Lustadt (Adelsgeschlecht)
Die Herren von Lustadt (auch Lustat, Lostadt oder Lustatt) waren ein edelfreies Adelsgeschlecht, das nach dem pfälzischen Dorf Lustadt benannt ist.
Familiengeschichte
Bei den Herren von Lustadt handelte es sich überwiegend um Edelknechte, also adelige Reiterkrieger, die nicht zum Ritter geschlagen wurden. Teilweise wurden sie urkundlich als Ritter bezeichnet.
Erstmals ist das Geschlecht 1219 mit Conrad de Lostadt urkundlich belegt. Heinrich von Lustatt stiftete gemeinsam mit seinem Bruder, einem Kleriker, 1308 eine Frühmesse in Niederlustadt. In den folgenden Jahrzehnten wird das Geschlecht regelmäßig in Verbindung mit dem Bistum Speyer, der Komturei Heimbach und anderen örtlichen Adelsgeschlechtern, etwa den Herren von Zeiskam, erwähnt.
Im 14. Jahrhundert ließen sie die Wasserburg Lustadt erbauen. Im 15. Jahrhundert ist sie abgegangen. Womöglich wurde sie während der Mainzer Stiftsfehde von badischen Truppen zerstört. Zu dieser Zeit war das Geschlecht Lehnsnehmer der Marktgrafen von Baden. Später wurden sie Vasallen der Kurpfalz.
Eine Margaretha de Lustat war Mutter oder Stiefmutter des Baseler Bischofs Johann V. von Venningen. 1464 ist Wilhelm von Lustadt als Vikar des Domstifts Worms belegt.[1]
Anna von Lustadt war ab 1466 Äbtissin des Zisterzienserinnenklosters St. Maria im Rosenthal und vermehrte in ihrer Amtszeit den Klosterbesitz durch Ankauf von neuen Gütern. Ihr Bruder Erpfo von Lustadt fungierte 1456 als kurpfälzischer Vizedom in Neustadt an der Weinstraße. Unter Friedrich I. von der Pfalz sind er und sein Bruder Jakob von Lustadt als kurpfälzer Vasallen auf Burg Oppenheim benannt.
Wiederum ein Heinrich von Lustat hatte 1492 einen Anteil der Burg Drachenfels zum Eigentum, die im 14. Jahrhundert infolge eines straßburgischen Kriegszuges gegen Burg Berwartstein beschädigt wurde. Daraufhin war sie zur Ganerbenburg geworden, also im Besitz mehrerer Adeliger. In seinem Anteil empfang er Gegner von Markgraf Christoph I. von Baden und wurde daraufhin von diesem an der Mosel gefangen genommen; auf Fürsprache des Erzbischofs von Trier, Johann II., ließ man ihn jedoch wieder frei.[2] Dieser Heinrich und damit auch das Adelsgeschlecht der Herren von Lustadt sind 1494 letztmals in einer von ihm selbst gesiegelten Urkunde belegt. In dieser bezeichnet er „Eberhard von Württemberg-Mömpelgard“ als seinen Herrn. Im Jahr 1520 verkaufte der Curator, also Vormund, seiner Witwe Anna die letzten Hinterlassenschaften des Heinrich. Danach findet das Adelsgeschlecht keine Erwähnung mehr.
Wappen
Blasonierung: Im Schild ein schräglinks (oder schrägrechts) gestellter Maueranker. Auf dem gekrönten Helm ein schwarzer Hahnenfederbusch. Die Tingierung ist nicht überliefert.[3]
Literatur
- Fr. Heckel: Die Herren von Lustadt und Ihre Bedeutung. In: Pfälzische Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften (Hrsg.): Pfälzer Heimat. Jg. 4, Heft 1. Speyer 1953, S. 12–16.
Weblinks
- Wasserburg Lustadt in der wissenschaftlichen Datenbank „EBIDAT“ des Europäischen Burgeninstituts
Einzelnachweise
- ↑ Landeshauptarchiv Koblenz, Bestand 33, Nummer 16374. Abgerufen am 29. Dezember 2025.
- ↑ Landeshauptarchiv Koblenz, Bestand 1A, Nummer 8898. Abgerufen am 28. Dezember 2025.
- ↑ Rolf Zobel: Wappen an Mittelrhein und Mosel. Norderstedt 2009, Tafel 125 (heraldik-wiki.de [abgerufen am 28. Dezember 2025]). Hier ist der Maueranker fälschlicherweise als Gabel bezeichnet.