Generation gezählt.[3]

Filmproduktion

Richard Linklater (2025)
Ethan Hawke (2025)

Blue Moon ist der 23. Langfilm des US-amerikanischen Regisseurs Richard Linklater. Der Titel nimmt Bezug auf ein gleichnamiges Lied des Duos Rodgers und Hart aus dem Jahr 1933. Das Drehbuch verfasste Robert Kaplow, dessen Roman bereits Vorlage für Linklaters preisgekrönten Spielfilm Ich & Orson Welles (2008) war. Die Hauptrolle von Lorenz Hart übernahm Ethan Hawke. Für den US-amerikanischen Schauspieler ist es die insgesamt neunte gemeinsame Zusammenarbeit mit Linklater. Laut dem Regisseur sei Blue Moon ein langgehegtes Wunschprojekt zwischen den Dreien gewesen, an denen sie über zehn Jahre zusammengearbeitet hätten. Weitere Schauspielrollen übernahmen unter anderem Margaret Qualley, Bobby Cannavale und Andrew Scott.[1] Qualley, eine Bekannte Hawkes und gleichzeitig eine Bewunderin von Linklaters Langzeitstudie Boyhood (2014), hatte eigenen Angaben zufolge bereits zehn Jahre zuvor ein Casting des Regisseurs besucht, mutmaßlich für Everybody Wants Some!! (2016).[4]

Die Dreharbeiten fanden über den Sommer 2024 im irischen Dublin statt.[1] Dabei vertraute Linklater bei Kamera und Schnitt auf seine langjährigen Weggefährten Shane F. Kelly und Sandra Adair.

Der Film, eine Produktion der Gesellschaften, Detour Pictures und Renovo Media Group, wurde von Linklater, Mike Blizzard und John Sloss produziert. Finanziell unterstützt wurde das Projekt von Sony Pictures Classics und den Firmen Wild Atlantic Pictures, Under The Influence and Cinetic Media.[1]

Veröffentlichung und Rezeption

Blue Moon wurde am 18. Februar 2025 im Hauptwettbewerb der 75. Berlinale uraufgeführt.[4] Im internationalen Kritikerspiegel des britischen Branchenmagazins Screen International erhielt der Film 2,8 von 4 möglichen Sternen und belegte unter allen gezeigten 21 Wettbewerbsfilmen einen Platz im vorderen Drittel.[5]

Auf der Website Metacritic erhielt Blue Moon eine Bewertung von 78 von 100 möglichen Punkten, basierend auf mehr als einem halbes Dutzend ausgewerteten englischsprachigen Kritiken. Dies wird als „grundsätzlich positive Bewertungen“ („generally favorable“) eingestuft.[6] Auch die Website Rotten Tomatoes fasste den Konsens der englischsprachigen Filmkritik mehrheitlich positiv zusammen. Von den nach der Premiere aufgeführten über einem Dutzend Kritiken sind 90 Prozent positiv („fresh“), während die Zuschauer Linklaters Regiearbeit etwas schwächer einstuften. Der dortige Konsens der Rezensenten befand, dass es sich bei Blue Moon zwar nicht um das „auffälligste“ Werk Linklaters handle, „jedoch durch eine wunderbare Darstellung von Ethan Hawke“ besteche. Er verkörpere einen Mann, „der am seidenen Faden“ hänge, „während das Publikum von jedem seiner Worte gefesselt“ sei.[7]

In den USA erhielt der Film von der Motion Picture Association (MPAA) ein R-Rating, was einer Freigabe ab 17 Jahren entspricht.[8]

Ein limitierter Kinostart in Nordamerika fand ab 17. Oktober 2025 im Verleih von Sony Pictures Classics statt. Landesweit veröffentlicht wurde Blue Moon dort eine Woche später, am 24. Oktober.[9]

Der Film erreichte bisher weltweit einen Box-Office-Gesamtumsatz von über 2,5 Millionen US-Dollar. Davon entfielen mehr als 2 Millionen US-Dollar in den Vereinigten Staaten und Kanada.[10]

Auszeichnungen

Blue Moon wurde in der Filmpreissaison 2025/26 für mehr als 50 Auszeichnungen nominiert, von denen die Produktion bisher über ein Dutzend gewinnen konnte. Vielfach berücksichtigt wurde die Leistung von Hauptdarsteller Ethan Hawke. Er gewann unter anderem die Auszeichnungen der Filmkritikervereinigungen von Los Angeles, Boston, Toronto und der National Society of Film Critics. Hawke und der Film wurden auch für einen Golden Globe Award nominiert. Nebendarsteller Andrew Scott gewann den Silbernen Bären der Berlinale 2025.[11]

