Harry Colebourn

Harry D. Colebourn (* 12. April 1887 in Birmingham, England; † 24. September 1947 in Winnipeg, Manitoba, Kanada) war ein kanadischer Tierarzt und Offizier des Royal Canadian Army Veterinary Corps. Bekannt wurde er vor allem durch die Aufzucht der Bärin Winnipeg, die später A. A. Milne zu seiner berühmten Kinderbuchfigur Pu der Bär inspirierte.

Leben

Harry Colebourn wurde in Birmingham, England, geboren. Im Jahr 1905 wanderte er im Alter von 18 Jahren nach Kanada aus. Er besuchte in Kanada das Ontario Veterinary College, das sich damals in Toronto, Ontario befand. Colebourn erhielt dort im Jahr 1911 seinen Abschluss in Veterinärchirurgie. Anschließend zog er nach Westen nach Winnipeg, die Provinzhauptstadt von Manitoba.[1][2]

Colebourn entschied sich freiwillig, einen Kriegsdienst anzutreten. Auf seiner Zugreise durch Kanada zum Ausbildungslager in Valcartier in der Provinz Québec, von wo aus er im Ersten Weltkrieg seinen Auslandseinsatz antreten sollte, begegnete Colebourn in White River, Ontario, einem Jäger, der eine weibliche, junge Schwarzbärin verkaufte, nachdem er dessen Mutter getötet hatte. Colebourn kaufte das Junge für 20 Dollar (rund 440 Euro 2025), nannte es Winnie nach seiner Wahlheimat Winnipeg und nahm es mit über den Atlantik nach Salisbury Plain, wo es zum inoffiziellen Maskottchen der Fort Garry Horse, eines Miliz-Kavallerieregiments, wurde. Colebourn selbst war Mitglied des Royal Canadian Army Veterinary Corps und als Tierarzt der Fort Garry Horse zugeteilt. Am 9. Dezember 1914 wurde er von England nach Frankreich beordert. Während seiner dreijährigen Dienstzeit in Frankreich, in der er den Rang eines Majors erreichte, ließ er Winnie im Londoner Zoo, dem er sie schließlich schenkte, nachdem er im Jahr 1918 aus dem Krieg unbeschadet zurückkehrte. Im Jahr 1919 fand dort eine offizielle Zeremonie statt, bei der eine Gedenktafel angebracht wurde, die Colebourn als Spender der Bärin auswies.[3]

Im Londoner Zoo begegneten A. A. Milne und sein Sohn Christopher Robin Milne Winnie. Christopher war so angetan von ihr, dass er seinen Teddybären nach ihr benannte. Dieser wurde zur Inspiration für Milnes Romanfigur Pu der Bär. Winnie blieb bis zu ihrem Tod im Jahr 1934 im Zoo.[4]

Nach dem Krieg absolvierte Colebourn ein Aufbaustudium am Royal College of Veterinary Surgeons in London, England. 1920 kehrte er nach Kanada zurück und eröffnete eine Tierarztpraxis in Winnipeg. Er ging 1945 in den Ruhestand und starb im September 1947.

Er ist auf dem Brookside Cemetery in Winnipeg begraben. Statuen von Colebourn und seinem Bären Winnie befinden sich im Assiniboine Park Zoo in Winnipeg und im Londoner Zoo. Die kanadische Post gab 1996 eine Briefmarke mit Colebourn und seiner Bärin heraus. Im Jahr 2004 wurde Harry Colebourns Leben im Film A Bear Named Winnie dargestellt. Colebourn wurde von Michael Fassbender gespielt.[5][6]

Darstellung in Film und Literatur

  • A Bear Named Winnie, Film 2004, Michael Fassbender als Harry Colebourn
  • Lindsay Mattick: Finding Winnie: The True Story of the World’s Most Famous Bear ISBN 978-0316324908
  • Val Shushkewich: The Real Winnie ISBN 978-1896219899
Commons: Harry Colebourn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Canadian Veterinarians in World War I · Canadian Veterinarians in World War I · Remembering the Real Winnie: The World's Most Famous Bear Turns 100. Abgerufen am 17. Dezember 2025.
  2. Major Harry Colebourn :: CGWP Record Detail. Abgerufen am 17. Dezember 2025.
  3. Winnie the Pooh origins | London Zoo. Abgerufen am 17. Dezember 2025 (englisch).
  4. Wendy: Classic Pooh - The History of Pooh and Bios of A A Milne and E H Shepard. Archiviert vom Original am 22. Oktober 2009; abgerufen am 17. Dezember 2025.
  5. Major Harry Colebourn and Winnie Mural | Veterans Affairs Canada. Abgerufen am 17. Dezember 2025.
  6. Wayback Machine. Abgerufen am 17. Dezember 2025.