Humboldtstraße 25 (Weimar)
Das Haus Humboldtstraße 25 ist eine zweigeschossige späthistoristische Villa in der Weimarer Westvorstadt.
Geschichte
Zur Bauzeit hieß die Humboldtstraße Luisenstraße.[1] Die Villa wurde 1898 von dem Architekten und Bauunternehmer Rudolf Zapfe nach eigenem Entwurf errichtet. Die Jahreszahl befindet sich am Erker. Das zweigeschossige Gebäude mit Schieferdach besitzt einen Vorgarten, um dessen Breite es von der Straßenflucht zurückgesetzt ist. Es ist durch seine malerische Gesamtanlage ein charakteristisches Beispiel für die späthistoristische Landschaftsarchitektur, wofür der gestaffelte Umriss, die harmonischen Oberflächen- und Materialkontraste der Werkstoffe wie Sandstein, Putz und Schiefer und die unterschiedlichen Bauformen und -motive sprechen. Zu letzteren gehören die differenziert gestalteten Fenster mit ihren kleinteilig gerasterten Oberlichtern. Details wie das Portalgewände und die Gesimse am Schildgiebel sind aus hellem Berkaer bzw. rotem Tonndorfer Sandstein ausgeführt. An der Straßenfassade ist der ornamental gestaltete Kastenerker das bestimmende Merkmal. Über diesen ist ein breiter Schweifgiebel angeordnet, der durch Gesimse gegliedert ist. Ein weiterer polygonaler Erker an der Nordwestecke ist durch ein weiteres Dachgeschoss turmartig erhöht. Dessen Turmhaube ist ebenfalls schiefergedeckt und mit einem Dachknauf an der Spitze versehen. Diese wurde 1996 rekonstruiert. In einem Rücksprung an der Südwestecke ist der überdachte Vorbau des Hauseinganges eingefügt. Anders als bei der zeitgleich entstandenen neobarocken Villa Humboldtstraße 23, die ebenfalls von Rudolf Zapfe entworfen wurde, hat der Architekt bei der Gestaltung der Details laut dem Kunsthistoriker Rainer Müller Vorlagen der „altdeutschen Kunst“ benutzt, so im Außenbau der Spätgotik und der deutschen Renaissance, im Innern auch der Romantik. Zur Schaffung von zwei Wohnungen wurde die Diele nachträglich durch eine Trennwand geteilt. Die wandgebundene Ausstattung der Erbauungszeit, bestehend aus Parkett- und Dielenfußböden, Türen und getäfeltem Treppenhaus mit Buntverglasung in den Fenstern, ist weitgehend erhalten geblieben. Das Grundstück grenzt ein Metallgitterzaun ein.[2]
Einzelnachweise
- ↑ Gitta Günther, Rainer Wagner: Weimar. Straßennamen. RhinoVerlag, Ilmenau 2012, S. 78. ISBN 978-3-939399-49-0
- ↑ Rainer Müller: Kulturdenkmale in Thüringen: Stadt Weimar, Bd. 4.2.: Stadterweiterung und Ortsteile. E. Reinhold Verlag, Erfurt 2009, S. 741 f.
Koordinaten: 50° 58′ 27,9″ N, 11° 19′ 23,2″ O