Festival / Filmpreis (Auswahl)[11] Kategorie Resultat Preisträger
1) Filmpreise
Golden Globe Awards (2026) Bester Film – Komödie/Musical Nominiert k. A.
Bester Hauptdarsteller – Komödie/Musical Nominiert Ethan Hawke
Critics’ Choice Movie Awards (2026) Bester Hauptdarsteller Nominiert Ethan Hawke
Actors Awards (2026) Bester Hauptdarsteller Nominiert Ethan Hawke
Gotham Awards (2025) Beste Hauptrolle Nominiert Ethan Hawke
Beste Nebenrolle Nominiert Andrew Scott
Satellite Awards (2026) Bester Hauptdarsteller – Komödie/Musical Nominiert Ethan Hawke
2) Filmkritikervereinigungen
Los Angeles Film Critics Association (2025) Beste Hauptrolle[Anm 1] Gewonnen Ethan Hawke
Beste Nebenrolle[Anm 2] Nominiert Ethan Hawke
National Society of Film Critics (2026) Beste Regie[Anm 3] Nominiert Richard Linklater
Bester Hauptdarsteller Gewonnen Ethan Hawke
Bestes Drehbuch[Anm 4] Nominiert Robert Kaplow
Boston Society of Film Critics (2025) Bestes Originaldrehbuch Gewonnen Robert Kaplow
Bester Hauptdarsteller Gewonnen Ethan Hawke
Chicago Film Critics Association (2025) Bestes Originaldrehbuch Nominiert Robert Kaplow
Bester Hauptdarsteller Nominiert Ethan Hawke
Kansas City Film Critics Circle (2025) Bester Hauptdarsteller Nominiert Ethan Hawke
Toronto Film Critics Association (2025) Beste Hauptrolle[Anm 5] Gewonnen Ethan Hawke
London Critics’ Circle (2026) Bester Hauptdarsteller Nominiert Ethan Hawke
New York Film Critics Online (2025) Bester Hauptdarsteller Gewonnen Ethan Hawke
Women Film Critics Circle (2025) Bester Hauptdarsteller Gewonnen Ethan Hawke
New Mexico Film Critics (2025) Bester Hauptdarsteller Gewonnen Ethan Hawke
San Francisco Bay Area Film Critics Circle (2025) Bester Hauptdarsteller Gewonnen Ethan Hawke
3) Festivals
Berlin (2025) Goldener Bär – Bester Film Nominiert Richard Linklater, Mike Blizzard, John Sloss,
Silberner Bär – Beste Nebenrolle Gewonnen Andrew Scott
Palm Springs (2026) Career Achievement Award Gewonnen Ethan Hawke
Anm:
  1. Hawke gewann die Auszeichnung gemeinsam mit Rose Byrne (If I Had Legs I’d Kick You).
  2. Scott belegte gemeinsam mit Inga Ibsdotter Lilleaas (Sentimental Value) einen zweiten Platz, hinter den Gewinnern Stellan Skarsgård (Sentimental Value) und Teyana Taylor (One Battle After Another).
  3. Linklater belegte gemeinsam mit seiner Regiearbeit Nouvelle Vague einen dritten Platz hinter Preisträger Paul Thomas Anderson (One Battle After Another) und Jafar Panahi (Ein einfacher Unfall).
  4. Kaplow belegte hinter Gewinner Panahi (Ein einfacher Unfall) den zweiten Platz.
  5. Hawke und Byrne (If I Had Legs I’d Kick You) teilten sich den Preis.
Commons: Blue Moon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c d Matt Grobar: Sony Pictures Classics Acquires Richard Linklater’s ‘Blue Moon’; Ethan Hawke, Margaret Qualley, Bobby Cannavale & Andrew Scott Set To Star . In: deadline.com, 18. Juni 2024 (abgerufen am 19. Januar 2025).
  2. a b Matt Grobar: Richard Linklater Developing Film ‘Blue Moon’ On Famed American Songwriters Richard Rodgers & Lorenz Hart, Their Parting Of Ways. In: deadline.com, 3. Juni 2024 (abgerufen am 19. Januar 2025).
  3. a b Geoffrey Block: Hart, Lorenz. In: American National Biography (abgerufen am 19. Januar 2025).
  4. a b Samantha Bergeson: Margaret Qualley Says Starring in Richard Linklater’s ‘Blue Moon’ Was ‘Life-Changing’. In: indiewire.com, 20. Januar 2025 (abgerufen am 20. Januar 2025).
  5. Berlin film festival 2025 jury grid. In: screendaily.com (abgerufen am 22. Februar 2025).
  6. Blue Moon. In: Metacritic. Abgerufen am 5. Januar 2026 (englisch).
  7. Blue Moon. In: Rotten Tomatoes. Fandango, abgerufen am 22. Februar 2025 (englisch).
  8. Jordan Ruimy: Richard Linklater's ‘Blue Moon' Sets May 2025 Release Date. In: worldofreel.com, 21. Oktober 2024 (abgerufen am 19. Januar 2025).
  9. Blue Moon – Informationen zur Veröffentlichung. In: imdb.com (abgerufen am 5. Januar 2026).
  10. Blue Moon. In: boxofficemojo.com (abgerufen am 4. März 2025).
  11. a b Blue Moon – Auszeichnungen. In: imdb.com (abgerufen am 8. Januar 2026).