Heureka (Ausstellung)

Heureka war eine nationale Forschungsausstellung, die vom 10. Mai bis zum 3. November 1991[1] anlässlich der 700-Jahr-Feier der Schweiz in Zürich stattfand. Sie ersetzte das ursprünglich geplante, jedoch gescheiterte Vorhaben, zum 700-Jahr-Jubiläum der Eidgenossenschaft eine klassische Landesausstellung zu realisieren. Stattdessen entstand eine thematisch fokussierte Schau, die Wissenschaft und Forschung ins Zentrum rückte.

Das Ausstellungsgelände befand sich auf der Allmend in Zürich-Brunau, direkt am Ufer der Sihl. Für das Gesamtkonzept und die Umsetzung zeichnete Georg Müller verantwortlich. Auf seine Initiative hin beteiligten sich über 1000 Personen aus öffentlichen Hochschulen und privaten Forschungsanstalten an der Ausstellung, um den Besuchenden ihre Arbeit näherzubringen.[2] Insgesamt verzeichnete die Ausstellung rund 950'000 Besuchende.

Das Erscheinungsbild der Heureka wurde geprägt durch ein halbkreisförmiges Ringzelt aus weissem Kunststoff, das aus acht Einzelzelten bestand. Die Spitzen der vier mittleren Zelte waren durch Brücken miteinander verbunden, die über Wendeltreppen oder Aufzüge in den zentralen Stützpfeilern erreichbar waren. Jedes Zelt widmete sich einem spezifischen Wissenschaftsbereich.

Ein weiteres zentrales Bauwerk war der 52,5 Meter hohe hölzerne Galileiturm. Seine neun Ausstellungsetagen konnten über einen spiralförmigen äusseren Aufgang erklommen werden. Die dort gezeigten Exponate widmeten sich der Geschichte der Wissenschaft.

Zwischen Ringzelt und Galileiturm befand sich das Volkslabor, in dem physikalischen Experimente präsentiert wurden. Ein Highlight war der Heureka-Polyeder – ein begehbarer Oktaeder, der sich zu einem Kuboktaeder mit doppelter Höhe und fünffachem Volumen transformieren liess. Im Inneren befand sich eine Besucherplattform, die während der Umwandlung angehoben wurde. Eine begehbare Hängebrücke verband die verschiedenen Ausstellungsbereiche miteinander.

Die Kosten für die Ausstellung beliefen sich auf 39 Mio. Franken. Aufgrund der fehlenden Unterstützung durch Industrie und Banken mussten zwei Nachfinanzierungen eingeleitet werden, an denen sich der Bund, der Kanton Zürich und der Lotteriefonds beteiligten.[3]

Siehe auch

Literatur

  • Georg Müller (Hrsg.): Heureka, nationale Forschungsausstellung 1991. Verlag Zürcher Forum, 1991, ISBN 3-909-209-03-5.

Video, Audio

Commons: Heureka (Ausstellung) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Heureka. Verein Zürcher Forum, abgerufen am 12. Oktober 2025.
  • Johannes Peter Staub: Architekturmodell der Ausstellung. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 10. Dezember 2023; abgerufen am 12. Oktober 2025.
  • Christian Rentscheler: Heureka - Nationale Forschungsausstellung Zürich - Brunau 1991. Plakat. 1991, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 4. März 2016; abgerufen am 12. Oktober 2025.
  • Neubau Galilei-Turm, Heureka, Zürich-Brunau. Timbatec, 1991, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 5. Juni 2020; abgerufen am 12. Oktober 2025.

Einzelnachweise

  1. Wissenschaftliche Nationalparkkommission WNPK Jahresbericht 1991. In: Parcs.ch, S. 12 (PDF S. 4).
  2. Michael Simm: Forschung unter einem Zeltdach. Die Welt, 22. Oktober 1991.
  3. Heureka sucht noch immer Millionen. In: Der Bund. Band 145, Nr. 10, 13. Januar 1994 (e-newspaperarchives.ch).

Koordinaten: 47° 20′ 57,3″ N, 8° 31′ 9,1″ O; CH1903: 681647 / 244827