Helke Sander: Aufräumen

Dokumentarfilm
Titel Helke Sander: Aufräumen
Produktionsland Deutschland
Erscheinungsjahr 2023
Länge 82 Minuten
Produktions­unternehmen Claudia Richarz Film, Lichtblick Film
Stab
Regie Claudia Richarz
Produktion Claudia Richarz, Carl-Ludwig Rettinger
Musik Kai Richarz, Milan von der Gracht
Kamera Claudia Richarz, Martin Gressmann, Volker Sattel
Schnitt Martin Kayser-Landwehr, Magdolna Rokob
Besetzung
Helke Sander

Helke Sander: Aufräumen, ist ein deutscher Dokumentarfilm von Claudia Richarz über die Regisseurin und Autorin Helke Sander aus dem Jahr 2023.

Handlung

Der Film begleitet Helke Sander, die auf ihr Leben und Werk zurückblickt. Beim Ausmisten von Kleidung, Büchern und Archivmaterial erzählt sie von prägenden biografischen Stationen, darunter ihrer Kindheit während des Bombenangriffs auf Dresden, ihrem Aufenthalt in Finnland sowie ihrer Rolle in der westdeutschen Frauenbewegung. Neben persönlichen Szenen – etwa bei der Planung ihrer eigenen Beerdigung – kommen mitwirkende Zeitzeugen und Mitstreitenden zu Wort. Unter anderem ihr Sohn Silvo Lahtela, Mahsa Asgari, Dorna Dibaj, Achim Lengerer, Janine Sack, Thomas Schreiber, Gesine Strempel. In ihren Dreharbeiten mit Helke Sander, Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, verwebt Claudia Richarz zeitgeschichtliches Material, wie der sogenannten "Tomatenrede", mit Szene aus frühen Filmen von Helke Sander.

Produktion

Regie führte die Grimme-Preisträgerin Claudia Richarz, die Helke Sander seit ihrer Studienzeit an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg kennt. Produziert wurde der Film von Claudia Richarz Film und Lichtblick Film (Produzent: Carl-Ludwig Rettinger). Gefördert wurde das Projekt von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), der Film- und Medienstiftung NRW und der MOIN Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein.[1]

Veröffentlichung

Seine Premiere hatte Helke Sander: Aufräumen am 22. April 2023 beim Internationales Frauenfilmfestival Dortmund und Köln.[2] Weitere Stationen in Deutschland waren unter anderen die Nordischen Filmtage Lübeck[3] und das Kasseler Dokfest. Auf dem Moving History – Festival des historischen Films, in Potsdam wurde Helke Sander: Aufräumen für die Clio nominiert.[4] 2024 kam der Film regulär in die deutschen Kinos.[5]

Internationale Filmfestivals (Auswahl)

  • 2023: IDFA, das Internationale Dokumentarfilmfestival in Amsterdam
  • 2023: Hongkong, im Rahmen eines International Women's Day 2025: A tribute to Helke Sander[6]
  • 2023: mujer doc – International Documentary Film Festival on Gender, Soria (Spanien)[7]
  • 2024: Biografilm, Bologna[8]
  • 2024: Phnom Penh, Speak Out Sisters, Frauenfilmfestival, Meta House
  • 2024: Baku, Sevil International Women's Documentary Film Fest
  • 2025: Chenyang, im Rahmen des Deutschen Frauen-Filmfest in Chenyang und Chengdu.[9]

Rezeption

Die Kritik hob die Verbindung von privater Reflexion und politischer Geschichte hervor. Esther Buss schreibt im Filmdienst, der Dokumentarfilm biete „präzise Beobachtungen über Machtverhältnisse und strukturelle Ausschlüsse“. Und weiter: „Gerade ihre Analysen zu den Widersprüchen und Verstrickungen, in denen sich Frauen vielfach wiederfinden (auch als ‚Komplizinnen‘ ihrer eigenen Unterdrückung), haben heute nichts von ihrer Gültigkeit verloren.“[10]

In der TAZ lobte Tilman Baumgärtel den Humor des Films und dass Sander sich darin selbstironisch zeige: „Der Film solle eigentlich Pflichtprogramm für jede Einführung in die Geschichte des deutschen Feminismus sein, da er zeige, wieviel sich seither verändert habe, aber leider auch, wieviel sich im Grunde bis heute kaum geändert habe. Außerdem sei er lustig, unterhaltsam und lebensklug.“[11]

Silvia Hallensleben meint in epd Film: „Claudia Richarz ist ein ungeheuer intensives und materialreiches Porträt einer der bedeutendsten deutschen Filmemacherinnen und Pionierin des Feminismus gelungen“, zugleich kritisiert sie aber auch, dass einige Aspekte von Sanders Werk, etwa die Kontroversen um BeFreier und Befreite, nur am Rande behandelt würden.[12]

Auszeichnungen

2023: Publikumspreis beim Internationalen Frauenfilmfest Dortmund und Köln.

Einzelnachweise

  1. Helke Sander: Aufräumen – Dokumentarfilm von Claudia Richarz. In: DokPremiere. 8. April 2024, abgerufen am 22. September 2025.
  2. Helke Sander: Aufräumen. In: Internationales Frauenfilmfest Dortmund+Köln. Abgerufen am 22. September 2025.
  3. Helke Sander: Aufräumen. In: Nordische Filmtage Lübeck. Abgerufen am 22. September 2025.
  4. CLIO Preisverleihung. In: moving history. 22. Juli 2025, abgerufen am 23. September 2025.
  5. Barnsteiner: Helke Sander: Aufräumen. In: barnsteiner-film. 12. Juni 2023, abgerufen am 23. September 2025.
  6. German Consulate General Hong Kong: International Women's Day 2025: A tribute to Helke Sander. Abgerufen am 23. September 2025 (englisch).
  7. International Documentary Film Festival on Gender, Soria. Abgerufen am 23. September 2025 (spanisch).
  8. Biografilm | International Competition. Abgerufen am 23. September 2025 (englisch).
  9. 印象君: 德国女性电影展. Abgerufen am 23. September 2025.
  10. Esther Buss: Helke Sander: Aufräumen. In: Filmdienst. 2. Januar 2024, abgerufen am 22. September 2025.
  11. Tilman Baumgärtel: Film über Feministin Helke Sander: Offen für die Kontroverse. In: taz. 23. April 2023, abgerufen am 22. September 2025.
  12. Kritik zu Helke Sander: Aufräumen. In: epd Film. Abgerufen am 22. September 2025.