Heinrich-Dietrich Dieckmann
Heinrich-Dietrich Dieckmann (* 19. Mai 1935 in Münster, Westfalen) ist ein ehemaliger deutscher Diplomat, der zuletzt Botschafter in Neu-Delhi und Tokio war.
Leben
Heinrich-Dietrich Dieckmann wurde als Sohn des Oberstudiendirektors Alois Dieckmann und dessen Frau Josefa, geb. Glasmacher, in Münster in Westfalen geboren. Nach dem Abitur am humanistischen Gymnasium Paulinum in Münster 1955 studierte Dieckmann Rechtswissenschaft an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und der Ludwig-Maximilians-Universität München. In München wurde er aktives Mitglied der katholischen Studentenverbindung K.St.V. Rheno-Bavaria. Im August 1959 legte er vor dem Justizprüfungsamt am Oberlandesgericht Hamm die erste juristische Staatsprüfung ab und wurde im September 1959 zum Referendar ernannt. Die Ausbildungszeit absolvierte er an verschiedenen Gerichten in Nordrhein-Westfalen und Berlin. Von November 1961 bis Mai 1963 war Dieckmann als wissenschaftliche Hilfskraft am Institut für Rechtsvergleichung der Universität Münster tätig. Im Juni 1963 wurde er an der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Münster bei Wolfgang Fikentscher mit einer Arbeit über Die Haftung des Besitzers eines Privatgrundstückes dessen Benutzern gegenüber nach dem nordamerikanischen Deliktsrecht promoviert (Zweitgutachter war Hans Brox).
Danach trat Dieckmann 1965 in den Auswärtigen Dienst ein und fand zunächst Verwendung an der Botschaft in Indien. Nach Anfangsjahren an der Vertretung der Bundesrepublik bei den Europäischen Gemeinschaften in Brüssel und in der Europa-Abteilung des Auswärtigen Amtes leitete er von 1973 bis 1977 die Wirtschaftsabteilung der Botschaft in Brasilien und war danach bis 1982 der erste Leiter des Referats des Auswärtigen Amtes für Internationale Energiepolitik. Im Anschluss war er zwischen 1982 und 1988 Leiter der Wirtschaftsabteilung der Vertretung bei den Vereinten Nationen in New York.
Nach einer darauf folgenden Tätigkeit als Beauftragter für Nord-Süd-Verhandlungen, dann für Ost-West-Wirtschaftsbeziehungen des Auswärtigen Amtes war er zwischen 1992 und 1994 Leiter der Wirtschaftsabteilung und der Abteilung für Europäische Integration im Auswärtigen Amt. Als Leiter der Wirtschaftsabteilung des Auswärtigen Amtes gehörte er zum deutschen „Sherpa-Team“, dem die Vorbereitung der G7 (heute G8)-Gipfel obliegt und das auch die wirtschaftsrelevanten Verhandlungen mit der Sowjetunion im Rahmen der deutschen Wiedervereinigung führte.
1994 erhielt er als Nachfolger von Wilhelm Haas seine Akkreditierung als Botschafter in Japan. Dort wirkte er bis zu seiner Ablösung durch Frank Elbe im Jahr 1997 und übernahm im Wechsel von Elbe das Amt des Botschafters in Indien. Nach seinem altersbedingten Eintritt in den Ruhestand im Jahre 2000 wurde Heimo Richter sein Nachfolger als Botschafter in Indien.
Danach übernahm Dr. Dieckmann beratende Aufgaben, unternahm Vortragsreisen im In- und Ausland. Bis 2012 war Dieckmann Mitglied des Vorstandes der Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus in Rhöndorf[1]. Seit 2007 ist er Mitglied des Beirates der Andheri-Hilfe. Daneben hielt er Vorträge, wie zum Beispiel zum Thema Gewichte verschieben sich-wie mag es in 30 Jahren auf der Weltbühne aussehen? im Colloquium Humanum in Bonn.
Ehrungen
- 1997: Großes Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland
Veröffentlichungen
- Die Haftung des Besitzers eines Privatgrundstückes dessen Benutzern gegenüber nach dem nordamerikanischen Deliktsrecht. (Münster (Westfalen), Univ., Diss., 1963).
- Was ist und wem nützt auswärtige Kulturpolitik. Text der Rede vor der OAG Tōkyō am 10. Mai 1995. Deutsche Gesellschaft für Natur- und Völkerkunde Ostasiens, Tokio 1995.
Weblinks
- Lebenslauf auf der Homepage des Colloquium Humanum (Seitenaufruf am 2. Mai 2012)
Einzelnachweise
| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
|---|---|---|
| Wilhelm Haas | Deutscher Botschafter in Japan 1994–1997 | Frank Elbe |
| Frank Elbe | Deutscher Botschafter in Indien 1997–2000 | Heimo Richter |