Hans von Saltzwedel

Hans (Johann Friedrich Wilhelm) von Saltzwedel (* 4. Juli 1857 in Bronikowen bei Sensburg in Ostpreußen; † 15. Juli 1929 in Weimar) war ein preußischer Offizier, Schriftsteller und Politiker.

Leben

Hans (Johann) von Saltzwedel gehörte zum Adelsgeschlecht Saltzwedel, konkret zur Adelsfamilie von Wienskowski-genannt von Saltzwedel. Seine Eltern waren Wilhelm von Saltzwedel und dessen erste Ehefrau, die Gutsbesitzerstochter Karoline (Lina) Vanselow-Kobulten (* 8. September 1825; † 12. Juni 1872 in Danzig). Die älteste Schwester Lina wurde Stiftsdame des Wilhelmstiftes in Berlin-Charlottenburg. Traugott von Saltzwedel war ein jüngerer Bruder. Der ältere Bruder Arthur von Saltzwedel verstarb zweiundzwanzigjährig. Gustav von Saltzwedel war ein Onkel.

Er wurde Offizier, zuletzt mit dem Dienstgrad Major. 1906 war Hans von Saltzwedel[1] preußischer Offizier zu Diensten und bei der Pferdevormusterungskommission im westpreußischen Bromberg. Später wurde er freier Schriftsteller und lebte ab 1909 in Weimar.[2] In den Weimarer Adressbüchern erscheint sein Familienname mit der Schreibweise Salzwedel. Er wohnte in der damaligen Deinhardtgasse 17. bzw. Brauhausgasse.[3] In seinem Roman Der schwarze Lupno thematisierte von Saltzwedel die Generation der Neuansiedler im frühen 20. Jahrhundert in den Ostmarken.[4] Überhaupt spielt seine Herkunftsregion in seiner Literatur die Hauptrolle. Saltzwedel wurde in der völkischen Schrift: Jüdische Herkunft und Literaturwissenschaft. Eine gründliche Erörterung von Adolf Bartels positiv erwähnt.[5]

Hans von Saltzwedel heiratete 1887 in Berlin seine Schwägerin Marie Flora von Enckevort (* 27. April 1861 auf Gut Gartz, Landkreis Pyritz-Pommern), die Tochter des Gutsbesitzers Emil Hermann von Enckevort (1824–1880) und der Johanna Balcke. Das Ehepaar von Saltzwedel lebte 1914 in Weimar und hatte keine Nachfahren.

Werke (Auswahl)

  • Goldelse. Eine Pferde- und Menschengeschichte, 1912.
  • Unsere Ostmärker, Roman, 2 Bde., Leipzig 1920.
  • Jüdisches Kaiserreich, Leipzig, 1924.
  • Makkabäus Stern, Roman, Köslin, 1924.
  • Der schwarze Lupno, Roman, Weimar 1926.

Genealogie

  • Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser. 1915. Neunter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1914, S. 120–121.

Einzelnachweise

  1. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser. 1907. Erster Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1906, S. 162.
  2. (Hans von Saltzwedel. Thüringer-Literaturrat.de.)
  3. Weimarer Adressbuch 1910. Weimar 1910, S. 159. (Teil-Digitalisat)
  4. Stefan Dyroff: Erinnerungskultur im deutsch-polnischen Kontaktbereich. Bromberg und der Nordosten der Provinz Posen (Wojewodschaft Poznan´) 1871-1939. Osnabrück 2007, S. 106. (Teil-Digitalisat)
  5. Adolf Bartels: Jüdische Herkunft und Literaturwissenschaft. Eine gründliche Erörterung. Verlag des Bartels-Bundes [H. Haessel], Leipzig 1925, S. 192. (Teil-Digitalisat)