Henrik Schmiegelow
Henrik Schmiegelow (* 29. Januar 1941 in Rostock; † 22. Mai 2025 in Baugé, Frankreich) war ein deutscher Diplomat. Er war von 2001 bis 2006 Botschafter in Japan. Zuvor leitete er ab 1996 die außenpolitische Abteilung im Bundespräsidialamt.[1]
Leben
Die Mutter von Henrik Schmiegelow, Marie Luise Schmiegelow, flüchtete mit ihrer Familie im Jahr 1953 aus der Stadt Güstrow in die Bundesrepublik. Einige wertvolle Gegenstände konnten bei der örtlichen Diakonie sichergestellt werden.[2]
Henrik Schmiegelow war verheiratet mit Michèle Schmiegelow; aus der Ehe stammen zwei Söhne.[3] Die Ehefrau ist Dozentin an der Katholische Universität in Neu-Löwen.[4]
Schmiegelow studierte von 1961 bis 1967 Jura an den Universitäten Marburg, Genf und Hamburg.[3] Im Jahr 1967 legte er die Erste juristische Staatsprüfung am Hanseatischen Oberlandesgericht Hamburg ab, wo er auch das Rechtsreferendariat von 1967 bis 1972 absolvierte. Parallel studierte er von 1968 bis 1969 Wirtschafts- und Verwaltungswissenschaft an der École nationale d’administration (ENA) in Paris und von 1970 bis 1971 Politik- und Wirtschaftswissenschaften an der University of Virginia Law School, das er 1973 mit dem Titel Master of Laws abschloss. Im Jahr 1972 legte er die Zweite juristische Staatsprüfung in Hamburg ab.[1]
Von 1972 bis 1973 nahm Schmiegelow am Vorbereitungsdienst für den Höheren Auswärtigen Dienst in der Aus- und Fortbildungsstätte des Auswärtigen Amts in Bonn-Ippendorf teil. Parallel belegte er 1973 einen Japanischkurs an der Universität Bonn.[1]
Sein erster Auslandsposten führte ihn von 1974 bis 1977 als Wirtschaftsreferent an die Botschaft Tokio. Es folgte von 1977 bis 1980 ein Einsatz als Pressereferent an der Botschaft Colombo (Sri Lanka). Zurück in der Zentrale des Auswärtigen Amts war er von 1980 bis 1984 als Personalreferent eingesetzt.[1]
Es folgte von 1984 bis 1987 ein Einsatz als politischer Referent an der Botschaft Washington (Vereinigte Staaten). Während eines erneuten Einsatzes im Auswärtigen Amt wurde er von 1987 bis 1990 mit der stellvertretenden Leitung des Referats Zentralamerika und Karibik betraut.
Im Jahr 1991 wurde Schmiegelow in das Bundespräsidialamt versetzt, wo er zunächst bis 1996 Leiter des Planungsstabes war. Von 1996 bis 2001 fungierte er als Leiter der außenpolitischen Abteilung und war außenpolitischer Berater der Bundespräsidenten Herzog und Rau.[1]
Im November 2001 wurde er zum Botschafter in Japan bestellt.[1] Von dort aus ging er im Jahr 2006 in den Ruhestand.
Nach seiner diplomatischen Laufbahn arbeitete er zunächst an der Universität Bremen,[3] dann übernahm er eine Professur an der Universität Genua.[5]
Schmiegelow war zusammen mit seiner Frau Michèle in der Marie Luise Schmiegelow-Stiftung, die sich der Kunst und Kultur, Wissenschaft und Forschung sowie dem Naturschutz widmet, aktiv.[6] Nach Erreichung des Ruhestandsalters gründete das Ehepaar die Beratungsfirma Schmiegelow Partner.[7]
Schmiegelow verstarb am 22. Mai 2025.[8]
Veröffentlichungen (Auswahl)
Insgesamt hat Henrik Schmiegelow 14 umfangreichere fachliche Ausarbeitungen veröffentlicht.[9]
- Henrik Schmiegelow: Institutional Competition between Common Law and Civil Law. Theory and Politic. Springer, 2014., e-Book.
- Henrik Schmiegelow, Michèle Schmiegelow: Strategic Pragmatism. Japanese Lessons in the Use of Economic Theory. Praeger, 1989 (englisch).
- Henrik Schmiegelow: Japans Aussenwirtschaftspolitik, merkantilistisch, liberal oder funktionell? Mitteilungen des Instituts für Asienkunde Hamburg; Nr. 118. Hamburg, Inst. für Asienkunde, 1981, ISBN 3-921469-77-5.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b c d e f Der Botschafter – Lebenslauf. In: Deutsche Botschaft Tokio. Auswärtiges Amt, 2005, archiviert vom am 14. September 2004; abgerufen am 15. November 2024.
- ↑ Projekte der Marie Luise Schmiegelow Stiftung. Marie Luise Schmiegelow Stiftung, abgerufen am 9. Oktober 2025.
- ↑ a b c Henrik Schmiegelow Age, Birthday, Zodiac Sign and Birth Chart. In: Ask Oracle. Abgerufen am 14. November 2024 (englisch).
- ↑ Michèle Schmiegelow, abgerufen am 14. November 2024.
- ↑ Wikidata
- ↑ Marie Luise Schmiegelow-Stiftung und ihre Projekte, abgerufen am 14. November 2024.
- ↑ Schmiegelow Partner GmbH. Abgerufen am 14. November 2024.
- ↑ Nachruf Henrik Schmiegelow, Auswärtiges Amt Ref. 102-S, 5. Oktober 2025
- ↑ Henrik Schmiegelow. In: ReseachGate. Abgerufen am 14. November 2024 (englisch).
| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
|---|---|---|
| Uwe Kaestner | Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Japan 2001–2006 | Hans-Joachim Daerr |